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Westrhauderfehn

„Es gab kein Klopfen und kein Rufen mehr“

Bei einem schweren Verkehrsunfall in Rhauderfehn sind in der Nacht von Freitag auf Samstag ein 14- und ein15-jähriger Jugendlicher ums Leben gekommen. Sie hatten sich laut Polizei unerlaubt den Mercedes der Eltern des 14-Jährigen genommen und landeten kopfüber in einem Kanal. (13.01.2018)

Von Günter Radtke und Timo Sager

Zwei Jugendliche aus Rhauderfehn ertranken in der Nacht im Kanal. Sie hatten einen Mercedes stibitzt und die Kontrolle über den Wagen verloren. Den Helfern am Unfallort bot sich ein schreckliches Szenario.

Westrhauderfehn - Die beiden Opfer des Unfalls in der Nacht zu Sonnabend in Westrhauderfehn waren Jugendliche. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei den Toten um einen 14- und einen 15-Jährigen aus Westrhauderfehn.Sie hatten sich laut Polizei den Mercedes-Combi der Eltern des 14-Jährigen für eine nächtliche Spritztour genommen. Das Fahrzeug ist auf ein Papenburger Autohaus zugelassen, das den Eltern den Wagen zur Verfügung gestellt hatte. Wer am Steuer des Unfallwagens gesessen hat, ist zurzeit laut Polizei noch unklar.

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Die Jugendlichen waren zwischen 3 Uhr und 4 Uhr mit dem Auto auf der Rhauderwieke in Richtung des Kreisverkehrs am Untenende unterwegs. Sie fuhren aber nicht nach rechts in den Kreisel ein, sondern ungebremst geradeaus über die Kreiselfahrbahn und einen Grünstreifen hinweg und ganz knapp an einem Baum vorbei auf den Kanal zu. Der Mercedes stieß nach Polizeiangaben dann gegen einen Brückenpfosten. Offenbar, das vermuteten Rettungskräfte, drehte sich das Fahrzeug durch den Aufprall und schlug mit dem Dach auf der Wasseroberfläche auf. Das Fahrzeug bohrte sich bis zur Frontscheibe unter die Kanalbrücke. Es versank nahezu vollständig im Wasser.

Notfallseelsorger betreuten Familien und Helfer

Mit einem Kran wurde das Auto aus dem Wasser gezogen. Bild: Janßen
DRK-Rettungssanitäter, die nach einem Einsatz auf dem Rückweg zur Rettungswache an der 1. Südwieke waren, entdeckten das verunglückte Fahrzeug. Sie alarmierten Polizei und Feuerwehr und versuchten auch selbst, die Insassen zu befreien. Wenige Minuten später war die Westrhauderfehner Feuerwehr, die gerade einen Löscheinsatz im benachbarten Ostrhauderfehn beendet hatte, vor Ort. Doch auch die Feuerwehrleute konnten die beiden Jugendlichen nicht mehr retten. „Es gab kein Klopfen und Rufen mehr aus dem Fahrzeug. Da war klar, dass jede Hilfe zu spät kam“, sagte Ortsbrandmeister Bernd Haskamp. Niemand weiß, wie lange das Auto schon kopfüber im Wasser gelegen hatte, als die Sanitäter es entdeckten. Die beiden Jugendlichen konnten nur noch tot geborgen werden.

Notfallseelsorger betreuten nach dem Unfall die Eltern und die Familien. Auch die insgesamt eingesetzten rund 70 Rettungskräfte wurden anschließend seelsorgerisch begleitet.

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