Leer

Ostfriesland
14.05.2012

Für heißes Teewasser reicht das Geld fast immer

Die Zahl derjenigen, die in Ostfriesland wegen einer Stromsperre im Dunklen sitzen müssen, ist gering.
Die Zahl derjenigen, die in Ostfriesland wegen einer Stromsperre im Dunklen sitzen müssen, ist gering.

von Gabriele Boschbach

In Ostfriesland ist die Zahl der Haushalte mit Stromsperrungen im Gegensatz zum Bundestrend nicht angestiegen. Gleichwohl gibt es nach Aussage der Verbraucherzentrale in Emden etliche, die gegen die höheren Kosten in diesem Bereich ankämpfen.
Ostfriesland - Die Ostfriesen lassen sich den Strom für ihr heißes Teewasser so schnell nicht abdrehen - und stemmen sich damit gegen einen bundesweiten Trend. Zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung kämpfen damit, die Energiekosten zu bezahlen. Deswegen wird nach Informationen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bei rund 600 000 Haushalten jährlich wegen offener Rechnungen die Energiezufuhr gestoppt.

Nach Auskunft von zwei großen Energieversorgungsunternehmen in der Region ist die Zahl der Stromsperrungen seit Jahren konstant, ja mitunter sogar rückläufig. So haben etwa die Emder Stadtwerke (SWE) im ersten Vierteljahr 2012 bei 190 ihrer 26 000 Kunden diesen Schritt vollzogen. Im Vergleichszeitraum im Jahr 2005 waren es noch 300 Kunden. Das sagte Melanie Boekhoff vom Abrechnungsservice der SWE auf Anfrage der OZ.

"Das bewegt sich im Promillebereich"

Die Differenz sei allerdings auch darauf zurückzuführen, dass der Gesetzgeber ihnen 2006 durch Änderung der Versorgungsverordnung vorgeschrieben habe, den Strom erst ab einem Außenstand von 100 Euro abstellen zu dürfen. Bevor es dazu komme, gingen zwei Schreiben an den Kunden heraus: eine Mahnung nach 15 Tagen mit der Androhung einer Energiesperre und drei Tage, bevor diese vollzogen werden soll, ein zweiter Brief mit einer Erinnerung daran.

Ähnlich gestaltet sich auch das Mahnverfahren bei der EWE. Bei dem Energieversorgungsunternehmen sei die Zahl der Stromsperren seit vielen Jahren konstant und "niedrig", wie ein Sprecher des Unternehmens in Oldenburg versicherte: "Das bewegt sich im Promillebereich." Genaue Zahlen wollte er nicht nennen. Die EWE hat nach eigenen Angaben rund eine Million Strom- und 700 000 Gaskunden.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Montag, 14. Mai, in der Ostfriesen-Zeitung.

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Gerd
14.05.2012 um 13:16 Uhr:
Die sog. Energiewende wird gerade die ärmere Mittelschicht noch viel ärmer machen. Lotto fungiert zwar auch als Armensteuer, ist aber wenigstens noch freiwillig. Die EEG-Abzocker hingegen langen hemmungslos und staatlich garantiert zu und gerieren sich auch noch als Gutmenschen und Weltretter. Geniales Geschäftsmodell!
Wardriver
14.05.2012 um 21:13 Uhr:
Wie immer auch hier. Der liebe Gerd vergisst bei seiner Dauerhetze gegen die erneuerbaren Energien leider immer die Abzocke der großen Energiekonzerne. Die Preiserhöhungen der letzen Jahre waren immer um ein vielfaches höher als die gestiegenen Kosten für die EEG Abgabe wurde aber imm mit dieser begründet. Wo also sind die wirklichen Abzocker?

Auch die Befreiung der Energie Großverbraucher, insbesondere in der Industrie, von den Netzgebühren zahlen all die von Gerd immer so bedauerten normalen Energieverbraucher. Auch hiervon wie immer kein Wort.

Doch diese Kosten gibt es bei den polemischen Hetzen gegen das EGG ja nicht, würden ja auch nicht ins Bild dieser selbsternannten "Stromkundenretter" passen. Immer nach dem Motto "wir strahlen vor Freude ob des angeblich ja so billigen Atomstromes und dies noch für Generationen".
Ostfriese
14.05.2012 um 22:23 Uhr:
Gerd, aber die Politik unternimmt rein garnichts gegen die Abzocker.
Die BRD ist m.E. mittlerweile eine Instution von Großindustrie, von
Lobbyisten und Banken. Sie hat deshalb die Bürger verloren.
Wenn ich dann noch an die selbstgenehmigten Gehälter u. Zuwendungen
der Parlamentarier /innen denke, dann bekomme ich Brechreiz.
Möchte betonen, daß ich finanz. unabhängig bin und kein Neider.
Gerd
15.05.2012 um 23:45 Uhr:
Ostfriese: Natürlich unternimmt "die Politik" rein gar nichts! Logisch. Denn die Politik ist ja DER Kostentreiber beim Strom! Dass dann auch die Versorger noch einen draufsatteln, gemäß dem Motto "merkt ja keiner" ist dann nicht verwunderlich.
Wardriver: Und wer bezahlt Sie für Ihre Meinung hier? Herr Wobben oder die Fotovoltaik-Industrie vielleicht? - Kriegt die Industrie keine EEG-Rabatte, geht sie einfach ins Ausland. Das können die meisten Bürger nicht! Deshalb müssen die Privaten stärker bluten.

Hier die schlichte Wahrheit auf Seite 16 der OZ vom 15.Mai, die Wardriver und Seinesgleichen gerne unterdrücken oder ignorieren:

"Studie: Strom bis 70 Prozent teurer
Die Energiewende hat ihren Preis. Experten gehen von einem drastischen
Aufschlag aus..."

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