Norden

Upgant-Schott
10.12.2010

Wenn einem im Alltag alles zu viel wird

Von Tatjana Gettkowski

Andree Kruse aus Upgant-Schott will eine Selbsthilfegruppe für Betroffene des Burnout-Syndroms gründen. Außenstehende haben oftmals keinerlei Verständnis für diese Erkrankung, hat der 35-Jährige festgestellt.
Upgant-Schott - Andree Kruse fühlt sich oft schlapp und lustlos, er leidet unter Kopfschmerzen und wird von Müdigkeit übermannt. Dabei ist der 35-Jährige körperlich völlig gesund. "Es hat lange gedauert, bis ich mir selbst eingestehen konnte, dass die Ursache für meine Beschwerden seelische Probleme sind", sagt der Mann aus Upgant-Schott. Er leidet unter dem sogenannten Burnout-Syndrom - ein Zustand totaler Erschöpfung. Doch geschlagen geben will Kruse sich seiner Krankheit nicht. Er will eine Selbsthilfegruppe für Betroffene gründen.

An den Symptomen leidet Kruse schon seit mehreren Jahren. Den Grund dafür hat er inzwischen erkannt. "Bei mir liegt es an der Arbeitsüberlastung." Während andere Betroffene von der Familie überfordert seien, müsse er im Beruf Verantwortung übernehmen. "Dadurch setze ich mich unter Druck." Sein selbst gesetztes hohes Arbeitspensum schaffe er dadurch nicht. "Man wird zu stark gefordert, es wird einem alles zu viel", beschreibt er, was in ihm vorgeht. Seine Familie stehe hinter ihm. Er weiß aber auch, dass Außenstehende oft kein Verständnis für seine Probleme haben. "Viele denken: Der stellt sich an und hat bloß keine Lust zum Arbeiten."

Durch die Gründung der Selbsthilfegruppe möchte er ein positives Vorbild geben und andere dazu bewegen, sich ihren Problemen zu öffnen. "Vor allem Männer zeigen ihre Schwächen nicht gerne. Viele Beziehungen gehen dadurch kaputt." Kruse hat in verschiedenen Zeitungen Kleinanzeigen für die Gründung der Selbsthilfegruppe geschaltet. Die Resonanz war groß. "15 Leute haben sich bisher gemeldet." Demnächst ist ein erstes Treffen geplant.



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