Emden

Campen
30.07.2012

Kinder schnippeln Gemüse für Genussmarkt-Suppe

Stefan Janssen „brutzelte“ auf dem Genussmarkt die neue Spezialität „Ostfriesische Gemüse-Paella“. Bild: J. Schröder
Stefan Janssen „brutzelte“ auf dem Genussmarkt die neue Spezialität „Ostfriesische Gemüse-Paella“. Bild: J. Schröder

Von Janeke Schröder

Mehr als 2000 Besucher probierten und kauften am Sonntag in Campen Marmelade, Käse, Wurst und mehr. Mit der Veranstaltung setzen sich das Landwirtschaftsmuseum und Slow Food Ostfriesland für nachhaltige, artgerechte und faire Produktionsbedingungen von Lebensmitteln ein.

Campen - Ein voller Erfolg war der 2. Genussmarkt am Sonntag im Ostfriesischen Landwirtschaftsmuseum in Campen. Mehr als 2000 Besucher probierten und kauften Produkte von 28 regionalen Erzeugern. Es gab Bier, Wurst- und Schinkenspezialitäten, Käse, Liköre, Marmelade, Fisch und mehr sowie alles für den schön gedeckten Tisch vom Geschirr bis zur Tischwäsche. Aktiv ins Konzept des Genussmarktes eingebunden wurden Kinder. Sie schnippelten Gemüse, aus dem eine herzhafte Suppe am offenen Feuer gekocht wurde.

Entstanden ist der besondere Markt aus einer Zusammenarbeit des Landwirtschaftsmuseums mit der ostfriesischen Slow-Food-Gruppe. Slow Food ist eine weltweite Vereinigung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen kurzfristige Profitgier und industrielle Massentierhaltung in der Lebensmittelindustrie vorzugehen. „In Zeiten, in denen fast jede Woche ein neuer Lebensmittelskandal durch die Medien schwirrt, wächst das Bedürfnis der Menschen, etwas über die Herkunft der Nahrung zu erfahren“, sagte Sonja Wiltfang, Leiterin des Landwirtschaftsmuseums. Daher wolle man mit Slow Food „gute, saubere und faire Produkte aus der Region anbieten“.

Fertigprodukte sind im Endeffekt nicht günstiger, als die Zutaten selbst zu kaufen und zu kochen

„Die Globalisierung ist nicht gut für den Menschen, weil der Körper nur für Produkte aus der Region gebaut ist“, meint Hobbyimker Johann Poppen, der mit einem Stand auf dem Genussmarkt vertreten war. Er habe beobachtet, dass der Trend wieder zum Wochenmarkt und zu frischem Gemüse gehe. Heike Weyers aus Altharlingersiel kann das bestätigen. Sie hat sich mit der Herstellung von Marmelade selbstständig gemacht. „Da weiß man einfach, wo das Essen herkommt, und das Vertrauen ist da.“ Selbst gemachte Ware sei im Kommen, so die 39-Jährige. „Das merkt man daran, dass die Arbeit zunimmt. Ich muss mehr anbauen und mehr kochen“, so Weyers.

Regina Fette von Slow Food Ostfriesland erläuterte, dass Fertigprodukte im Endeffekt gar nicht günstiger seien, als die Zutaten selbst zu kaufen und zu kochen. Ein deutliches Anzeichen dafür, dass „saubere Produkte“ wieder mehr nachgefragt werden, sei, dass auch Discounter schon auf die Bio-Schiene umspringen. „Die Menschen möchten wissen, wo das Essen herkommt, und sie beginnen, das zu hinterfragen. Dafür gibt man dann auch mal ein bisschen mehr Geld aus“, ist die Münkeboerin überzeugt.

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