Norden

Umwelt

Neun Millionen für die Inseln

Am Langeooger Strand wurde für die geplante Sandaufspülung eine 1800 Meter lange Dükerleitung verlegt. Archivbild: Kremer

Von Michael Hillebrand und den Agenturen

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hat seinen Jahresbericht vorgestellt – und Umweltminister Lies forderte vom Bund mehr Geld für den Ausbau und die Pflege der Deiche. Der NLWKN warnt zudem vor Folgen von Pflanzenschutzmitteln fürs Trinkwasser.

Hannover/Norden - Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat an den Bund appelliert, mehr Geld für den Küstenschutz zur Verfügung zu stellen. Weil der Meeresspiegel ansteige, seien in Zukunft jährlich 100 Millionen Euro für den Ausbau und die Instandsetzung der Deiche in Niedersachsen notwendig, sagte der SPD-Politiker an diesem Freitag in Hannover.

In diesem Jahr stehen rund 61,6 Millionen Euro für Investitionen in den Schutz der niedersächsischen Küste und Inseln zur Verfügung, davon 70 Prozent Bundes- und 30 Prozent Landesmittel. „Für den Küstenschutz sind alle 16 Länder verantwortlich, nicht nur die Nordländer“, betonte Lies bei der Vorstellung des Jahresberichts 2019/2020 des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Von den 61,6 Millionen Euro fließen 33,1 Millionen Euro in Vorhaben der Deichverbände, für landeseigene Vorhaben an der Festlandküste stehen 18,4 Millionen Euro bereit. Ein großes Projekt ist zum Beispiel der Neubau der Hadelner Kanalschleuse in Otterndorf (Landkreis Cuxhaven).

Neun Millionen für die Inseln

Neun Millionen Euro sind für Projekte auf den Inseln reserviert. Ein Schwerpunkt ist laut NLWKN in diesem Jahr die Dünenverstärkung im Westen von Juist sowie die Strandaufspülung auf Langeoog, die noch im September abgeschlossen werden soll. Eine weitere Dünenverstärkung auf Norderney stehe kurz bevor.

„Wir müssen noch intensiver Klimaschutz betreiben“, sagte Lies mit Blick auf Extremereignisse wie Sturmfluten und Starkregen. Eine Aufgabe für die Zukunft sei, die großen Regenmengen aus den Wintermonaten zu speichern, dass sie in den immer trockener werdenden Sommermonaten zur Verfügung stehen. Zur Einschätzung der Klimafolgen helfe das landeseigene Forschungsprojekt KliBiW. Die Abkürzung steht für „Globaler Klimawandel – Wasserwirtschaftliche Folgenabschätzung für das Binnenland“.

Vor-Ort-Termin mit Videoschalte

Die Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag kritisierte den Umweltminister. „Bloß die Auswirkungen der Klimakrise zu erforschen, spart noch keine Tonne CO2 ein“, sagte die Grünen-Umweltexpertin Imke Byl. „Wir brauchen in Niedersachsen endlich ein wirksames Klimagesetz mit verbindlichen Zielen, um klimafreundliche Technologien zu fördern.“ Auch die Fachbehörde müsse besser ausgestattet werden.

Zusätzlich zu dem Termin in Hannover lud auch die NLWKN-Direktion Norden zu einem Vor-Ort-Termin mit Videoschalte in die Landeshauptstadt ein, um einige weitere Punkte aus dem Bericht in den Fokus zu rücken. So sprach unter anderem Anouchka Jankowski von der NLWKN-Betriebsstelle Hannover-Hildesheim über eine zwischen 2000 und 2016 durchgeführte Messung, die Aufschluss über Pflanzenschutzmittel in niedersächsischen Böden gibt. Die Kernaussage: Niemand braucht Angst vor schlechtem Trinkwasser zu haben, aber wenn immer noch mehr Pflanzenschutzmittel ins Wasser gelangen, muss über neue Aufbereitungs-Verfahren nachgedacht oder tiefer gebohrt werden.

Der NLWKN-Jahresbericht 2019/2020 kann hier abgerufen werden.

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