Frau am Freitag

Frau am Freitag
22.06.2012

Die Suche geht weiter

von Petra Herterich

Wenn man in die Chefetagen schaut, mag man es zwar nicht glauben, aber es gibt auf der Welt tatsächlich mehr Frauen als Männer. Vor allem auf dem Single-Markt. Das wurde der Frau am Freitag jetzt wieder mehr als deutlich: Ein Mann und eine Frau, jeweils auf der Suche nach Mr. und Mrs. Right, hatten eine Anzeige aufgegeben. Der Kerl bekam geradezu säckeweise Zuschriften – exakt 352 (!!) Briefe – die Frau erhielt gerade mal 15.

Der Mann hat natürlich nicht alle Vorstellungsunterlagen gelesen – er hat sich die Bildchen angesehen. Am Ende hatte er eine „echt tolle Frau“ gefunden: klug, sexy, liebenswert und zu allem Überfluss auch noch reich begütert. Er war verliebt – sie auch. Allerdings wollte sie nach ein paar Wochen schon zu ihm ziehen. Schaute nach Häusern, suchte einen Platz für ihr Pferd und erzählte allen Freunden, dass sie nun bald umzieht. Da war das Paar gerade acht Wochen (!) zusammen. Es kam wie es kommen musste: Der Kerl zog die Notbremse – alles aus! Männer, sagt er, wollen langsam umgarnt werden. Wenn alles zu schnell geht, ergreifen sie die Flucht.

Bei der Frau sind die Männer gar nicht erst angetreten. Was aber bestimmt nicht an ihr liegt – sie ist liebenswert, klug, attraktiv, eigenständig. Mancher Mann schickte ihr nur einen Papierschnipsel auf den gekritzelt war: „Will dich gern kennenlernen.“ Aber Männer, die nicht mehr im Reper toire haben als einen Vier-Wort-Satz, sind nicht attraktiv. Der Kerl wurde gestrichen, ebenso die Egomanen, Besserwisser und Humorlosen. Am Ende blieb einer. Allerdings – kein gutes Zeichen – er schickte kein Foto.

Egal, die Gespräche am Telefon waren nett, also war die Frau bereit fürs erste Treffen. Da ein kluger Ratgeber sagt, Frauen, fahrt nie zu den Männern, lasst sie kommen – nicht in eure Wohnung, aber in eure Richtung –, wählte man einen Treffpunkt auf halber Strecke. Kurz vor knapp rief der Kerl an, sabbelte den Anrufbeantworter voll, faselte irgendwas von geplatzten Adern in der Nase, Blutstürzen, Notfall, Klinik, Todesgefahr – wie Männer so sind. Kurzum: Er sagte ab – und meldete sich nie wieder.

Wenn es stimmt, dass die Nase eines Mannes viel über seinen Hannes sagt, dann wollen wir uns mal gar nicht vorstellen, unter welchem Druck der Mann stand. Jedenfalls holte er sich eine blutige Nase und zog den Schwanz ein. Aus. Wer weiß, welcher Quasimodo der Frau da erspart geblieben ist.

Unsere beiden Anzeigen-Aktivisten sind nun also immer noch Singles. Während die Frau entnervt ist von den Männern, die sich nicht trauen, ist der Kerl genervt von Frauen, die sich zu viel trauen. So kommen Mann und Frau nie zusammen.

Jetzt sind beide im Internet auf der Suche. Aber da sind Männer und Frauen auch nicht anders. Wenn man Mr. oder Mrs. Right finden will, muss man lange – tapfer bleiben.

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sternschnuppe
22.06.2012 um 17:05 Uhr:
Am besten man sucht gar nicht erst ,sondern läßt sich finden.Wenn man nicht gefunden wird ,sollte man froh sein sich viele Probleme erspart zu haben.Dann war auch nichts passendes auf dem Weg. Diese ganzen Internetgeschichten sind doch nur ein einziger Krampf und bieten eine Spielwiese für Betrügereien.Liebe läßt sich nicht erzwingen,sie kommt und sie geht - das meist schneller als sie kommt.

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