Wirtschaft

Ostfriesland

Handwerk: Blendende Lage – und wartende Kunden

Für Kunden ist der Boom im Handwerk nicht unbedingt erfreulich. Symbolbild: scusi - Fotolia

Die Betriebe in der Region sind laut Handwerkskammer gut ausgelastet. Kunden müssen sich weiter auf längere Wartezeiten einstellen – und auf steigende Preise.

Ostfriesland - Die Situation der Handwerksfirmen in der Region ist nach Angaben der Handwerkskammer für Ostfriesland weiterhin blendend. Kunden müssten sich dagegen auch in nächster Zeit noch auf längere Wartezeiten sowie auf steigende Preise einstellen. Bei der Frühjahrsumfrage zur Konjunktur hätten 94 Prozent der befragten Betriebe angegeben, dass ihre Geschäftslage gerade gut oder befriedigend ist, teilte die Kammer am Dienstag mit. Für die Erhebung gaben 263 Unternehmen Auskunft.

Deren Erwartungen an die Entwicklung in den nächsten sechs Monaten fielen allerdings verhaltener aus als im Vorjahr. „Rund ein Drittel der Befragten rechnet damit, dass das Wirtschaftsbarometer im Sommer ansteigt“, so die Kammer. „Im Frühjahr 2018 waren es noch 44 Prozent.“ Wegen der eingetrübten Erwartungen fiel der Geschäftsklima-Indikator von 144 Punkten im Vorjahr auf nun 139 Punkte. Der Indikator bündelt die gegenwärtige Lage und die Aussichten der Betriebe. Die Kammer spricht von einem weiter beachtlich hohen Niveau.

„Die Materialkosten und Löhne steigen“

Für die Kunden ist der Boom im Handwerk nicht unbedingt erfreulich. Das Warten auf den Handwerker werde sich „eher noch zuspitzen“, wird Kammer-Hauptgeschäftsführer Jörg Frerichs in der Mitteilung zitiert. „Uns fehlt es einfach an Fachkräften.“ Besonders in den Ausbaugewerken seien die Betriebe nicht in der Lage gewesen, alle offenen Stellen zu besetzen.

Kunden müssen sich nicht nur auf Wartezeiten einstellen, sondern auch darauf, dass die Preise im Handwerk anziehen – vor allem in der Lebensmittel- und der Baubranche. „Die Materialkosten und die Löhne steigen“, so Frerichs.

Der Bauboom lasse in Ostfriesland langsam nach, heißt es von der Kammer. Bezogen auf das Bauhauptgewerbe sank der Geschäftsklima-Indikator im Vorjahresvergleich von 145 auf 141 Punkte. Im Ausbau-Handwerk ging er gar von 145 auf 135 Punkte zurück. Vor allem dieser Bereich habe mit einem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen. „Es fehlen vor allem Fachkräfte wie Elektrotechniker oder Installateure und Heizungsbauer“, so Frerichs.

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