Aurich

Aurich
16.03.2012

Video konnte Trio nicht überführen

Von Edgar Behrendt

Das Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingestellt. Drei Männer mussten sich vor dem Amtsgericht in Aurich verantworten. Sie behaupteten, bei einer Schlägerei im Carolinenhof selber in der Opferrolle gewesen zu sein.
Aurich - Das Amtsgericht in Aurich hat am Donnerstag ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen drei Männer aus Aurich - zwei türkische Brüder und einen Deutschen (27, 22, 22 Jahre) - wegen geringer Schuld eingestellt. Der Vorwurf, das Trio habe drei andere Männer am frühen Morgen des 6. November 2010 vor einer Disko im Carolinenhof in Aurich tätlich angegriffen und durch Schläge und Tritte ins Gesicht schwer verletzt, ließ sich nicht beweisen. Aufnahmen aus einer Überwachungskamera, die Jugendrichterin Maren Hohensee am Laptop vorführte, zeigten lediglich Verfolgungsszenen, aber keine Auseinandersetzung.

Die Angeklagten behaupteten vor Gericht, selbst in die Opferrolle geraten zu sein. "Ich bin beleidigt worden", sagte der 27-Jährige, der zur Tatzeit "ziemlich betrunken" und gar nicht in der Lage gewesen sei will, jemanden zu schlagen. Er sei nur auf die anderen zugelaufen und habe nach dem Grund der Beleidigung gefragt. Dann habe er sich sofort eine gefangen. "Wenn mein Bruder mich nicht verteidigt hätte, wäre ich halbtot gewesen", sagte er.

Dass einer der damaligen Kontrahenten, der ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe, von ihm jetzt auch noch 2000 Euro Schmerzensgeld verlange, weil er sich die Hand gebrochen habe, sei "eine Unverschämtheit".

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