Aurich

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27.06.2012

Die Kinderkrippe mit der Ritterrüstung

Architekt Marten Ulpts erklärte den Besuchern, warum er eine Fassade aus Aluminium gewählt hatte. Bild: Singer
Architekt Marten Ulpts erklärte den Besuchern, warum er eine Fassade aus Aluminium gewählt hatte. Bild: Singer

Von Kerstin Singer

Der Architekt Marten Ulpts erklärte am Sonntag die Idee hinter dem Gebäude am Fischteichweg. Der Neubau der katholischen Kirche wird von vielen Aurichern kritisiert. Die Architektenkammer Niedersachsen sieht es hingegen als Vorzeigeobjekt.

Aurich - „Wie eine Ritterrüstung, ein Panzer als Schutz vor der bösen Welt dort draußen“ beschreibt Architekt Marten Ulpts seine Idee hinter der Fassade der Kinderkrippe am Fischteichweg. Am Sonntag erklärte er Besuchern sein architektonisches Konzept für das Gebäude, das er für die katholische Kirchengemeinde im vergangenen Jahr gebaut hatte und das mit seiner Aluminium-Fassade für Aufsehen sorgte.

Das Bauwerk fand die Architektenkammer Niedersachsen so bemerkenswert, dass sie es als einziges Gebäude in Ostfriesland beim diesjährigen Tag der Architektur am vergangenen Sonntag mit in das Besichtigungsprogramm aufnahm. Rund 70 Interessierte nahmen die Gelegenheit wahr und ließen sich durch die Räume führen. Laut Ulpts waren keine lautstarken Kritiker dabei. Einem Besucher war die graue Metallfassade im Ensemble mit dem grauen Straßenpflaster zu kühl im Eindruck, einem anderen wirkte das fensterlose Garagengebäude im gleichen Stil zu klotzig. „Man hätte zumindest Fenster andeuten können“, sagt er.

„Es war nie meine Intention zu provozieren“

Ulpts erklärte, warum er das Klinkergebäude des Kindergartens nicht einfach fortführen wollte. „Das wäre ein langer zäher Schlauch geworden“, sagte er. Durch die Unterschiede in der Fassade wollte er eine Kleinteiligkeit herstellen und die Fassaden der umliegenden Gebäude, des Carolinenhofes und des Gemeindehauses, thematisch mitaufnehmen. „Es war nie meine Intention zu provozieren“, erklärte der Auricher.

Im Kontrast zur kühlen Außenfassade des Gebäudes hatte er im Inneren auf warme Farben und Materialien wie Holz geachtet. Farben wurden jedoch reduziert eingesetzt. „Wir wollten den Kindern den Gestaltungsspielraum lassen“, sagte er.

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Aurich er
28.06.2012 um 07:55 Uhr:
Besser als gar kein Stil...
Immer wieder muss man sich fragen, wer solche Abstrusitäten in Aurich genehmigt. Dieses Gebäude erinnert mehr an eine Lagerhalle, als an einen Ort an dem sich Kinder aufhalten. Die Stadt verkommt immer mehr zu einer Ansammlung von Bauwerken, mit denen sich viele kreative Köpfe verwirklichen wollen, ohne ein wirkliches, stimmiges Gesamtbild zu ergeben.
In Verbindung mit der Kirche muss ich unweigerlich an einen Aluminium-Sarg denken.

Stellt ein Schild dazu auf "Folgendes hat sich der Künstler dabei gedacht: ..."

"Wie eine Ritterrüstung, ein Panzer als Schutz vor der bösen Welt dort draußen", da wäre eine Burg sicherlich angebrachter gewesen, eingefasst in eine 320 m lange Sitzbank aus Granit...

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