Frau am Freitag
Frau am Freitag
25.05.2012
Bilder vom Glück
Weil sich zwischen all diesen Schnappschüssen vom Glück längst das Unglück eingeschlichen hat. Aber wer fotografiert das schon? Es gibt keine Bilder von streitenden Paaren, weinenden Frauen, tobenden Männern. Erst recht macht niemand Fotos von den außerehelichen "Begebenheiten". Auch Einsamkeit, Verzweiflung, Gleichgültigkeit will keiner auf Fotopapier bannen. Keine blauen Flecken, kein zerschlagenes Geschirr. Das Unglück wird ignoriert. Fotos fürs Familienalbum macht man nur vom Glück.
Und dann blättert man sich durch diese Glücksbilder und fragt sich: Was ist passiert? Wo ist das Glück hin? Es war doch genug da, reichte immerhin für zig Kartons und Ordner voller Fotos. Vermutlich aber hätten die Bilder vom Unglück, wenn man sie denn gemacht hätte, noch sehr viel mehr Kisten gefüllt. Denn Unglück war am Ende leider deutlich mehr da als Glück - sonst säße man ja nicht vor den Scherben dieser ach so glücklichen Beziehung.
Manche Glücksbilder sind aber auch einfach nur gestellt. Da ist das Unglück schon mit drauf, wird aber weggelacht. Paare sind so. Wie der Pawlow?sche Hund - das ist der, dem der Sabber schon lief, nur weil ein Glöckchen bimmelte. Denn das, so hatte der Köter gelernt, kündigte das Leckerchen an. Reiner Reflex also, funkferngesteuert, würde man heute sagen: Paare sehen eine Kamera und lachen, strahlen um die Wette. Zack, das Unglück ist unsichtbar.
Aber oft ist es eben doch da. Man spürt es. Es kriecht in einem hoch, breitet sich aus - und am Ende vertreibt es das Glück. Und während andere Silberhochzeit feiern, sitzt man alleine da, vor dem Foto, auf dem man als Brautpaar um die Wette strahlte. An diesem Tag muss man wirklich richtig - tapfer bleiben.
Und dann blättert man sich durch diese Glücksbilder und fragt sich: Was ist passiert? Wo ist das Glück hin? Es war doch genug da, reichte immerhin für zig Kartons und Ordner voller Fotos. Vermutlich aber hätten die Bilder vom Unglück, wenn man sie denn gemacht hätte, noch sehr viel mehr Kisten gefüllt. Denn Unglück war am Ende leider deutlich mehr da als Glück - sonst säße man ja nicht vor den Scherben dieser ach so glücklichen Beziehung.
Manche Glücksbilder sind aber auch einfach nur gestellt. Da ist das Unglück schon mit drauf, wird aber weggelacht. Paare sind so. Wie der Pawlow?sche Hund - das ist der, dem der Sabber schon lief, nur weil ein Glöckchen bimmelte. Denn das, so hatte der Köter gelernt, kündigte das Leckerchen an. Reiner Reflex also, funkferngesteuert, würde man heute sagen: Paare sehen eine Kamera und lachen, strahlen um die Wette. Zack, das Unglück ist unsichtbar.
Aber oft ist es eben doch da. Man spürt es. Es kriecht in einem hoch, breitet sich aus - und am Ende vertreibt es das Glück. Und während andere Silberhochzeit feiern, sitzt man alleine da, vor dem Foto, auf dem man als Brautpaar um die Wette strahlte. An diesem Tag muss man wirklich richtig - tapfer bleiben.

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