Aurich - Vor dem Auricher Schöffengericht begann am Montag der Prozess gegen einen 29-Jährigen, der in der Auricher Justizvollzugsanstalt einen Mitinsassen erpresst haben soll. Weit kam Richter Ulrich Kötting allerdings in der Verhandlung nicht, das Verfahren wurde nach kurzer Zeit eingestellt. Es stellte sich heraus, dass gegen den Angeklagten erst noch wegen einer anderen Sache ermittelt werden muss. Er soll in Leer einen Autofahrer mit einem Messer bedroht und Geld oder Drogen geraubt haben. Auf solche Vergehen mit schweren Waffen drohen laut Kötting Haftstrafen von mindestens fünf Jahren.
Im gestrigen Prozess ging es jedoch zunächst um die Erpressung im Gefängnis. Der Angeklagte soll einem anderen Häftling mit körperlicher Gewalt gedroht haben, wenn dieser nicht monatlich 50 Euro bezahle. Das Geld sollte laut Anklage an die Freundin des Angeklagten überwiesen werden. Der Erpresste hatte sich jedoch nicht einschüchtern lassen. Er wandte sich an das Personal der Justizvollzugsanstalt gewandt und berichtete von dem Erpressungsversuch.
Der mutmaßliche Täter hatte wegen eines Drogendelikts eine zweijährige Haftstrafe im Gefängnis abgesessen. Inzwischen befindet er sich in Therapie.