Leer

Corona in Ostfriesland

Corona-Fallzahl im Landkreis Leer steigt stark an

Das Coronavirus breitet sich in Leer aus. Archivbild: dpa

Mehr als 30 Corona-Neuinfektionen, darunter auch Fälle der britischen Virusmutation: Die Corona-Zahlen im Landkreis Leer sind zuletzt stark angestiegen. Der Kreisverwaltung bereitet die Entwicklung Sorge.

Landkreis Leer - Die Zahl der positiv bestätigten Corona-Fälle im Landkreis Leer ist am Mittwoch deutlich gestiegen. Dem Gesundheitsamt wurden mehr als 30 Neuinfektionen gemeldet. Das teilte die Kreisverwaltung mit. Es wurden auch wieder Fälle mit der Virus-Mutation B.1.1.7 (britische Variante) nachgewiesen. Die Zahl der akut Infizierten steigt damit auf 210. Der Inzidenzwert liegt jetzt bei 71,4 Infektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

„Die Ausbreitung der Mutation bereitet uns Sorge“, wird Landrat Matthias Groote zitiert. Diese Variante gilt als ansteckender. Die Menschen infizieren sich leichter und schneller. „Die Mutation wird damit zu einem Treiber des Infektionsgeschehens“, so die Kreisverwaltung. Mittlerweile gebe es über das Kreisgebiet verteilt 16 solcher Cluster, in denen die Mutation nachgewiesen worden sei, mit insgesamt 90 betroffenen Personen. Unter den akuten Fällen gebe es 30 mit der Mutante.

Folgefälle in den Familien

„Insgesamt 34 Corona-Fälle stehen im Zusammenhang mit Ausbrüchen an Arbeitsstätten im nördlichen Emsland“, erläutert die Kreisverwaltung. Denn dort hätten sich mehrere Beschäftigte, die aus dem Landkreis Leer kommen, angesteckt. „Diese Infektionen sorgen immer noch für Folgefälle, vor allem im privaten Umfeld und in der Familie“, betont der Landkreis Leer. „Auf diesem, durchaus typischen Verbreitungsweg können aus zunächst wenigen Fällen in kurzer Zeit viele Fälle werden.“

Hinzu komme aktuell ein Ausbruch bei einem ambulanten Pflegedienst im Südteil des Landkreises Leer. Dort sind sowohl Patienten als auch Mitarbeiter betroffen, sagte Landkreis-Sprecher Philipp Koenen. „Westoverledingen und Weener sind derzeit Schwerpunkte des Infektionsgeschehens im Kreis Leer“, heißt es weiter. Im südlichen Landkreis Leer gibt es auch Fälle in zwei Kindergärten – im Kindergarten Stapelmoorerheide und im Kindergarten Ihrhove. Ein Kind, das die Einrichtung in Ihrhove anlässlich der Notbetreuung besucht, habe sich mit der britischen Corona-Virus-Mutation angesteckt, so Koenen

Nach Angaben von Pastor Gerold Alsmeier von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Ihrhove – der Kindergarten befindet sich in kirchlicher Trägerschaft – besuchen bis zu 50 Mädchen und Jungen die Notbetreuung. „Wir haben in enger Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt alle notwendigen Schritte eingeleitet und den Kindergarten direkt geschlossen“, sagte Alsmeier.

Gesundheitsamt weist auf geltende Regeln hin

Das Gesundheitsamt betont noch einmal, dass es notwendig sei, sich an die geltenden Regeln zu halten: Abstand halten, Maske tragen, auf Hygiene achten und auf gute Belüftung in geschlossenen Räumen. Und vor allem: Kontakte vermeiden, wo immer das möglich sei.

Darüber hinaus gibt der Landkreis Leer folgende Empfehlungen:

  • Bei der Arbeit in den Pausen nicht mit zu vielen Personen in geschlossenen Räumen zusammensitzen; besser seien versetzte Pausenzeiten mit entsprechend weniger Kontakten. Dort, wo man eng zusammenarbeiten muss, Maske tragen.
  • Jeder Einzelne könne sich am besten schützen, indem er nach wie vor möglichst wenig andere Menschen treffe.
  • Wer Symptome habe, die auf Corona hindeuten könnten, sollte zu Hause bleiben, sich beim Hausarzt melden und beraten lassen.
  • Wenn ein Verdacht auf Corona bestehe: nicht mehr zur Arbeit gehen, nicht in die Schule oder die Kita, auch nicht zum Einkaufen, sondern zu Hause bleiben, bis der Verdacht geklärt ist. Auch zu Hause solle man sich im Verdachtsfall oder wenn man positiv ist, möglichst von den anderen Bewohnern abschirmen.
Roman Ferreau 17.02.2021
19:22 Uhr
"Hinzu komme aktuell ein Ausbruch bei einem ambulanten Pflegedienst"

Ein weiteres Versagen in der Covid-19 Bekämpfung im Landkreis Leer.
Warum haben denn die Mitarbeiterinnen der ambulanten Pflege im Landkreis Leer bis heute keine Impfung erhalten, ja nicht mal einen Impftermin?

Es liegt massenweise Impfstoff von AstraZeneca in den Lagern (erst 12% genutzt!) aber man schafft es nicht den Mitarbeiterinnen ein Impfangebot zu machen?
Impfzentren laufen auf max. halber Auslastung aber man kann die durchaus impfbereiten Mitarbeiterinnen nicht impfen?

Vielleicht braucht man den Impfstoff aber auch für weitere nicht Impfberechtigte aus Politik, Verwaltung und Führungspositionen.

Den Pflegekräften rät man stattdessen, Zitat „Jeder Einzelne könne sich am besten schützen, indem er nach wie vor möglichst wenig andere Menschen treffe.“
Sollen die Pflegekräfte ihre Arbeit einstellen um Kontakte zu vermeiden?
Lothar Wagner 17.02.2021
19:32 Uhr
Die Zahlen gehen rauf und wieder runter, das geht doch nun seit Wochen schon so. Das ist auch unerheblich, einzig und allein die Zahl der Todesfälle ist zu beachten. Und die Zahlen gehen auch runter, obwohl laut Spahn die Mutation schon 25% der Infektionen ausmacht. Sie mag sich schneller verbreiten, aber gefährlicher ist sie bis jetzt nicht. Wann begreifen es endlich die Menschen, dass man einen Virus nicht ausrotten kann und er sowieso mutiert, wir können mit ihm leben, er macht den normalen Gesunden nichts, und die Alten muss man mehr beschützen. Denn Covid19 ist vor allem eine Krankheit der Alten.
Mathias Hake 17.02.2021
20:38 Uhr
Und immer diese sch.... Wischi-Waschi-Bestimmungen (auch bundesweit)!
"Kann, sollte, besser ist." klappt nicht, das hat das vergangene Jahr ja nun deutlich genug gezeigt, so dass dieses nun auch die dümmsten Politiker und Behördenleiter begriffen haben solten.
"Muss, darf nicht, hat so und so zu laufen" ist mehr als angesagt.

Sogar Klaus Kleber vom "heute-journal" hat gestern Abend den Mund nicht mehr zu bekommen, erschrocken darüber, wie schlecht vorbereitet dieser Karnevalsprinz aus NRW (Laschet) sich als CDU-Vorsitzender in die Sendung schalten lies.
Vielleicht verkneift sich endlich mal unsere MdB ihr dauerhaftes Enddarmbewohnertum und redet jetzt mal Klartext - trotz Super-Wahljahr.
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