Leer

Ostfriesland
03.04.2012

EWE-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs

Betriebsratschef Claus Christ (vorne) und Gewerkschaftssekretär Aloys Kiepe finden, die Kommunen sollten ihre Partnerschaft mit der EWE fortsetzen.
Betriebsratschef Claus Christ (vorne) und Gewerkschaftssekretär Aloys Kiepe finden, die Kommunen sollten ihre Partnerschaft mit der EWE fortsetzen.

Von Philipp Koenen

Die geplante Netzübernahme durch kommunale Gesellschaften sorgt für Unruhe. Die Sorge um die Arbeitsplätze der Beschäftigten in Ostfriesland bestimmte auch die Betriebsversammlung in Neermoor.
Ostfriesland - Städte und Gemeinden in Ostfriesland wollen von der EWE die Gas- und Stromnetze übernehmen. Ende des Jahres laufen die Konzessionen aus. Die Kommunen möchten die Verträge diesmal an ihre neugegründeten Netzgesellschaften vergeben statt wie bisher an die EWE. Sie wollen mit den Energienetzen selber Geld verdienen. Diese Pläne sorgen unter den Mitarbeitern des Oldenburger Energieversorgers für Unruhe. Die Angst um die Arbeitsplätze bestimmte kürzlich auch die jährliche Betriebsversammlung der Beschäftigten von EWE Netz und Vertrieb in Ostfriesland, die sich im Landhaus Oltmanns in Neermoor trafen.

Rund 250 Mitarbeiter sind in diesen Sparten für die EWE in der Region tätig, sagte der Betriebsratsvorsitzende Claus Christ (Remels) im Gespräch mit der OZ: "Die Mitarbeiter sind schon verunsichert über das, was in ihren Gemeinden passiert."

Kommunales Eigentum "ohne jegliche Bürgerbeteiligung verhökert"

Wie Gewerkschaftssekretär Aloys Kiepe von Verdi aus Emden erläutert, wären die neugegründeten kommunalen Gesellschaften verpflichtet, EWE-Beschäftigte für mindestens ein Jahr zu übernehmen. Das gelte jedoch nur fürs technische Personal in den Bezirksmeistereien, betont Betriebsratschef Christ und fragt: "Was ist dann mit den Mitarbeitern der Verwaltung?" Kiepe und Christ verweisen zudem auf die Arbeitsplätze bei den Vertragsfirmen der EWE in Ostfriesland, wie Schmidt, Wildeboer oder Bohlen & Doyen; sie könnten in Zukunft bei Aufträgen leer ausgehen.

Wie berichtet, wollen die Netzgesellschaften der Kommunen die Energienetze kaufen. Weil ihnen dafür das Kapital fehlt, suchen sie einen strategischen Partner, der das Geld mitbringt und mit 49 Prozent in die Gesellschaft einsteigt. Dieser Partner kann auch ein Privatunternehmen sein. "Was als angebliche Rekommunalisierung gestartet wurde, endet nun in einer knallharten Teilprivatisierung", meint Gewerkschaftler Kiepe. Hier werde kommunales Eigentum "ohne jegliche Bürgerbeteiligung verhökert" - und sollte eine Beteiligung sogar international ausgeschrieben werden, möglicherweise an ausländische Netzbetreiber.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Dienstag, 3. April, in der Ostfriesen-Zeitung.

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Günter
03.04.2012 um 07:33 Uhr:
Hier wird ein Horror-Szenario aufgebaut, das jeglicher Grundlage entbehrt.
Die EWE selbst könnte ja bei einer Ausschreibung die 49% erwerben.
Auch ohne "Bürgerbeteiligung".
Und es es immer noch besser, wenn die Kommunen Geld mit den Netzen verdienen, als die doch so "verbraucherfreundliche" EWE.
Hinderk
03.04.2012 um 08:03 Uhr:
Kleiner Hinweis:
Aloys Kiepe und Claus Christ sitzen im Aufsichtsrat der EWE, und beziehen dafür ein "fürstliches" Nebeneinkommen, das bei einer Übernahme der Netze durch andere Unternehmen evtl. wegfallen würde.
Ein Schelm wer böses dabei denkt.
Hans
03.04.2012 um 09:21 Uhr:
solange die EWE nicht merkt, dass Ihr Monopol gefallen ist, kümmert mich es nicht. Man rufe nur einmal in der Chefetage in Leer an. Was man da herablassend behandelt wird, ist schon nicht mehr schön !

