Aurich

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Einigung auf der Zielgeraden zum Vatertag

Draußen gibt’s auch Bierchen: Das Alkoholverbot für Außengastronomien an Himmelfahrt wurde vom Landkreis nach Gesprächen mit Dehoga-Vertretern wieder aufgehoben.Bild: Warmuth/DPA

Von Jens Schönig

Um Exzesse zu verhindern, hatte der Landkreis Aurich am Vatertag den Ausschank von Alkohol in Außenbereichen der Gastronomie verboten. Die Gastwirte reagierten sauer. Doch nun ist ein Kompromiss gefunden.

Aurich - In Biergärten und auf Restaurant-Terrassen darf an Himmelfahrt nun doch Alkohol ausgeschenkt werden – aber nur am Tisch. Auf diesen Kompromiss haben sich der Landkreis Aurich und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Wochenende geeinigt. Der Streit über die jüngste Allgemeinverfügung des Landkreises ist damit beigelegt. Ausflügler müssen auf ein Glas Wein oder ein Bier zum Essen nicht verzichten. Verboten bleibt aber der Außer-Haus-Verkauf von Alkohol am Vatertag.

Ursprünglich hatte der Landkreis den Ausschank von Alkohol in Außenbereichen generell untersagt. Damit sollten Menschenansammlungen und Alkoholexzesse verhindert werden. Der Plan hatte aber für schweren Unmut bei den Gastwirten gesorgt. Denn Himmelfahrt gehört in vielen Betrieben zu den umsatzstärksten Tagen. Viele Terrassen und Außenbereiche wären aber wohl leer geblieben, wenn man zum Essen kein Bier oder keinen Wein bekommen hätte, fürchteten die Gastronomen. Viele hatten bereits angekündigt, ihren Betrieb am Donnerstag ganz zu schließen, weil ein rentabler Betrieb nur im Innenbereich nicht möglich gewesen wäre.

Alkohol-Eskapaden nicht befürchtet

Mögliche Schließungen sind mit dem Kompromiss weitgehend vom Tisch. „Das ist eine Grundlage, auf der die Betriebe Umsätze machen können“, sagte Ute Lannte, Inhaberin der Fehntjer Coffje-Stuv in Berumerfehn. Sie hatte für den Montag eine Demonstration der Gastronomen auf dem Auricher Marktplatz angemeldet. Diese wurde nach der erzielten Einigung kurzfristig wieder abgesagt.

Auch die Klage eines Gastwirts aus Greetsiel gegen die Verfügung ist vom Tisch. „Die Klage wurde am Montagmorgen zurückgezogen“, bestätigte der Vorsitzende des Dehoga-Bezirksverbands Ostfriesland, Erich Wagner. Er äußerte sich nun zuversichtlich zum Himmelfahrts-Geschäft. „Das wird der erste richtig schöne Tag zum Draußensitzen“, sagte er. Alkohol-Eskapaden befürchtet er nicht. „Die Radfahrer können sich nicht groß betrinken, weil dort auch kontrolliert wird“, so Wagner.

Er und die Niedersächsische Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder hatten sich am Sonntag mit Landrat Olaf Meinen (parteilos) nach intensiven Gesprächen auf den Kompromiss geeinigt. „Ich habe hohe Wertschätzung dafür, was die Gastronomen in dieser schwierigen Zeit leisten. Darum freue ich mich, dass wir zusammen eine Lösung gefunden haben“, sagte Meinen. Gemeinsam mit Wagner und Kolb-Binder appellierte Meinen an die Bevölkerung, die Abstandsregeln bei den Vatertagstouren zu beachten.

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