Emden

Emden
20.04.2010

Mit Fallen und Meisen gegen die Miniermotte

Von Fritz Harders

Der Stadtwaldverein und die Stadt Emden bekämpfen Baumschädling. Die Larven der nur fünf Millimeter kleinen Falter befallen Kastanienbäume und schwächen sie.
Emden - Miniermotten haben einen Lieblingsbaum: die Kastanie, genauer die weißblühende Rosskastanie. Die Larven der kleinen, nur etwa fünf Millimeter großen Falter setzen den Bäumen dermaßen zu, dass sie jetzt in der Stadt Emden gezielt bekämpft werden.

Die Initiative dazu geht vom Verein Stadtwald Emden aus, der sich seit Jahren für ein grüneres Emden einsetzt. Mit Unterstützung der Stadt ist ein Schutzkonzept entwickelt worden, das auf den Einsatz von Pheromonfallen und auf die Unterstützung von Fressfeinden setzt. An zwei Stellen in der Stadt, an der Straße Zwischen beiden Bleichen und beim Friedhof bei der Westerburgschule in Borssum, wurden 40 Fallen in Kastanienbäume gehängt, die den weiblichen Sexuallockstoff verströmen. Die männlichen Falter werden weggefangen. Begleitend dazu werden 200 Nistkästen für Blaumeisen aufgehängt. Man hofft, dass die kleinen Insekten auf dem Speiseplan der Vögel stehen und sie damit ihre Brut füttern.

Die Miniermotte stammt aus Asien, hat sich aber seit etwa 25 Jahren in ganz Mitteleuropa verbreitet. Die Weibchen legen die Eier an der Oberseite des Blattes. Die Larven, die zwei Wochen später schlüpfen, bohren sich in die Blätter und entziehen den Blattzellen die Nährstoffe. Die Fraßgänge, die Minen, denen die Motto ihren Namen verdankt, führen dazu, das die Blätter schon im Hochsommer welken. Dieser Zyklus wiederholt sich bis zu viermal im Jahr. Die letzte Raupengeneration überwintert im Blatt, weshalb man das Herbstlaub verbrennen sollte.

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