Leer

Moskau/Leer
18.07.2012

Die gefühlte Entfernung weiter verkürzen

Hauke Sattler besuchte mit der Delegation auch die Stadt Sotschi, in der 2014 die olympischen Winterspiele ausgetragen werden sollen. Bild: Privat
Hauke Sattler besuchte mit der Delegation auch die Stadt Sotschi, in der 2014 die olympischen Winterspiele ausgetragen werden sollen. Bild: Privat

Von Sebastian Bete

Hauke Sattler reiste mit einer deutschen Delegation für knapp zwei Wochen nach Russland. In Moskau und Sotschi standen zahlreiche Termine auf dem Programm. Den Kontakt möchte der stellvertretende Leeraner Bürgermeister weiter ausbauen.

Moskau/Leer - Die Flut war enorm. Viele Erlebnisse, zahlreiche Eindrücke. Momente, die Hauke Sattler so schnell nicht vergessen wird. Augenblicke, die in der Erinnerung bleiben. Der Leeraner nahm an einer deutschen Delegationsreise nach Russland teil – als einziger Ostfriese reiste er mit nach Moskau und Sotschi. Knapp zwei Wochen lang war der stellvertretende Leeraner Bürgermeister unterwegs, begeistert kehrte er jetzt zurück – von einer Reise im Namen der Verständigung der Völker.

Sattler sagt: „Mein Eindruck ist, dass das Bild der Deutschen über Russland mit den Eindrücken des zweiten Weltkrieges und zur Zeit des Kalten Krieges geprägt wurde und sich über die Jahre nicht wirklich weiterentwickelt hat.“ Die gefühlte Entfernung nach Moskau sei weiter als die tatsächlichen 2300 Kilometer von Leer. Schließlich dauere der Flug von Berlin in die russische Hauptstadt zweieinhalb Stunden, genau so lange sei man nach Mallorca unterwegs. Natürlich gebe es in Russland zahlreiche Probleme. Sattler spricht über Menschenrechte und Behördenwillkür, auch über Korruption. Aber er sagt auch, dass man die Probleme des Staates nicht auf die Gesellschaft übertragen dürfe. „Russland ist nicht Putin – und das Land darf nicht über sein Demokratiedefizit definiert werden. Die Menschen sind herzlich und haben es verdient, ernst genommen zu werden.“

Die Reise für den 29-jährigen Sozialdemokraten war mehr als nur ein flüchtiger Blick über den eigenen Tellerrand. Seit Jahren setzt sich Sattler für den interkulturellen Austausch ein, pflegt die Beziehung der Stadt Leer unter anderem nach Elblag (Polen) und Trowbrigde (England). Und auch nach Russland würde Sattler die Kontakte gerne verstärken. Bei einer Pressekonferenz bei der Nachrichtenagentur Itar-Tass ergriff er das Wort und äußerte seinen Wunsch, städtepartnerschaftliche Beziehungen zu einer russischen Stadt aufbauen zu wollen – um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Nach seinen Angaben leben in Leer zurzeit zirka 140 russische Staatsbürger sowie rund 400 weitere aus den ehemaligen Sowjetstaaten, außerdem hätten viele Spätaussiedler in Leer eine neue Heimat gefunden. Zahlreiche Kontakte hat Hauke Sattler nun nach Russland geknüpft – und genau die möchte er nun weiter pflegen, im Namen der Verständigung der Völker – um die gefühlte Entfernung weiter zu verkürzen.

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