Wittmund

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06.07.2012

Bahnstrecke in Esens nur im Osten möglich

Der Wirtschaftsförderkreis Harlingerland stellte am Donnerstag erste Ergebnisse der Studie zur Verlängerung der Bahnstrecke bis nach Bensersiel vor. Helmut Loerts-Sabin (Stirnseite rechts) und Heino Meenken (links) betonten mit Landrat Matthias Köring (Mitte) die Wichtigkeit dieser Verbindung. Bild: Lüppen
Der Wirtschaftsförderkreis Harlingerland stellte am Donnerstag erste Ergebnisse der Studie zur Verlängerung der Bahnstrecke bis nach Bensersiel vor. Helmut Loerts-Sabin (Stirnseite rechts) und Heino Meenken (links) betonten mit Landrat Matthias Köring (Mitte) die Wichtigkeit dieser Verbindung. Bild: Lüppen

Von Karin Lüppen

Ein Trassenverlauf im Westen wäre aufgrund der Verkehrszahlen kaum genehmigungsfähig. Der Wirtschaftsförderkreis Harlingerland setzt sich für den Bau der Linie bis zum Fähranleger ein. Mehr Informationen soll es bei einer öffentlichen Veranstaltung am 19. Juli geben.

Wittmund - Die Verlängerung der Bahnstrecke Sande-Esens bis zum Fähranleger in Bensersiel ist nach Ansicht des Wirtschaftsförderkreises Harlingerland unbedingt notwendig. Am Donnerstag stellten die beiden Vorsitzenden Heino Meenken und Helmut  Loerts-Sabin erste Ergebnisse aus einer mit der Inselschifffahrt Langeoog in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie vor. Danach erweist sich ein Verlauf der Bahnstrecke östlich um Esens herum als die voraussichtlich beste Lösung, sagte Loerts-Sabin. Eine westliche Variante hätte nach aktuellem Stand kaum Chancen auf eine Genehmigung.

Der Wirtschaftsförderkreis, dem Vertreter gewichtiger Unternehmen im Harlingerland angehören, setzt sich seit über einem Jahr für den Ausbau der Strecke bis Bensersiel ein. Ziel sei eine Stärkung des Tourismus‘ im Landkreis, aber vor allem auf der Insel Langeoog. „Borkum und Norderney haben bis zu 20 Prozent Gäste, die mit dem Zug anreisen, auf Langeoog sind es höchstens fünf Prozent“, machte  Loerts-Sabin deutlich. Die Insel selbst sei zwar autofrei – trotzdem reisten die meisten Urlauber mit dem Auto an, bestätigte der Langeooger Bürgermeister Uwe Garrels: „Es ist nicht optimal, wenn Bensersiel mit Autos vollgestellt wird.“

Con-Track hatte drei Varianten untersucht

Die Studie wurde von dem Büro Con-Track aus Hannover erstellt. Diese Firma hat bereits Machbarkeitsstudien für die Bahnstrecke zwischen Norden und Esens angefertigt sowie den Bau der Gleise zwischen Aurich und Abelitz begleitet. Von Con-Track war am Donnerstag kein Vertreter bei dem Pressegespräch. Das Büro wird aber die vollständigen Ergebnisse bei einer öffentlichen Veranstaltung am 19. Juli um 19 Uhr im Hotel Kröger in Esens vorstellen. Dabei sollen dann Zahlen zu den Kosten genannt werden, zu denen Meenken am Donnerstag noch nicht Stellung nehmen wollte. Es sei auch schwierig, einen Betrag zu beziffern, weil es sich bei den Streckenvarianten zunächst um Vorschläge handelt.

Con-Track hatte drei Varianten untersucht. Die kürzere ist die Variante 2.100 mit 6600 Metern, die beiden östlichen Trassen messen jeweils etwa 7500 Meter. Klarer Favorit sei derzeit die Variante 1.200, die zudem eine Verlegung des Bahnhofes in Esens vorsieht. Diese habe den Vorteil, so Loerts-Sabin, dass Züge in Richtung Bensersiel durchfahren könnten. Bei der Variante 1.100 wäre Esens ein Kopfbahnhof. Für Esens ergäben sich daraus städtebauliche Entwicklungsperspektiven am jetzigen Standort.

Landkreis Wittmund unterstützt die Pläne für die Bahnstrecke

Das bestätigte Jürgen Buß, Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister in Esens. Die Politik werde hinter dem Projekt stehen, versicherte Buß. Anders sehe es aber in der Bevölkerung aus, befürchtet der Esenser Bürgermeister Klaus Wilbers: „Wir werden einen Aufschrei von Anwohnern erleben.“

Der Landkreis Wittmund unterstützt die Pläne für die Bahnstrecke. Landrat Matthias Köring erwartet, dass die politische Willensbildung in Esens bis Mitte nächsten Jahres so weit abgeschlossen ist, dass eine Trasse festgelegt werden kann. „Dann können wir nach der Landtagswahl mit der Regierung Gespräche über Fördermittel führen“, sagte Köring.

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Reinhard Aswegen
06.07.2012 um 21:33 Uhr:
Der Bahnübergang Esens Bahnhofstraße ist sehr wohl möglich, denn er ist immer noch bahnrechtlich gewidmet! Der jetzige Bahnhof befindet sich außerdem an strategisch richtiger Stelle, denn der Tourismus macht den kleineren Anteil des Fahrgastaufkommens aus. Hier wird mit unlauteren Argumenten gearbeitet! Es sind offenbar Kräfte am wirken, welche die Küstenbahnreaktivierung(Lückenschluss Dornum-Esens) als ökologisch ökonomisch nachhaltige Verkehrslösung für die gesamte Region mit aller Macht verhindern wollen - aus unerklärlichen Gründen.
Gerd
07.07.2012 um 21:44 Uhr:
"ökonomisch nachhaltig" Unsinn! Der Rad/Schiene-Fetischismus der Lobby-Eisenbahner treibt ja in Deutschland bekanntlich Blüten. Blüten, die die Protagonisten natürlich selbst nicht bezahlen müssen, sondern die für dumm verkaufte Allgmeinheit! Drum sag ich euch: geht in euren Hobbykeller und spielt dort mit der Märklin, das wird für den Normalbürger dann deutlich billiger.
josef broich
08.07.2012 um 18:59 Uhr:
wieso sind die bürger dumm die mit außer dem fahrrad,umweldfreundlichstem verkehrsmittel der bahn fahren wollen? mit der märklin spielen ist sinnvoller als dumm reden!!!
egal
09.07.2012 um 00:11 Uhr:
vor Jahren wurden die Schienen entfernt und alles zurück gebaut, jetzt soll wieder für teures Geld der Fehler rückgängig gemacht werden, das trägt sich finanziell niemals
Gerd
09.07.2012 um 10:56 Uhr:
Dass leere, weil unattraktive Bimmel-Eisenbahnen "umweltfreundlich" seien, ist nichts als ein blödsinniger, aber gerne geschürter Mythos der Lobby! So eine (fast) leere Eisenbahn hat einen deutlich höheren Verbrauch/Wartungsaufwand als ein Bus, wobei der noch die Chance hat, voller zu sein, weil er deutlich mehr Haltestellen anfährt.

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