Norden
Norderney kämpft um den Namen Facebox
Norderney - Sturmerprobt und erdverwachsen: So schnell lässt sich die Norderneyer Kurverwaltung nicht von einem Weltkonzern einschüchtern. Die Facebox, ein umgebauter Badekarren zum Aufzeichnen von Videobotschaften, steht seit nunmehr elf Monaten auf dem Kurplatz – obwohl ihr Name dem sozialen Netzwerk Facebook nicht gefällt. Das US-Unternehmen hat den Daumen gesenkt und beim Deutschen Patent- und Markenamt (DMPA) in München Widerspruch gegen die Vergabe der Wort- und Bildrechte für „Facebox“ an die Staatsbad Norderney GmbH eingelegt.
Die Facebook-Anwälte sehen Verwechslungsgefahr zwischen den Marken Facebox und Facebook. Die Entscheidung des Amtes steht noch aus. „Das Widerspruchsverfahren läuft“, sagte am Freitag DMPA-Prüfer Jörg-Eckhard Dördelmann. Zu Einzelheiten dürfe er aus Datenschutzgründen nichts sagen. „Es könnte sein, dass in absehbarer Zeit eine Entscheidung ergeht.“ Diese sei aber nicht sofort rechtskräftig. Ein solches Verfahren könne sich über Jahre hinziehen, erklärte Dördelmann. Wenn beide Seiten einen langen Atem hätten und durch die Instanzen gingen, würde die Sache schließlich vorm Bundespatentgericht in München landen.
Gütliche Einigung mit Facebook-Anwälten im Sande verlaufen
Mit solchen Fragen will sich der Norderneyer Kurdirektor Wilhelm Loth vorerst nicht befassen. „Wir warten auf die Reaktion des Patentamtes“, sagte er. Die ursprünglich angestrebte gütliche Einigung mit den Facebook-Anwälten sei im Sande verlaufen.
Unabhängig davon sei die Facebox eine Erfolgsgeschichte, sagte der Kurdirektor. Norderney habe sich mit dem Projekt um den Deutschen Tourismuspreis 2012 beworben. Dieser wird vom Deutschen Tourismusverband vergeben. Die Preisverleihung ist im November auf Norderney. Die Facebox werde „unglaublich toll genutzt“, sagte Loth. Facebook profitiere auch davon, weil die Botschaften über das soziale Netzwerk verschickt würden. „Insofern sollten alle glücklich sein“, findet Loth. Unglücklich werden will der Kurdirektor durch den Rechtsstreit auf keinen Fall. Notfalls werde das Projekt eben umbenannt, sagte er.

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