Wirtschaft

Emden
14.06.2012

IG Metall: "Man kann es noch reparieren"

von Heiner Schröder

Der neue industrielle Kern Emdens ist bedroht, so die Gewerkschaft. Es gehe auch um den Zulieferer Siag Nordseewerke, meinte gestern IG-Metall-Bevollmächtigter Wilfried Alberts. Beide Unternehmen litten unter der schleppenden Umsetzung der Energiewende.
Emden - Die Krise des Emder Offshore-Unternehmens Bard bedroht "den neuen industriellen Kern Emdens". Bard sei ein Opfer der "schleppenden Umsetzung der Energiewende", sagte gestern der erste Bevollmächtigte der IG Metall Emden, Wilfried Alberts. Und das bedrohe auch den Emder Offshore-Zulieferer Siag Nordseewerke.

Alberts äußerte sich auf Anfrage der OZ zu der kritischen Entwicklung bei der Bard Holding. Das Unternehmen gelte zwar mit dem Bau des Offshore-Windparks "Bard Offshore I" allgemein als Pionier der jungen Branche, finde aber trotzdem keinen Investor. Ohne Investor, das wurde am Dienstag bei einer Pressekonferenz deutlich, kann das Unternehmen aber nicht überleben. Dann sind rund 1000 Arbeitsplätze - ein großer Teil davon in Emden - bedroht.

"Wir brauchen Unternehmen, die Anlagen bauen und aufstellen"

"Man kann es noch reparieren", meinte Alberts gestern. Allerdings seien dann Bund und Land gefordert. Die Hauptursache für die Probleme der Offshore-Branche bestünde darin, dass immer noch die Rahmenbedingungen fehlen. "Die Netzanbindung muss stehen. Sonst investiert keiner 1,5 Milliarden in einen neuen Windpark", meinte Alberts. Die letzten Monate hätten gezeigt, dass das Netzunternehmen Tennet, das sich um den Ausbau des Stromnetzes kümmern soll, mit dieser Aufgabe nicht alleingelassen werden dürfe.

Grundsätzlich hält der Gewerkschafter die Strategie von Bard für richtig. "Wir brauchen Unternehmen, die Anlagen bauen und aufstellen", sagte Alberts. Eine Insolvenz wäre auch ein großer Imageschaden für die gesamte Energiewende.

"Auch dafür braucht man einen Investor"

Die SPD-Landtagsfraktion hat in einer Reaktion auf der Bard-Neuigkeiten den Offshore-Windpark "Veja Mate" ins Gespräch gebracht. Dieser Windpark ist ebenfalls ein Bard-Projekt und schon genehmigt. Wenn er zeitnah verwirklicht werde, so die SPD, seien die Arbeitsplätze in Emden und Cuxhaven gerettet. Das Problem dabei, so Alberts: "Auch dafür braucht man einen Investor."

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