Emden

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23.07.2012

„Mini-Kapitäne“ in neuem Revier

Die Modellschiffe fanden bei Experten und „Sehleuten“ viel Interesse. Bild: Müller
Die Modellschiffe fanden bei Experten und „Sehleuten“ viel Interesse. Bild: Müller

Von Heiko Müller

Die Schiffsmodellbauer zeigten ihre Flotte erstmals im Alten Binnenhafen. Der Club hatte sich schon vor zwei Jahren vom Schwanenteich verabschiedet. Am Wochenende ließ er die Nachbauten erstmals bei der Alten Heringsfischerei zu Wasser.

Emden - Auch die „Mini-Kapitäne“ haben jetzt den Alten Binnenhafen als ideales Revier entdeckt. Der Schiffsmodellbau-Club Emden hat am Wochenende sein traditionelles Schaufahren zum ersten Mal an der Sitztreppe bei der Alten Heringsfischerei ausgerichtet. Etwa 40 Bastler ließen dort ihre Modelle zu Wasser. Bei Zuschauern und Passanten warben sie damit für ihr Steckenpferd. Zur Flotte auf dem Wasser gehörten Nachbauten von Schiffstypen aller Art. Das Spektrum reichte vom Rennboot über Segler bis zu Schleppern.

Der Schiffsmodellbauclub empfing auch Gäste aus befreundeten Vereinen. Sie kamen unter anderem aus dem niederländischen Groningen, aus Oberursel (Taunus), Walldorf (Hessen) Westerstede, Wilhelmshaven und Wittmund. Die meisten reisten mit Wohnwagen an, für die im Umfeld des Eisenbahndocks Plätze reserviert waren. Der neue Ort für das Treffen, zu dem die Emder alle zwei Jahre einladen, eigne sich bestens, sagte Karl Acker, Vorsitzender des Schiffsmodellbauclubs. Der Verein hatte seinen „Heimathafen“ lange Zeit am großen Schwanenteich. Davon verabschiedeten sich die Modellbauer aber im Jahr 2010, weil der Aufwand für das Schaufahren dort zuletzt zu groß geworden war. Vor zwei Jahren wechselte der Club an die Uferpromade bei den historischen Kanonen. „Dieser Standort war aber nicht so gut, weil die Sicht auf die Modelle versperrt war“, sagte Acker.

Dem Verein, der sein festes Domizil im Kulturhaus Faldern hat, gehören heute 30 Mitglieder an. Diese Zahl sei konstant, so der Vorsitzende. Allerdings mangele es dem Club an Nachwuchs. „Die Interessen bei den jungen Leuten haben sich verlagert“, sagt Acker. Hinzu komme, dass es in Emden kein Fachgeschäft für den Modellbau gibt. Acker: „Das kann man spüren.“ Jedes Vereinsmitglied habe im Durchschnitt drei, vier Modellschiffe. Es handelt sich größtenteils um Eigenbauten, die zum Teil nach Originalplänen der Werften entstehen. „Baukästen werden kaum verwendet“, sagte Acker. Der Verein ging vor 26 Jahren aus dem früheren Emder Modellbau-Club hervor. Die Schiffsmodellbauer machten sich damals selbstständig. In Emden gibt es noch einen weiteren Verein dieser Art, der sich Ems-Modell-Schipper nennt und eine eigene Steganlage im Falderndelft in unmittelbarer Nähe der Feuerwehr hat.

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