Wittmund
Bahnstrecke in Esens nur im Osten möglich

Wittmund - Die Verlängerung der Bahnstrecke Sande-Esens bis zum Fähranleger in Bensersiel ist nach Ansicht des Wirtschaftsförderkreises Harlingerland unbedingt notwendig. Am Donnerstag stellten die beiden Vorsitzenden Heino Meenken und Helmut Loerts-Sabin erste Ergebnisse aus einer mit der Inselschifffahrt Langeoog in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie vor. Danach erweist sich ein Verlauf der Bahnstrecke östlich um Esens herum als die voraussichtlich beste Lösung, sagte Loerts-Sabin. Eine westliche Variante hätte nach aktuellem Stand kaum Chancen auf eine Genehmigung.
Der Wirtschaftsförderkreis, dem Vertreter gewichtiger Unternehmen im Harlingerland angehören, setzt sich seit über einem Jahr für den Ausbau der Strecke bis Bensersiel ein. Ziel sei eine Stärkung des Tourismus‘ im Landkreis, aber vor allem auf der Insel Langeoog. „Borkum und Norderney haben bis zu 20 Prozent Gäste, die mit dem Zug anreisen, auf Langeoog sind es höchstens fünf Prozent“, machte Loerts-Sabin deutlich. Die Insel selbst sei zwar autofrei – trotzdem reisten die meisten Urlauber mit dem Auto an, bestätigte der Langeooger Bürgermeister Uwe Garrels: „Es ist nicht optimal, wenn Bensersiel mit Autos vollgestellt wird.“
Con-Track hatte drei Varianten untersucht
Die Studie wurde von dem Büro Con-Track aus Hannover erstellt. Diese Firma hat bereits Machbarkeitsstudien für die Bahnstrecke zwischen Norden und Esens angefertigt sowie den Bau der Gleise zwischen Aurich und Abelitz begleitet. Von Con-Track war am Donnerstag kein Vertreter bei dem Pressegespräch. Das Büro wird aber die vollständigen Ergebnisse bei einer öffentlichen Veranstaltung am 19. Juli um 19 Uhr im Hotel Kröger in Esens vorstellen. Dabei sollen dann Zahlen zu den Kosten genannt werden, zu denen Meenken am Donnerstag noch nicht Stellung nehmen wollte. Es sei auch schwierig, einen Betrag zu beziffern, weil es sich bei den Streckenvarianten zunächst um Vorschläge handelt.
Con-Track hatte drei Varianten untersucht. Die kürzere ist die Variante 2.100 mit 6600 Metern, die beiden östlichen Trassen messen jeweils etwa 7500 Meter. Klarer Favorit sei derzeit die Variante 1.200, die zudem eine Verlegung des Bahnhofes in Esens vorsieht. Diese habe den Vorteil, so Loerts-Sabin, dass Züge in Richtung Bensersiel durchfahren könnten. Bei der Variante 1.100 wäre Esens ein Kopfbahnhof. Für Esens ergäben sich daraus städtebauliche Entwicklungsperspektiven am jetzigen Standort.
Landkreis Wittmund unterstützt die Pläne für die Bahnstrecke
Das bestätigte Jürgen Buß, Stadtdirektor und Samtgemeindebürgermeister in Esens. Die Politik werde hinter dem Projekt stehen, versicherte Buß. Anders sehe es aber in der Bevölkerung aus, befürchtet der Esenser Bürgermeister Klaus Wilbers: „Wir werden einen Aufschrei von Anwohnern erleben.“
Der Landkreis Wittmund unterstützt die Pläne für die Bahnstrecke. Landrat Matthias Köring erwartet, dass die politische Willensbildung in Esens bis Mitte nächsten Jahres so weit abgeschlossen ist, dass eine Trasse festgelegt werden kann. „Dann können wir nach der Landtagswahl mit der Regierung Gespräche über Fördermittel führen“, sagte Köring.

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