Emden

Emden/Borkum

AG Ems feiert 30. Jahrestag von „Borkum-Flitzer“

Die „Nordlicht“ pendelt bis heute zwischen Emden und Borkum. Bilder: AG Ems

Seit 30 Jahren ist der Katamaran MS „Nordlicht“ vor der ostfriesischen Nordseeküste unterwegs. Dabei war einige Jahre vor der Anschaffung noch über eine ganz andere Option geredet worden.

Emden/Borkum - Als die MS „Nordlicht“ am 6. April 1989 zum ersten Mal mit Gästen über das Wasser flitzte, habe man sie noch als regelrechten High-Tech-Katamaran angesehen, schreibt die Aktien-Gesellschaft (AG) Ems, für die sie auch noch heute im Einsatz ist. Inzwischen sei der Katamaran längst im Linienverkehr zwischen Emden und Borkum etabliert und befördere rund ein Drittel aller Fahrgäste auf die Insel und zurück. Mit einer Stunde Fahrtzeit benötige das Schiff nur halb so viel Zeit wie eine herkömmliche Autofähre.

Das Bild zeigt den Kapitän Tjark Beckmann (von links), Dr. Bernhard Brons (Vorstand AG Ems) und die Nautiker Tino Schuhknecht und Jann Burmeister.

Nun blickt die Reederei auf die vergangenen 30 Jahre zurück und beschreibt die „Nordlicht“ als eine Erfolgsgeschichte. Ursprünglich habe man sie für den Ausflugsverkehr angeschafft. „Es standen Fahrten zu den Seehundbänken oder nach Norderney, Helgoland und zur niederländische Insel Ameland auf dem Programm.“ Auch ab Greetsiel, Vegesack, Papenburg, Leer, Weener und Ditzum habe sie in diesen Jahren verkehrt. Darüber hinaus sei der Katamaran sogar für Feiern gebucht worden, wird der seit vielen Jahren für die AG Ems arbeitende Borkumer Kapitän Tjark Beckmann zitiert.

Technische Details

Die MS „Nordlicht“ ist 38,4 Meter lang, 9,4 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,5 Metern. Sie wird von zwei Maschinen des Typs MTU 396 angetrieben und erreicht 38 Knoten, was etwa 70 Stundenkilometern entspricht. Der Antrieb erfolgt über zwei Wasserstrahlaggregate.

Der Hauptsalon und der Kapitäns-Salon bieten Platz für 272 Fahrgäste. Gebaut wurde der Katamaran von der Fjellstrand-Werft in Norwegen. Er kostete zehn Millionen D-Mark.

Nach rund 45 000 Betriebsstunden und einer Million Seemeilen erhielt das Schiff vor zwei Jahren neue Wasserstrahlantriebe der Firma Rolls-Royce, die bis zu 23 Prozent effizienter arbeiten sollen. Der Einbau hat damals laut der AG Ems rund eine halbe Million Euro gekostet.

Auch Luftkissenfahrzeuge sollten schon die Insel bedienen

Inzwischen seien mit dem Schnellschiff fast zwei Millionen Gäste von und nach Borkum befördert worden, die Hälfte davon alleine in den vergangenen zehn Jahren. Bevor die AG Ems jedoch die „Nordlicht“ in Auftrag gab, seien im November 1983 Testfahrten ab der Knock mit einem Luftkissenfahrzeug der British Hovercraft nach Borkum durchgeführt worden. Man habe sich dann jedoch gegen dessen Nutzung entschieden. So hätte die Hovercraft an Wattflächen anlanden müssen, was zu einer zusätzlichen Belastung für die Umwelt geführt hätte, heißt es weiter.

Heute sei die „Nordlicht“ im Borkumverkehr nicht mehr wegzudenken, denn die Schnelligkeit biete der AG Ems unter anderem mehr Flexibilität mit Hinblick auf die Fahrplan-Gestaltung, insbesondere auch wenn es um die Anbindung an die Bahn gehe. „Wir sind die Insel, die am Weitesten draußen liegt. Damit werben wir auch“, wird der Geschäftsführer der Nordseeheilbad Borkum GmbH, Göran Sell, zitiert. „Daher ist es gut, dass wir neben der klassischen Fähre auch die Schnellverbindung haben.“

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