Wirtschaft

Papenburg
07.06.2012

Alle 15 Minuten rollt Nasszelle vom Band

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (rechts) beglückwünschte die Mitarbeiter von Ems Precab in einer Werkhalle.
Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (rechts) beglückwünschte die Mitarbeiter von Ems Precab in einer Werkhalle.

Von Maria Berentzen

Ems Precab hat in den vergangenen fünf Jahren zehn Millionen Euro investiert. Der Meyer-Werft-Zulieferer bietet rund 100 Arbeitsplätze in Papenburg. Die Mitarbeiter produzieren Kabinen im Akkord.
Papenburg - Uwe Muchall klopft an die Seitenwand einer Nasszelle. Hohl klingt es aus dem kleinen Badezimmer wider. "Die bauen wir hier im 15-Minuten-Takt zusammen", sagt der Produktionsleiter von Ems Precab. Der Meyer-Werft-Zulieferer feierte gestern sein fünfjähriges Bestehen. Das Unternehmen liefert Nasszellen und Kabinen als Fertigbauteile für den Kreuzfahrtriesen.

Die Kabinen laufen in einer Industriehalle über ein Fließband, das wie eine schmale Straße aussieht. Dicht an dicht reihen sie sich darauf aneinander. Über dem Band leuchtet auf einem Monitor auf, wie viele Kabinen die Monteure an diesem Tag bereits zusammengesetzt haben - oder wie viele Minuten sie im Verzug sind. "Wir können bis zu 26 Kabinen am Tag produzieren", sagt Muchall.

"Die Kabinen müssen dicht sein"

Wenn die Elektronik angebaut ist, setzen die Mitarbeiter die Zellen unter Wasser - und hoffen, dass es nirgendwo tropft. "Die Kabinen müssen dicht sein", sagt Muchall. "Wenn sie später auf einem Kreuzfahrtschiff lecken, ist das schwierig zu reparieren."

Danach bauen die Mitarbeiter Kabine und Nasszelle zusammen - "verheiraten" nennt man diesen Arbeitsschritt hier. In einer weiteren Halle lagern bis zu 600 Kabinen, im Moment ragen dort aber vor allem leere Drahtgestelle in den Raum. "Das ganze Gelände ist viel größer, als es von außen wirkt", sagt Muchall.

"Die Fertigung auf dem Fließband klappt wie am Schnürchen"

Am Mittwoch waren die Mitarbeiter der Firma zu einer Feierstunde in einer Betriebshalle zusammengekommen. Geschäftsführer Bernard Meyer dankte den Arbeitern für die gute Zusammenarbeit. Dank Investitionen von rund zehn Millionen Euro konnte Ems Precab in den vergangenen Jahren modernisiert werden. "Wir sind froh und dankbar für die Fachleute", sagte Meyer. Auch Bürgermeister Jan Peter Bechtluft beglückwünschte Ems Precab zu seinem fünfjährigen Bestehen. "Die Fertigung auf dem Fließband klappt wie am Schnürchen", lobte er.

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