Wirtschaft

Ostfriesland/Hamburg
28.01.2011

Steigende Wohnkosten in Ostfriesland

Von Jochen Brandt

Ein Hamburger Dienstleister hat einen Bundesvergleich vorgelegt. Die Region liegt weiter im hinteren Mittelfeld. Doch in der Rangliste kletterte sie ein Stück nach oben. Seit 2004 zogen die Immobilien-Preise und Mieten kräftig an.
Ostfriesland/Hamburg - Es klingt zunächst ganz gut, aber zumindest aus Sicht von Mietern und angehenden Immobilienbesitzern ist es keine erfreuliche Nachricht: Ostfriesland holt auf. Eine jetzt vom Hamburger Dienstleister "F+B - Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt" vorgelegte Studie zeigt, dass die Preise fürs Wohnen in den Kreisen Aurich, Leer und Wittmund sowie in der Stadt Emden zwischen 2004 und 2010 gestiegen sind. Gleichzeitig rückte Ostfriesland in der bundesweiten Wohnpreis-Tabelle nach oben - dorthin, wo es teurer ist.

Von Münchner Verhältnissen kann allerdings immer noch keine Rede sein. Bayerns Hauptstadt bleibt Spitzenreiter bei den Preisen für Häuser und Wohnungen sowie bei den Mieten. Die ostfriesischen Kommunen landeten im hinteren Mittelfeld - gemessen am bundesweiten Schnitt ist das Wohnen in Ostfriesland weiterhin günstig.

Für die Studie hat F+B nach eigenen Angaben Immobilien-Preise und Mieten in den bundesweit 412 Kreisen und kreisfreien Städten verglichen und einen Index erstellt: Dem Bundesschnitt wurde ein Wert von 100 verpasst. In Ostfriesland liegen die Index-Werte zwischen 80 im Kreis Wittmund und 73,1 im Kreis Leer (siehe Grafik). Je niedriger der Wert, desto günstiger lebt es sich. Beim Spitzenreiter München liegt der Index bei 216 - mehr als das Doppelte des bundesweiten Schnitts also.

Der Kreis Leer beispielsweise kletterte von Platz 360 auf Platz 307

Doch das einst strukturschwache Ostfriesland machte - wie gesagt - zwischen 2004 und 2010 im bundesweiten Vergleich Boden gut. Der Kreis Leer beispielsweise kletterte von Platz 360 auf Platz 307.

Hermann Wocken, Geschäftsführer des Wirtschaftsbündnisses Ems-Achse, hält die Entwicklung jedoch keinesfalls für alarmierend. "Der Anstieg der Preise ist einfach Spiegelbild der guten wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre", sagte er. Gleichzeitig herrsche in Ostfriesland trotz des Anstiegs eben doch immer noch ein vergleichsweise niedriges Preisniveau. "Das ist weiterhin ein gutes Argument, um Fachkräfte in die Region zu locken", sagte Wocken.

Im Gegensatz zu Ostfriesland fielen andere Regionen in der Rangliste zurück: Der Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg etwa sackte von Platz 406 auf Rang 410 ab. Im sächsischen Görlitz allerdings hat sich in Sachen Rangliste nichts getan. Die kreisfreie Stadt verharrt auf dem letzten Platz - wobei das Wohnen dort noch günstiger wurde. Der Index-Wert fiel von 57,9 auf nur noch 52,8.

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Gerd
28.01.2011 um 22:21 Uhr:
In der Printausgabe stehen zufällig (?!) Ursache und Wirkung übereinander. Ein Teil der massiv steigenden Kosten machen Energiekosten für Strom und Gas aus.
Wenn für unnötige, ineffiziente und extrem kostenintensive Windparks unnötige, extrem kostenintensive neue Freileitungen gebaut werden müssen bzw. die Quadrierung des Wahnsinns: 4x mal so teure Erdkabel, nur, um den Widerstand in der Bevölkerung auszuhebeln, dann ist das kein Grund zu feiern, sondern eher zum Verzweifeln. Die Kosten werden die Normal-Verbraucher auffressen.
Friesenlord
29.01.2011 um 00:19 Uhr:
Faszinierend:
Ein Hamburger "DIENSTLEISTER" erstellt eine "STUDIE" für Ostfriesland.
Wie war das noch?
Dessen Brot ich esse, dessen Meinung habe ich?

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