Wiesmoor

Wiesmoor
09.07.2012

Im Bann märchenhafter Kraft

Sie stellten das Festival in Wiesmoor auf die Beine: (von links) Initiator Hinrich Ihben sowie die Mitarbeiter der Luftkurort Wiesmoor Touristik GmbH Hillit Thiemann und Christa Siefkes-Meyer sowie in der zweiten Reihe Uwe Reinders und Hannelore Höfkes. Bild: Ortgies
Sie stellten das Festival in Wiesmoor auf die Beine: (von links) Initiator Hinrich Ihben sowie die Mitarbeiter der Luftkurort Wiesmoor Touristik GmbH Hillit Thiemann und Christa Siefkes-Meyer sowie in der zweiten Reihe Uwe Reinders und Hannelore Höfkes. Bild: Ortgies

Von Gabriele Boschbach

Drei Tage lang regierte in Wiesmoors Blumenreich die Fantasie. Ein Höhepunkt des Festivals waren die zwölf Stationen, die gestern zum Verweilen und Lauschen einluden.

Wiesmoor - Es ist immer derselbe Effekt. Franz Lidecke kennt ihn schon, ist aber auch am Sonntagvormittag im Wiesmoorer Blumenreich wieder überrascht über die Wirkung. Kaum hat der Märchenerzähler mit einem gepolsterten Klöppel das Metallrohr neben seinem Stuhl zum Schwingen gebracht, verstummt das muntere Gemurmel im Publikums.

Es ist der Moment, in dem er beim 2. Märchenfestival leise zu erzählen beginnt. Von der jungen Frau, die aus den Bergen den Klang einer Flöte hört. Irgendwann folgt sie dem Ruf und trifft einen jungen Mann, in den sie sich verliebt. Das Paar will heiraten. Ihr Vater knüpft eine Bedingung an sein Einverständnis: Der angehende Bräutigam müsse ihm binnen eines Jahres 100 weiße Rinder mit einem schwarzen Fleck auf dem Schädel liefern. Die Geschichte geht nicht gut aus. Kein Happy-end. Einer der Gründe, warum Franz Lidecke asiatische Märchen liebt. Er sammelt sie so wie andere Menschen Rabattmarken. Das mit den weißen Rindern stammt aus Indien. Er erzählt es im Blumenreich in einer Station, die den Namen Dornröschen trägt.

Initiator holte sich Beratung von der Europäischen Märchengesellschaft

Zwölf poetische Orte gab es am Sonntag, an denen die Besucher von Märchenerzählern oder märchenhaft anmutenden Aktionen empfangen wurden. Ausgewählt wurden die Akteure von Hinrich Ihben. Der Vorsitzende des Vereins „Help me – Hilfe für Kinder“ und Initiator des Märchenfestivals hat sich dabei von der Europäischen Märchengesellschaft beraten lassen. Auf Qualität habe er geachtet. Wie selbstverständlich habe es sich ergeben, dass sich nichts doppelt: „Hier hören Sie nicht an jeder Ecke eine neue Variante von Hänsel und Gretel“, sagt der Organisator, dem viele helfende Hände, unter anderem von der Luftkurort Wiesmoor Touristik GmbH, zur Seite standen. Das Märchenfestival zog sich nämlich über drei Tage hin. Auftakt war am Freitag mit einem Abend, der im Zeichen von plattdeutschen Märchen stand.

Wilhem Reuter und Helmut Saathoff moderierten die Veranstaltung und erzählten. 170 Gäste verfolgten am Sonnabend den großen Märchen- und Musikabend, der unter anderem von Künstlern bestritten wurde, die am Sonntag mit von der Partie waren. Eine von ihnen war Susanne Theis, die den am Abend erhaltenen Blumenstrauß am Morgen mit in den Park brachte – zur Dekoration ihres Knusperhäuschen-Standes.

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