Leer

Hamburg/Leer
21.07.2012

ECE verabschiedet sich von Leer

Zu den Akten legen kann jetzt auch Bürgermeister Wolfgang Kellner, hier Donnerstagabend im Rathausflur nach der Entscheidung im VA, die Pläne für ein ECE-Center. Bild: Ortgies
Zu den Akten legen kann jetzt auch Bürgermeister Wolfgang Kellner, hier Donnerstagabend im Rathausflur nach der Entscheidung im VA, die Pläne für ein ECE-Center. Bild: Ortgies

Von Petra Herterich

Es ist kein neuer Vorstoß geplant. Leffers erweitert die Verkaufsfläche, kündigt Johannes Poppen an. Auch die anderen Kaufleute der oberen Mühlenstraße wollen umbauen. Absprachen untereinander sind geplant.

Hamburg/Leer - Das war der letzte Versuch, jetzt ist Schluss. „Wir legen die Stadt Leer zu den Akten“, erklärt Christian Stamerjohanns, Pressesprecher bei dem Hamburger Projektentwickler für Shopping-Center ECE. „Durchaus enttäuscht“ sei man, dass die Entscheidung im Verwaltungsausschuss (VA) gegen das Mühlen-Quartier ausfiel. „Wir haben unser Bestes gegeben“, betont ECE-Projektplaner Dirk Siebels, der für das Leeraner Center zuständig war. Weiterhin halte man die Region „für sehr interessant“, so der ECE-Pressesprecher. „Wir werden jetzt aber nicht in einer anderen Stadt anfangen, ein Center zu planen“, versichert er. Man habe im Vorfeld Emden, Aurich, Leer und Papenburg unter die Lupe genommen und sich für Leer entschieden. „Wir schwenken jetzt nicht um“, betont Stamerjohanns.

Wie berichtet, war die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Bereich zwischen Leffers und Konrad-Adenauer-Passage (Sparkasse) sowie zwischen Mühlen- und Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße am Donnerstagabend mit 5 zu 4 Stimmen im VA abgelehnt worden. Ein Mühlen-Quartier mit einer Verkaufsfläche von 14 500 Quadratmetern wird es nicht geben. Dafür planen jetzt die Kaufleute der „WIR“-Gruppe, die das Center massiv unterstützt hatten, jeweils eigene Umbaumaßnahmen – Absprachen ganz und gar nicht ausgeschlossen. Das erklärten sowohl Johannes Poppen (Leffers), als auch Harald Többens (Ceka), Cornelius Uphoff (Schuhhaus Bockstiegel) und Bernd Gröttrup gegenüber der OZ.

„Natürlich werden wir schauen, was wir gemeinsam entwickeln können“

„Leffers wird seine offensive Strategie jetzt erst recht vorantreiben“, sagt Poppen. „Wir werden noch mal drastisch ausbauen. 2000 bis 3000 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen hinzu“, kündigt er an. Man werde aufstocken und den Parkplatz hinterm Haus bebauen. Auch auf dem Gelände von Harald Többens „wird auf jeden Fall was passieren“, kündigt er an. „Wir Unternehmer der oberen Mühlenstraße wollen etwas für die Innenstadt bewegen.“ Dafür werde man sich mit dem Stadtbaurat zusammensetzen. Aber eben auch mit der Nachbarschaft.

„Jeder muss für sich sehen, was er machen kann. Aber natürlich werden wir schauen, was wir gemeinsam entwickeln können“, so Poppen. Cornelius Uphoff, direkter Nachbar von Leffers, kündigt ebenfalls an: „Wir werden umbauen.“ Wenn man etwas gemeinsam mit anderen Mitgliedern der „WIR“-Gruppe planen könne, „werde ich das machen“. Das gilt auch für Bernd Gröttrup: „Wir werden uns auch als ,WIR‘-Gruppe zusammensetzen und sehen, was gemeinsam möglich ist“, sagt er. Und dass man mit der Stadt sprechen wolle, um zu sondieren, was man alles machen könne.

„Noch vieles möglich“ in der oberen Mühlenstraße

Bürgermeister Wolfgang Kellner hatte bereits nach der Ratssitzung erklärt, dass „nach dem vorhandenen Baurecht schon vieles möglich ist“ in der oberen Mühlenstraße. Weitere Gespräche mit ECE haben sich hingegen für die Geschäftsleute wohl erübrigt. Das Unternehmen werde sich nicht an Plänen einzelner Kaufleute oder einer Gruppe beteiligen, hieß es. Pressesprecher Stamerjohanns betont: „Fremde Entwicklungen zu finanzieren ist nicht unser Geschäftsmodell.“ Ob man Leer für immer zu den Akten gelegt hat? „Wer weiß“, sagt Stamerjohanns, „was in zehn Jahren ist.“

