Frau am Freitag

Frau am Freitag
14.06.2013

Herr Professorin?

Von Petra Herterich

Lassen wir unserer politischen Unkorrektheit heute mal freien Lauf und geben es zu: Ja, unsereiner verlangt immer noch Negerküsse, Schokoküsse werden nicht gekauft. Wir lieben den Sarotti-Mohr und sind trotzdem gegen Diskriminierung. Wir fanden die Bankkauffrau mehr als gewöhnungsbedürftig und weigern uns weiter standhaft von Bürgerinnen und Bürgern zu schreiben. Und erst recht, meine Damen und Herren, erst recht wird die Frau am Freitag niemals irgendjemand mit „Herr Professorin“ begrüßen. Was, zur Hölle, soll der Quatsch, den sich die Uni Leipzig da ausgedacht hat?

Soll das die Gleichstellung voranbringen? Wohl kaum. Es ruiniert eher die Grammatik. Es scheint, im Moment gibt es scheinbar nichts politisch Unkorrekteres als das Geschlecht: Der Gott soll es nicht mehr sein, die Göttin auch nicht. Unsere Familienministerin schlug glatt „das Gott“ vor – das verschlug dann sogar der Frau am Freitag die Sprache. Sie hat zu diesem Artikel-Kauderwelsch geschwiegen. Aus männlich mach weiblich, aus beiden wird sächlich. Aber nun ist Schluss: Herr Professorin, Sie haben die Grenze überschritten!

Wird die Frau am Freitag nach ihrem Beruf gefragt, sagt sie: Besserwisser – gut, von uns aus kann es auch Besserwisserin heißen. Aber sicher nicht: Herr Besserwisserin. Der, die, das, wer, wie, was – sind wir denn immer noch in der Sesamstraße? Da haben’s die Engländer doch besser – bei denen sind Männlein wie Weiblein einfach „the“. Bitte: the Professor – fertig. Im Übrigen gibt es Dinge, die haben rund um die Welt verschiedene Geschlechter. Der Mond ist zum Beispiel so’n Ding. Bei uns ist der ein Kerl, vom Artikel her. Bei den Franzosen ist es eine Frau „la lune“ – die Mond. Sollen wir uns auf das Mond einigen? Wenn’s nach „Herr Familienministerin“ geht. . .

Lassen wir doch einfach jedem sein Geschlecht. Dieses politisch Überkorrekte geht unsereiner echt tierisch auf den Keks. Uns Frauen fällt doch kein Zacken aus unserer Krone, wenn wir unter die Herren der Schöpfung fallen: Bürger, Schüler, Mitarbeiter – klar sind wir Frauen dabei. Die Frau am Freitag holt sich jetzt erstmal einen Negerkuss – nein, nicht von Herrn Redakteurin, sondern vom Herrn Bäckerin. Bitte, bitte: tapfer bleiben!

Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel

Sie können maximal 1500 Zeichen eingeben.

Boris Beckerin
16.06.2013 um 12:37 Uhr:
Hallo!?
Haben Sie verstanden worüber Sie da schreiben?
Nein?
Nein!
Bitte schauen Sie doch mal ins bildblog.de. Dort wird es korrekt erklärt.
Danke
gabriel schmidt
16.06.2013 um 13:07 Uhr:
Bitte informieren Sie sich doch gründlich, bevor sie solchen einen Blödsinn online stellen.
Das wirft kein gutes Bild auf Ihre journalistische Kompetenz.

http://www.bildblog.de/49785/wenn-sprache-die-wirklichkeit-besiegt/
Mathias Freese
17.06.2013 um 11:03 Uhr:
Hallo Frau Frau am Freitag!
Auch ich habe am Wochenende im Heimaturlaub ihren Kommentar "Herr Professorin?" gelesen und musste mich doch sehr wundern. Zwar sind - zugegeben - wohl so ziemlich alle deutschen Medien dem Spiegel auf en Leim gegangen und haben sich abfällig über das, was da vorgefallen ist, geäußert. Doch hat die Uni Leipzig schon am 6. Juni diese PM herausgegeben: http://www.zv.uni-leipzig.de/service/presse/pressemeldungen.html?ifab_modus=detail&ifab_uid=9718db12ca20130617105537&ifab_id=4994
Zudem verbreitete sich der schon gepostete bildblog-Bericht online auch schon vor einer Woche.
Ostfriesen leben nicht hinter dem Mond, Frau Frau am Freitag!
Schöne Grüße.

Die Online-Angebote der Zeitungsgruppe Ostfriesland

© ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH - Made with newsdirect