Leer
ECE verabschiedet sich von Leer

Hamburg/Leer - Das war der letzte Versuch, jetzt ist Schluss. „Wir legen die Stadt Leer zu den Akten“, erklärt Christian Stamerjohanns, Pressesprecher bei dem Hamburger Projektentwickler für Shopping-Center ECE. „Durchaus enttäuscht“ sei man, dass die Entscheidung im Verwaltungsausschuss (VA) gegen das Mühlen-Quartier ausfiel. „Wir haben unser Bestes gegeben“, betont ECE-Projektplaner Dirk Siebels, der für das Leeraner Center zuständig war. Weiterhin halte man die Region „für sehr interessant“, so der ECE-Pressesprecher. „Wir werden jetzt aber nicht in einer anderen Stadt anfangen, ein Center zu planen“, versichert er. Man habe im Vorfeld Emden, Aurich, Leer und Papenburg unter die Lupe genommen und sich für Leer entschieden. „Wir schwenken jetzt nicht um“, betont Stamerjohanns.
Wie berichtet, war die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich zwischen Leffers und Konrad-Adenauer-Passage (Sparkasse) sowie zwischen Mühlen- und Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße am Donnerstagabend mit 5 zu 4 Stimmen im VA abgelehnt worden. Ein Mühlen-Quartier mit einer Verkaufsfläche von 14 500 Quadratmetern wird es nicht geben. Dafür planen jetzt die Kaufleute der „WIR“-Gruppe, die das Center massiv unterstützt hatten, jeweils eigene Umbaumaßnahmen – Absprachen ganz und gar nicht ausgeschlossen. Das erklärten sowohl Johannes Poppen (Leffers), als auch Harald Többens (Ceka), Cornelius Uphoff (Schuhhaus Bockstiegel) und Bernd Gröttrup gegenüber der OZ.
„Natürlich werden wir schauen, was wir gemeinsam entwickeln können“
„Leffers wird seine offensive Strategie jetzt erst recht vorantreiben“, sagt Poppen. „Wir werden noch mal drastisch ausbauen. 2000 bis 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen hinzu“, kündigt er an. Man werde aufstocken und den Parkplatz hinterm Haus bebauen. Auch auf dem Gelände von Harald Többens „wird auf jeden Fall was passieren“, kündigt er an. „Wir Unternehmer der oberen Mühlenstraße wollen etwas für die Innenstadt bewegen.“ Dafür werde man sich mit dem Stadtbaurat zusammensetzen. Aber eben auch mit der Nachbarschaft.
„Jeder muss für sich sehen, was er machen kann. Aber natürlich werden wir schauen, was wir gemeinsam entwickeln können“, so Poppen. Cornelius Uphoff, direkter Nachbar von Leffers, kündigt ebenfalls an: „Wir werden umbauen.“ Wenn man etwas gemeinsam mit anderen Mitgliedern der „WIR“-Gruppe planen könne, „werde ich das machen“. Das gilt auch für Bernd Gröttrup: „Wir werden uns auch als ,WIR‘-Gruppe zusammensetzen und sehen, was gemeinsam möglich ist“, sagt er. Und dass man mit der Stadt sprechen wolle, um zu sondieren, was man alles machen könne.
„Noch vieles möglich“ in der oberen Mühlenstraße
Bürgermeister Wolfgang Kellner hatte bereits nach der Ratssitzung erklärt, dass „nach dem vorhandenen Baurecht schon vieles möglich ist“ in der oberen Mühlenstraße. Weitere Gespräche mit ECE haben sich hingegen für die Geschäftsleute wohl erübrigt. Das Unternehmen werde sich nicht an Plänen einzelner Kaufleute oder einer Gruppe beteiligen, hieß es. Pressesprecher Stamerjohanns betont: „Fremde Entwicklungen zu finanzieren ist nicht unser Geschäftsmodell.“ Ob man Leer für immer zu den Akten gelegt hat? „Wer weiß“, sagt Stamerjohanns, „was in zehn Jahren ist.“

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