Wittmund
Letzte 7,5 Kilometer werden teuer

Esens - Zwei Dinge wurden am Donnerstagabend deutlich, als das Ingenieurbüro Con-Track aus Hannover in Esens die Machbarkeitsstudie für die Anbindung von Bensersiel an die Bahnstrecke Esens-Sande vorstellte: Das Projekt wird teuer, und bis die Bahn gebaut wird, stehen noch viele Diskussionen bevor. Aber damit die Strecke überhaupt eine Chance hat, muss die Politik im Landkreis Wittmund sich eindeutig dazu bekennen. „Die Politik ist gefordert, das Ganze voranzutreiben“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsförderkreises, Heino Meenken.
Der Wirtschaftsförderkreis hatte die Studie mit der Inselschifffahrt Langeoog in Auftrag gegeben, finanziert aus Spenden und öffentlichen Zuschüssen. Drei Varianten für den Verlauf stellte Hans Engelmann von Con-Track vor. Die vorläufig günstigste, weil mit 6600 Metern kürzeste Variante verläuft westlich an Esens vorbei. „Aus Eisenbahnersicht wäre es die günstigste“, sagte Engelmann, schob aber hinterher, dass diese kaum Aussicht habe.
Einiges spreche für die Variante, die Esens östlich umfährt
Das liegt vor allem an der Kreuzung zu Landesstraße 8 sowie dem Lidl-Markt, der auf dem früheren Bahnhofsgelände errichtet wurde. Bei 12 000 und mehr Fahrzeugen pro Tag auf der L 8 werde ein höhengleicher Bahnübergang nicht genehmigt. Die Strecke müsse dann über- oder unterquert werden, was den Bau stark verteuere. Vorläufig bezifferte Engelmann die Kosten für die Westtangente auf 23,2 Millionen Euro – ohne Querung. Gleichwohl sprachen sich in der Versammlung in Krögers Hotel mehrere Anwesende, darunter Martin Mammen und Ulrike Maus von den Grünen und Birgitt Hedlefs von der Wählergemeinschaft EBI, für die Westvariante aus. Engelmann fand dazu deutliche Worte: „Dann kommt die Frage, wie willst Du über Lidl weg? Das geht nicht. Der Lidl muss weg.“
Einiges spreche für die Variante 1.200 (7,5 Kilometer), die Esens östlich umfährt. Dazu müsste der Bahnhof verlegt werden, damit der Zug nicht „Kopfmachen“, also nach dem Halt nicht „rückwärts“ aus Esens wieder herausfahren muss. Mit geschätzten Kosten von 23,9 Millionen Euro liegt sie in der Mitte, die Variante 1.100 (7,5 Kilometer) würde laut Con-Track gut 24 Millionen Euro kosten. In diesen Beträgen sind jedoch viele Folgekosten noch nicht eingerechnet. Auch handele es sich um reine Vorschläge, die man im Detail ausarbeiten müsste, so Engelmann. „Wir sollten offen in die Diskussion gehen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Jürgen Buß.

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