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Gandersum/Norden
17.07.2012

Diesmal klafft kein Loch im Emsgrund

Das Emssperrwerk bei Gandersum dient zum Aufstauen der Ems bei Schiffsüberführungen der Papenburger Meyer-Werft. Das Foto zeigt die „Serenade of the Seas“ im Juli 2003 beim Passieren des Sperrwerks. Bild: Archiv
Das Emssperrwerk bei Gandersum dient zum Aufstauen der Ems bei Schiffsüberführungen der Papenburger Meyer-Werft. Das Foto zeigt die „Serenade of the Seas“ im Juli 2003 beim Passieren des Sperrwerks. Bild: Archiv

Von Marion Luppen

Das Sperrwerk wurde am Wochenende als Schlickbremse getestet – ohne Zwischenfälle. Vor zwei Jahren war es bei einem ähnlichen Versuch zu einer schweren Panne gekommen. Die Ergebnisse der Versuchsreihe werden erst in einem Jahr veröffentlicht.

Gandersum/Norden - Diesmal ist alles glattgegangen: Kein Dalben wurde weggerissen, kein Loch in den Emsgrund gespült. Das teilte am Montag der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden mit. Der NLWKN hat am Wochenende erneut getestet, ob sich das Emssperrwerk bei Gandersum als Schlickbremse eignet. Dabei wurden jeweils mit Einsetzen der Flut die fünf Nebenöffnungen des Emssperrwerkes für rund dreieinhalb Stunden geschlossen. Die Idee: Dadurch soll die auflaufende Tide abgebremst und der Schlickeintrag in den Fluss verringert werden. Bei einem ähnlichen Versuch war es vor zwei Jahren zu einer schweren Panne gekommen.

Daraus haben die Verantwortlichen gelernt: Diesmal wurden nur fünf der sieben Sperrwerkstore geschlossen (nicht sechs). Dies verringerte die Wucht der Strömung. Außerdem wurde die Stabilität des Flussbetts am Sperrwerk während der Versuchsreihe durch Peilungen überwacht, wie der NLWKN erläuterte. Während der jeweils dreieinhalbstündigen Schließung durfte das Emssperrwerk nicht passiert werden. Schiffe hatten bereits am Sonntagabend wieder freie Bahn. Denn schon nach vier Tiden – nicht wie geplant nach fünf – beendete der NLWKN den Test. „Wir haben richtig gute Daten geerntet“, sagte NLWKN-Pressesprecherin Herma Heyken.

Gewonnene Daten fließen in weitere Modellversuche ein

Eignet sich das Sperrwerk denn nun als Schlickbremse oder nicht? Das wird die Öffentlichkeit erst in etwa einem Jahr erfahren. Der Test vom Wochenende sei Bestandteil eines umfangreichen Untersuchungsprogramms gewesen, so Heyken. Wasserstände und Strömungen wurden mit Hilfe einer Vielzahl von Messgeräten erfasst, die entlang der Ems von Herbrum bis Borkum verteilt waren. Die gewonnenen Daten fließen nun in weitere Modellversuche der NLWKN-Forschungsstelle Küste und des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste der Universität Kiel ein.

Die Sache mit der Schlickbremse könnte funktionieren: Nach dem Versuch im August 2010 hatte der NLWKN mitgeteilt, dass der Schlickeintrag deutlich gesunken und der Sauerstoffgehalt des Wassers gestiegen sei. Ein erfolgreicher Versuch also – wenn da nicht die schwere Panne gewesen wäre.

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