Emden
„Ich würde es jederzeit wieder machen“

Emden - Vielleicht ist es Zufall, ungewöhnlich ist es allemal: Zwei Mitarbeiter der Stadt Emden haben sozusagen am eigenen Leib erfahren, dass Knochenmarkspenden Leben retten können. Regina Frank hat Stammzellen gespendet und damit einem an Leukämie erkrankten Mann geholfen. Ihr Kollege Günther Buskohl hatte Leukämie. Für ihn fand sich ein geeigneter Spender. Ohne ihn, sagt Buskohl, würde er heute wahrscheinlich nicht mehr leben. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen ist es den beiden wichtig, für die am 8. Juli in Emden geplante Typisierungsaktion zu werben. Unterstützt werden sie dabei von Oberbürgermeister Bernd Bornemann, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hat.
Für Regina Frank begann ihre Geschichte als Lebensretterin bei eben einer solchen Aktion. Vor einigen Jahren ließ sie sich an der Fachhochschule Emden typisieren – genau wie viele andere ihrer Kollegen auch. Das Ergebnis: Sie kam als Stammzellenspenderin in Frage. Das ist längst nicht bei allen so: Von den bislang 34 000 typisierten Ostfriesen erwiesen sich 370 als geeignete Spender. Regina Frank machte den ganzen Schritt: Sich bewusst, dass sie ein Menschenleben retten kann, hat sie vor einem Jahr Stammzellen gespendet. Vom Empfänger weiß sie bislang nur soviel: Er ist 68 Jahre alt, Schwede und auf dem Weg der Besserung. Von sich selber kann die 58-Jährige jetzt sagen: „Ich bin stolz darauf, geholfen zu haben.“ Und: „Ich würde es jederzeit wieder machen.“
Glück ist nicht die Regel, eher die Ausnahme
Günther Buskohl hat vor fünf Jahren eine Knochenmarkspende erhalten. Sein Spender wurde über eine Typisierungsaktion gefunden. „Ich hatte Glück“, erklärt der 54-Jährige. Glück in vielerlei Hinsicht: Das Glück, dass es Menschen gibt, die sich typisieren lassen, um im Notfall anderen zu helfen. Das Glück, dass bei einer solchen Aktion ein geeigneter Spender gefunden wurde, der auch spendete. Und das Glück, dass er nicht lange auf eine Knochenmarkspende warten musste. Sechs Wochen hat es gedauert.
Glück ist in solchen Fällen nicht die Regel, eher die Ausnahme. „Es gibt noch zu viele, die warten“, betont Buskohl. Er hofft ebenso wie Regina Frank und Oberbürgermeister Bornemann auf jede Menge Teilnehmer bei der Typisierung am Sonntag im DOC. 5000 haben die Organisatoren, wie berichtet, angepeilt. Eine Zahl, die erreicht werden könnte, da sind sich die drei sicher. Viele Vereine, Gruppen, Firmen und Institutionen hätten bereits zugesagt. Weitere sind dazu aufgerufen, mitzumachen. „Es ist nur ein kleiner Pieks“, weiß Regina Frank aus Erfahrung. Und Buskohl macht deutlich: Selbst wenn im Ergebnis nur ein bis zwei Leukämiekranken geholfen werden kann, „dann sind das zwei Menschen mehr, die am Leben bleiben werden“.
Die Typisierungsaktion
Am Sonntag, 8. Juli, läuft im Einkaufszentrum DOC von 10 bis 18 Uhr die Typisierungsaktion für leukämiekranke Menschen. Das Motto lautet „Gemeinsam gegen Leukämie“. 5000 Teilnehmer werden erwartet. Unterstützt werden kann die Aktion auch durch Spenden an den Verein Leukin (Sparkasse Emden, Konto 21005111).

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