Leer

Mit raffiniertem Jazz durch die Gefilde der Musik

Fietje Ausländer
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Von Fietje Ausländer
| 02.11.2012 10:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
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Mit seinem Quintett gastierte Gerry Hemingway in der Konzertreihe „Jazz live im Speicher“ in Leer. Es war der einzige Auftritt in Deutschland. Der Schlagzeuger zeigte sich dabei zugänglich wie selten.

Leer - Seine Klangkunst sei stellenweise „streng“ und „spröde“, auf jeden Fall immer sehr „komplex“, heißt es in einschlägigen Jazzlexika. Mit seinem aktuellen Quintett allerdings, das jetzt im voll besetzten Kulturspeicher Leer gastierte, demonstrierte der US-amerikanische Schlagzeuger Gerry Hemingway, dass er noch viele Seiten mehr hat.

Wohl selten hat man den experimentierfreudigen Musiker zugänglicher erlebt: Wer wollte, konnte in den Stücken des Abends, die überwiegend vom neuen Album des Quintetts, „Riptide“, stammten, auch immer wieder populäre beziehungsweise traditionelle Klänge und Einflüsse entdecken. Hemingways raffinierte Kompositionen verschmolzen zu einem Konzertprogramm, das rhythmisch zupacken und mitreißen konnte und dabei immer auch Ausbrüche in freiere Jazzgefilde zuließ.

Erinnerung an schwer kranken Vater

Auf ganz andere Weise traf die Zugabe ins Jazzherz des Publikums. „At Anytime“, so erzählte Hemingway vorweg, sei entstanden, als sein Schwiegervater schwer krank im Krankenhaus lag. Er erinnerte dabei auch an die kürzlich verstorbenen Jazzsaxofonisten David S. Ware und John Tchicai.

Für Hemingway und seine Musikerkollegen ging es tags darauf weiter nach Linz in Österreich. Im Rahmen ihrer Europatournee war ihr Gastspiel in Leer das einzige in Deutschland.

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