Emden
„Wältmeister“ erobern das Watt

Upleward - Es wurde gejohlt, geklatscht und gefeiert – mancher, der am Sonnabend zum 29. Schlickschlittenrennen gekommen war, mag vielleicht an die Zeiten von Brot und Spielen im alten Rom gedacht haben. Bekanntermaßen ging es bei den damaligen Wettkämpfen auch recht schmutzig zu – nur sicher nicht ganz so lustig wie am Deich bei Upleward. Rund 4 000 Zuschauer erlebten den „Karneval im Watt“, wie die Veranstaltung auch gerne genannt wird, bei schönem Wetter, Ebbe und bester Stimmung. 150 „Wattlethen“ nahmen die Herausforderung auf glitschigem Terrain an.
„Wir sind super zufrieden“, lautete das Fazit von Ludger Kalkhoff, Geschäftsführer der Touristik-GmbH Krummhörn-Greetsiel. Auch das Programm am Nachmittag für Familien sei sehr gut angenommen worden.
Seit dem vergangenen Jahr gibt es eine Kooperation zwischen dem Schlickschlittenrennen in Upleward und der „Wattolümpiade“ in Brunsbüttel. Unter dem Motto „Schmutziger Sport für eine saubere Sache“ unterstützen beide Veranstaltungen die Niedersächsische Krebsgesellschaft. Auktionator Johannes Wallow aus Norden versteigerte vor Beginn der Spiele am Sonnabend fünf Schlickschlitten, die bei den vergangenen Rennen zum Einsatz gekommen waren. Außerdem konnte sich jeder Besucher mit einer Spende beteiligen. Wer mehr als zwei Euro spendete, nahm gleichzeitig an der Verlosung eines Strandkorbs teil.
Die Teams kamen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und sogar aus Indien
Ganz neu war in diesem Jahr die Ausrichtung einer sogenannten „Wältmeisterschaft“ beim Schlickschlittenrennen. „Mit Ä, um zusammen mit den Brunsbüttelern sozusagen das Ä und Ü des Wattsports zu bilden“, erklärte Kalkhoff. Dabei traten Teams mit jeweils vier Teilnehmern aus ganz Deutschland, Indien und den Niederlanden gegeneinander an. Das indische Team, angeführt von „Lovely und Monty“, wurde von Robert Koch und David Witte unterstützt und ging im Auftrag eines privaten Fernsehsenders an den Start. Angesichts solch internationaler Beteiligung ertönten daher am Sonnabend alle drei Nationalhymnen in der Wattarena. Nach einem kleinen „Warm-Up“ mit Trommel-Rhythmen der Emder Samba-Gruppe „Absurdo“ ging es los. Wie gehabt, mussten sich die Teams zunächst im Wattfußball, Watthandball und an der Aalsprint-Staffel behaupten. Von den bunten Kostümierungen war bald kaum noch etwas zu erkennen. Sie verschwanden früher oder später unter einer dicken Schlickschicht – zur Begeisterung der Zuschauer. Manchmal flog auch ein Ball ins Publikum, was mit lautem Gelächter und einem vergnügt-erschrockenen „Iiiiiih“ quittiert wurde.

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