Von daher EWE - Euer Problem ist hausgemacht. So geht man nicht mit Kunden um, wenn man nicht will, dass der Kunde sich eine andere Alternative sucht.
Maren Kramer
03.04.2012 um 09:50 Uhr:
Die EWE hat selber Schuld! Die Kommunen sind gut beraten, sich die Butter wieder auf das eigene Brot zu schmieren. Ich bin jetzt bei Büttner Energie, die sind freundlicher und günstiger!
grafschafter
03.04.2012 um 12:21 Uhr:
Die Situation ist allein dadurch entstanden. wie sich die Führungsetage der EWE gegenüber den Kunden verhalten hat, allen voran "die Strombarone" Brinker und Boekhoff. Wer sich so wie die EWE verhalten hat und auch noch jetzt verhält, muss sich nicht wundern, dass es soweit gekommen ist.
Die EWE ist heute nach dem verloren Prozess einer der teuersten Anbieter für Strom und Gas in Deutschland. Kommt da nicht bei dem Kunden der Verdacht auf, dass sich die EWE den durch den aufmüpfigen Kunden "entstandenenVerlust" über die hohen derzeitigen Preise. Vergleicht man die EWE Preise mit den sog. 4grossen, so ist die EWE im Stromangebot auch hier der teuerste Versorger.
Das der EWE deshalb weiter die Kunden weglaufen werden ist nicht verwunderlich. Vielleicht sollten die Herren der Führungsetage mal über ein verbraucherfreundliches Coaching nachdenken.
Der Aufschrei von Herrn Kiepe ist populistisch und falsch. Hier wird kein "kommunales Eigentum"verhökert. Ebenso falsch ist die Reaktion des Landkreises Leer, da er durch die Mitglieder im Aufsichtsrat befangen ist. Auch der Aufschrei der Herren Kiepe und Christ ,das Arbeitsplätze in Gefahr sind, ist so nicht richtig. Der neue Betreiber muss den Grossteil der Mitarbeiter sowieso übernehmen.
Vielmehr sollten diese Herren den Vorstand dazu bewegen, sich an der Ausschreibung mit einem preisbewusstem Angebot zu bewegen. Dann wäre doch allen geholfen, nur die EWE müsste "einen Teil des Kuchens abgeben!!!
PJ
03.04.2012 um 12:48 Uhr:
Herr Kiep redet von Dingen, von denen er offensichtlich keine Ahnung hat. Allein die Aussage hier würde kommunales Eigentum verhökert, ist schlichtweg falsch. Die älteren Leser werden sich sicherlich noch daran errinnern, als Mitgliedsbeiträge der Gewerkschaften durch den Versuch als Unternehmer tätig zu werden (Coop) Milliarden DM verpulvert wurden. Da gab es auch keine Mitbestimmung der Mitglieder. Die Herren Christ und Kiep wären gut beraten, den schwarzen Peter nicht den Kommunen zuschieben zu wollen. Sondern die Schuld für die EWE Misere beim Vorstand und Aufsichtsrat (also auch bei sich selbst) zu suchen.
Ostrhauderfehner
03.04.2012 um 13:26 Uhr:
Ohne jegliche Bürgerbeteiligung verhökert?
Aber der Bürger ist nicht gezwungen in diese neugegründete kommunale
Gesellschaft zu wechseln. Vieleicht kommt man vom" Regen in die Traufe",
was die Kosten für den einzelnen Kunden angeht? Ich würde z.B. nie
wechseln , wenn ich nicht vorher (schriftlich) von der Kommune mitgeteilt
bekomme, daß die Preise ,unter den der EWE liegen. Und Bürgermeister
als Geschäftsführer bzw. Aufsichtsräte der neuen Gesellschaft ,muss ich
auch nicht mitfinanzieren.
Damit kein Irrtum entsteht, die Geschäftspraktiken von EWE waren auch
nicht immer kundenfreundlich!
Günter
03.04.2012 um 14:17 Uhr:
@Ostrhauderfehner:

Es geht hier nur um die Netze. Die hierfür gültigen Entgelte legt die Bundesnetzagentur fest.
Der Strom, der durch die Netze fließt, kann von wem auch immer kommen.
Ostrhauderfehner
03.04.2012 um 16:08 Uhr:
Günter
Würden dann nicht die immensen Kaufkosten für die sog. Netze auf die
Kunden weitergegeben?
Alewa
03.04.2012 um 17:13 Uhr:
Für die Arbeitnehmer der EWE kann es einem leid tun, wenn sie ihre Jobs evtl. verlieren aber die EWE hat es nicht anders verdient.

Es wird Zeit, das den Raubrittern der EWE endlich der Geldhahn zugedreht wird.
Obwohl,die werden bevor es eng wird sich sicherlich die Taschen noch bis zum überquellen vollstopfen.
Günter
04.04.2012 um 06:07 Uhr:
@Ostrhauderfehner:

Nein, das geht nicht!
Heiko
04.04.2012 um 15:08 Uhr:
@Günter
Und was ist in dem Fall, wo die Einnahmen aus dem Netz nicht kostendeckend sind, Sie Schlaumeier? Wer zahlt dann wohl?
Ich nehme mal an, der Eigentümer, und das sind dann die Gemeinden!!
Denn die Netzentgelte, festgesetzt durch die DENA, sind nicht kostendeckend!
Supergrobi
04.04.2012 um 17:53 Uhr:
Einst kippte ein Sack Reis in China um, wen juckt`s!

04.04.2012 um 20:39 Uhr:
@ Heiko:

Lies doch ma die Bilanzen der EWE. Den größten Gewinn erwirtschaften die aus dem Betrieb der Netze...
Günter
05.04.2012 um 07:22 Uhr:
@Heiko:

Wenn die Netzentgelte nicht kostendeckend sind, warum sollte dann jemand - allen voran die EWE - nicht froh sein, die Netze loszuwerden ??
Oder sind die alle so sozial eingestellt, dass sie den Verlust gerne in Kauf nehmen ?

Ob ich ein Schlaumeier bin, wage ich nicht zu beurteilen. Gleichwohl enthalte ich mich eines Kommentares zu Ihren Fähigkeiten ;-)
Hinderk
05.04.2012 um 10:17 Uhr:
Heiko ist zu 99% ein Mitarbeiter der EWE, denn seine bisherigen Kommentare in anderen Foren weisen darauf hin, deshalb darf oder kann er nicht anders schreiben.
Heiko
05.04.2012 um 16:25 Uhr:
@Hinderk
Falsch! Heiko ist Ingenieur und seit Jahren Rentner, weiss aber von berufswegen (im Gegensatz zu vielen Anderen...) wovon er redet!

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