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Kreißsaal in Emden schließt am Wochenende

Der Kreißsaal in Emden schließt am Wochenende. DPA-Archivbild: Grubitzsch

von Nikola Nording und Martin Teschke

Werdende Mütter, die ihr Baby am Wochenende bekommen, können ab Freitag nicht mehr in Emden gebären. Der Kreißsaal dort schließt freitags um 17 Uhr. Der Grund: Personalmangel.

Emden - Wegen Personalmangels bleibt der Kreißsaal im Klinikum Emden ab sofort an den Wochenenden geschlossen. Das teilte der Klinikverbund Emden-Aurich-Norden mit. Es fehle an Hebammen. Weil Mitarbeiter fehlen, werde zudem die Frühchenstation im Klinikum geschlossen.

Zwei von 7,5 Hebammen-Stellen seien schon sehr lang unbesetzt. Die langfristige Krankheit einer weiteren Beschäftigten habe die Klinikleitung dann zu Schritt gezwungen. Freitags ist deswegen ab 17 Uhr Schluss im Emder Kreißsaal. Werdende Mütter, bei denen die Geburt bereits begonnen hat, werden „selbstverständlich bis zum Geburtsende versorgt“, teilt der Verbund mit. Emderinnen, die am Wochenende ihr Baby bekommen, müssen nach Aurich oder Leer ausweichen. „Es gibt im Schnitt eine bis drei Geburten am Wochenende in Emden. Das können wir in Aurich auffangen“, erklärte Andrea Janssen, Sprecherin des Klinikverbundes.

Die Gefahr, dass nun Kinder auf dem Weg ins Krankenhaus geboren werden, sieht der Klinikverbund nicht. „Es kann mal schnell gehen. Aber es ist eher selten, dass man es nicht mehr nach Aurich oder Leer schafft“, sagt die Sprecherin. Man befürchte keine Auto-Babys.

511 Kinder geboren

Bereits Ende des vergangenen Jahres war die Geburtsabteilung im Wittmunder Krankenhaus komplett geschlossen worden. In Norden kann man seit Jahren keine Kinder mehr im Krankenhaus bekommen. Im Klinikum Leer zeigt man sich überrascht von der Entscheidung in Emden. Klinikum-Sprecherin Tina Schmidt versichert aber: „Eine vermehrte Nachfrage von Gebärenden kann durch unser Mutter-Kind-Zentrum versorgt werden.“ Das Klinikum Leer rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Zahl der Geburten in diesem Jahr auf deutlich mehr als 1000 ansteigt. 2018 sind dort genau 999 Kinder entbunden worden. In Emden wurden bis zum 30. September 511 Kinder geboren.

Der Klinikverbund Emden-Aurich-Norden fordert nun, dass mehr Hebammen ausgebildet werden. „Es ist ein Problem, das wir seit zwei Jahren haben“, sagt die Sprecherin. Der Markt sei leer gefegt. Man habe sogar schon Vermittler, die Hebammen aus dem Ausland nach Emden bringen sollten, angesprochen – ohne Erfolg.

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