Aurich
Die Kettensäge kreist am Hohen Wall
Am Dienstag beginnt mit dem Fällen von Bäumen die Umgestaltung auf dem historischen Areal in Aurich. Nach Angaben der Stadt müssen 32 Birken und Erlen weichen. Im April wollen die Planer die Verbreiterung des Grabensystems in Angriff nehmen.
Aurich - Am Hohen Wall kreist ab Dienstag die Kettensäge. Auf dem historischen Areal, das früher eine militärische Befestigungsanlage war, werden 32 Bäume gefällt. Die Birken und Erlen müssen weichen, weil die Grünanlage in diesem Frühjahr umgestaltet werden soll. Nach reiflichen Auseinandersetzungen mit den Entwürfen des Büros Müller-Glaßl aus Bremen hatte sich die Politik im Sommer 2013 dafür ausgesprochen, den Graben am Hohen Wall auf sechs Meter verbreitern zu lassen. Außerdem sollen Wege saniert und Brücken erneuert werden.
Stadtbaurat Tilman Petters und seine Mitarbeiterin Tanja Ahrens betonten am Dienstag bei einem Ortstermin, dass die Bäume, die direkt zum Naturdenkmal Hoher Wall gehören, auf jeden Fall erhalten bleiben. 32 umliegende Bäume könne man nicht stehen lassen, weil deren Wurzeln nach der Verbreiterung des Grabens gekappt werden müssten. Das überlebe kein Baum. Stämme und Kronen seien von einem Baumsachverständigen unter die Lupe genommen werden. „Wir können auch ausschließen, dass Fledermäuse in den Bäumen Unterschlupf gesucht haben“, sagte Petters. Das hatte ein weiterer Sachverständiger festgestellt.
Im April sollen die Arbeiten am Wassersystem beginnen. „Derzeit ist die Ausschreibung in vollem Gange“, sagte Tanja Ahrens. Der Graben soll nicht nur in Richtung Von-Jhering-Straße verbreitert, sondern auch vertieft werden. Die Randzonen wollen die Planer befestigen, weil dann in Zukunft die Pflege des Areals einfacher sein wird. Grundlage für die Arbeiten sind historische Vorlagen. Früher war der Graben sehr viel ausladender als heute. Derzeit ist er im Schnitt 4,50 Meter breit, wird aber beim Blick von oben deutlich schmaler wahrgenommen. Auf diesen Effekt hatte Frank Glaßl wiederholt hingewiesen. Der Landschaftsarchitekt hatte ursprünglich eine Ausbaubreite von acht Metern angeregt. Damit war die Politik nicht einverstanden. In den Ausschusssitzungen waren wiederholt Diskussion über den Sinn und die Kosten der Sanierung aufgeflammt.