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JDE
22.07.2012 um 14:03 Uhr:
ja, da baut man auf der Nesse, ist einer der größten Reederei Standorte, hat einen wunderschönen Hafen, eine Altstadt wie es sie so nirgendwo sonst gibt, also eine aufstrebende Stadt
und dann verhindert man ein Center welches Leer aufgewertet hätte als eine in die Zukunft gerichtete Stadt.
Real Supergrobi
22.07.2012 um 15:49 Uhr:
Leer hat eine Chance vertan, die es als so schnell nicht wiedergutmachen kann, lediglich gescheitert an der Selbstgerechtigkeit einiger vertrockneter "Mitbürger". Eine Brille brauchen diese Leute auch, aber wenn man die Augen vor der Zukunft verschließt, dann ist es auch egal, es ist ja nicht die eigene, denn die ist ja schon längst vorbei, aufgrund des fortgeschrittenen Alters. Zukunft schreibt man anders, nicht so, wie es diese langweiligen "Kleinbürger" getan haben. Es ist auch kein Wunder, dass die Intelligenz abwandert, da man in dieser Stadt keine Zukunft hat, sondern sich lieber an die Zeit von vor 35 Jahren erinnert, denn genauso mutet die Fußgängerzone an. Weiter so Schlafmützen!
frank Egert
22.07.2012 um 19:50 Uhr:
Hängt die Zukunft einer Stadt wie Leer denn wirklich von einem Einkaufszentrum - "modern" und steril - ab? und zum "flanieren" und erleben braucht man sowas auch nicht unbedingt, die Innenstadt wird dadurch eher kaum MEHR mit Leben erfüllt, im Gegenteil, es wird weiter konzentriert und ob in einem solchen Zentrum die einzelnen Läden und Boutiquen eine reelle Überlebenschance hätten...? aber wer DAS haben will bitte - Multi-Süd und der Ems-Park bieten solch in sich abgeschlossene Sterilität und "Flanier"-Möglichkeit.
Weeneraner
23.07.2012 um 14:41 Uhr:
Schade Leer - in anderen Städten wird heftig um Investitionen für die Innenstadt geworben, in Leer hat man diese offenbar nicht nötig. Statt einer Stadtgalerie wird dann vermutlich irgendwann ein weiteres EKZ auf der grünen Wiese gebaut - davon gibt es ja erst zwei...
Maria W
23.07.2012 um 15:34 Uhr:
Wie schön, daß die als Alibi-Veranstaltung verschrieene Planungswerkstatt doch noch zu einem guten Ergebnis geführt hat. Inwiefern ein Einkaufscenter die Zukunft einer Stadt bestimmen soll, war nie eingängig.
kwieklaus
23.07.2012 um 18:49 Uhr:
@Maria W : Wieso hat die Planungswerkstatt zu einem guten Ergebnis geführt und was hat das mit den ECE Gegnern zu tun ?
Sowohl die Stadt (auch die Ratsmitglieder) und die Herrschaften der Altstadt sowie der unteren Mühlenstrasse, müssen erst einmal beweisen ob und wozu sie in der Lage sind !
Sprüche sind genug geklopft, ich möchte Taten sehen !
Bisher ist kein Plan vorgelegt worden und die vielen "Investoren" ruhen immer noch !?
Die Ablehnung eines ECE bedeutet noch nicht die Modernisierung der Fußgängerzone, hier muß noch hart gearbeitet werden. Oder fehlen noch Spenden ? Denn Investitionen haben bisher nur die Banken in Leer gezeigt. Eine rühmliche Ausnahme ist wie immer das Modehaus Leffers, die reden nicht sondern handeln ((erweitern) ! Das ist ein gutes Beispiel, nicht die Mitglieder und Bremser der BI .
In Leer gibt es viel zu tun, da reicht es nicht wenn man Abfallbehälter bunt anmalt !
ExLeeraner
24.07.2012 um 11:19 Uhr:
@Real Supergrobi: Vollkommen korrekt die Aussage.

Ich wünsche den Mitbürgern viel Erfolg mit Ihrem "Rentendasein" ... weil das ist leider Leer nur noch.
Die jüngeren Leute wandern sowieso ab ... zumindest die eine Zukunft haben wollen (außer Kinder produzieren und Hartz4) ... aber das schlimmste was ich finde ist ... diese Scheinheiligkeit ... Fahren mit dem Auto nach Oldenburg zum shoppen, nach Groningen ... selbst nach Oberhausen um in einem Center einzukaufen ... das kann ich leider nicht verstehen.

Dann seit auch bitte so konzequent und geht nicht in den Ketten einkaufen, H&M, C&A, Expert, McDonalds ... die machen auch das schöne Leer kaputt. Weil in den Ketten geht auch schön die Gewerbesteuer in den anderen Bundesländern ... na toller Erfolg für Euch !

Neben dem Emstunnel ist noch viel grün ... wie wäre es noch mit einem Multi³ ... weil damit habt Ihr anscheinend keine Probleme. Und überlegt Euch mal, die netten Bewohner aus Nüttermoor ... was Ihr denen mit dem Emspark angetan habt .... einfach alles nur fake ;(

Möge die Rente mit Euch sein ...
AST
03.08.2012 um 20:42 Uhr:
Ja, und wieder einmal hat man hier gezeigt, diese sog. Bürgerinitiative voran, das Ostfrisland an Fortschritt und Weiterentwicklung nicht interessiert ist. Man lebt hier eben lieber die nächsten 50 Jahre weiter hinter dem Mond. Wann werdet Ihr endlich begreifen, dass Ihr was für Eure Region tun müsst - das ECE wäre wenigstens mal ein kleiner Schritt in die richtige Richtung gewesen. Es wäre schon toll, wenn man nicht erst 70 km fahren muss, um mal wenigstens ein paar gescheite Shops zu finden und sich nicht mit diesem Billigkram von Kick etc. zufriedengeben muss - oder alles im Internet bestellen muss. Wäre ein tolle Chance gewesen, Arbeitsplätze, endlich mal was Neues, erster Schritt für weitere Investoren um die Region zu pushen... Aber wer nicht will - der soll in seiner kleingeistigen, kurzsichtigen und zurückgebliebenen Welt weiterleben. Und wieder: Ostfriesland wird sich mit diesem Denken nicht weiterentwickeln. Es wird immer die Region bleiben, die nichts aus sich macht - weil die Mehrheit der alteingessenen Mitbürger dies nämlich gar nicht will. Wirklich schade - kein Wunder, wenn hier nur noch Alte Leute leben wollen und die Jungen abhauen. Perspektivisch wird die gesamte Region mit ihrer unfortschrittlichen Einstellung in jeder Hinsicht LEER ausgehen.

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