Emden

Ostfriesland
07.07.2012

Juni brachte das letzte Zucken des Winters

Von Marion Luppen

Die Schafskälte bescherte Mitte des Monats einigen Gegenden Ostfrieslands Bodenfrost. Nur an einem Tag knackte das Thermometer die 25-Grad-Marke. Wetterbeobachter Jörg Deuber rechnet für die nächsten Wochen mit durchwachsenem Wetter.

Ostfriesland - Für Meteorologen gilt der Juni komplett als Sommermonat. Dennoch zeigte sich im vergangenen Monat in Ostfriesland „das letzte Zucken des Winters“, wie Wetterbeobachter Jörg Deuber (Oldersum) vom Deutschen Wetterdienst es ausdrückt. Gemeint ist damit ein Kälteeinbruch zwischen dem 16. und 18. Juni, der einigen Gebieten sogar Bodenfrost bescherte. Die Bezeichnung „Schafskälte“ rührt daher, dass geschorene Schafe unter dem Temperatursturz leiden.

Wetterbeobachter nennen Phänomene wie die Schafskälte meteorologische Singularitäten. Das Gegenstück zur Schafskälte ist das Weihnachtstauwetter: Nach einem ersten Wintereinbruch wird es pünktlich zu Weihnachten wieder wärmer – das letzte Zucken des Sommers, könnte man sagen. So häufig wie nach der Schafskälte wird Wetterbeobachter Deuber nach der Siebenschläfer-Regel gefragt. Diese Bauernregel besagt, dass das Wetter sieben Wochen lang so bleibt wie am Siebenschläfertag, dem 27. Juni. Da die Regel jedoch lange vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582 entstand, ist Siebenschläfer eigentlich erst heute, am 7. Juli. „Man darf solche Sachen aber nicht an einem Tag festmachen“, sagt Deuber. Tatsächlich stelle sich häufig Anfang Juli eine Großwetterlage ein, die sich stabilisiert. Für Norddeutschland ist das dann erfreulich, wenn sich ein Hoch über Skandinavien einnistet. „Das ist dieses Jahr leider etwas anders“, sagt Deuber. Er rechnet daher mit einem durchwachsenen Sommer.

Doch zurück zum abgelaufenen Monat: Im Gesamteindruck war der ostfriesische Juni wenig sommerlich – zu wenig sonnig und zu kühl. Die Sonne schien nur 151,3 Stunden lang – im langjährigen Mittel bringt es der Juni auf 208,6 Sonnenstunden. Die Durchschnittstemperatur von 14,2 Grad lag um ein Grad unter dem langjährigen Mittel. Eine solche Abweichung sei für Juni ungewöhnlich, sagt Deuber:. „Ein Grad ist schon eine Hausnummer.“ Kein Wunder, dass der Juni nur einen echten Sommertag hatte. So nennen Meteorologen Tage, an denen das Thermometer die  25-Grad-Marke knackt. Das war in Ostfriesland nur am 28. Juni der Fall. Der Wind wehte im Juni nicht sehr stark. Nur an einem Tag, dem 25., blies er stürmisch mit Windstärke 8.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Sonnabend, 7. Juli, in der Ostfriesen-Zeitung.

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