Ostfriesland

Weihnachtsaktion: OZ sammelt wieder Spenden

Bei ihrer Weihnachtsaktion sammelt die Ostfriesen-Zeitung Spenden. Bild: Pixabay

Von Vera Vogt

Wegen Erkrankungen, Behinderungen oder ihrer Herkunft erleben Menschen oft Ausgrenzung und Isolation. Bei ihrer alljährlichen Weihnachtsaktion sammelt die Ostfriesen-Zeitung Spenden für zwei regionale Vereine, die dem entgegenwirken.

Ostfriesland - Zum 33. Mal ruft die Ostfriesen-Zeitung in diesem Jahr ihre Leser auf, für wohltätige Zwecke zu spenden. Das Geld der Weihnachtsaktion kommt Organisationen in der Region zugute.

In diesem Jahr gehen die Spenden an den Förderverein Kontaktstelle Dwarsloopers für psychisch Erkrankte in Aurich und Wiesmoor, sowie an die integrative Theaterwerkstatt Theartic aus Emden. Das Spendenkonto ist im Kasten rechts aufgeführt.

Integrative Theaterwerkstatt

Ulrike Heymann (Mitte) leitet unter anderem die Proben des „Ensemble Theartic“, der Theatergruppe für Erwachsene. Die Stücke, die geprobt werden, schreibt die Emderin selbst und führt auch Regie. Bild: Doden

Die integrative Theaterwerkstatt Theartic wurde 2002 von Ulrike Heymann gegründet. Sie hat Musik studiert und war als Musiklehrerin für Quer- und Blockflöte an der Musischen Akademie in Emden tätig. Mit Mitte 40 erfuhr sie, dass sie wegen einer genetischen Erkrankung ihr Hörvermögen verlieren wird und an einer neurologischen Krankheit leidet. „Mir wurde klar, dass ich meinen Beruf nicht bis ans Lebensende ausüben kann“, sagt die 65-Jährige. Eines stand fest: Der Musik und der Kunst würde sie trotz ihrer Behinderung nicht den Rücken kehren. Sie ließ sich zur Theaterpädagogin ausbilden und rief „ein Angebot für sogenannte Behinderte und sogenannte Nichtbehinderte jeglicher Herkunft“ ins Leben, erklärt Heymann.

Mittlerweile hat der Verein rund 90 Mitglieder. „Es gibt Theatergruppen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, einen Chor und ein Stomp-Ensemble, in dem Musiker stampfen und trommeln“, sagt die 65-Jährige. An Darstellern und Zuschauern bei seinen Aufführungen mangelt es dem Verein nicht – aber an Platz. „Wir haben keine eigenen Räume. Proben mit Kostümen und Bühnenbild sind nur kurz vor den Auftritten möglich. Transport und Abbau der Requisiten sind für uns nicht zu stemmen“, erklärt Heymann. Das stelle auch Mitglieder mit Orientierungsschwierigkeiten vor Probleme. „Eigene Räume sind unser Traum.“

Anlaufstelle für psychisch Erkrankte

Für die Dwarsloopers sind die zweite Vorsitzende des Fördervereins, Linda Bloem (von links), Sozialpädagogin Anne Bünting und der erste Vorsitzende Gunther Siebels-Michel verantwortlich. Bild: Ortgies

Der Förderverein Kontaktstelle Dwarsloopers bietet seit 2004 eine Anlaufstelle für psychisch Erkrankte. Die Kontaktstelle ist eine Einrichtung des sozialpsychiatrischen Dienstes des Landkreises Aurich und wird durch den gemeinnützigen Förderverein unterstützt. „Alles, was in den Räumen stattfindet, finanziert der Förderverein aus Mitgliederbeiträgen oder Spenden“, sagt der erste Vorsitzende des Fördervereins, Gunther Siebels-Michel. Zu den Angeboten gehören eine Frühstücksrunde, gemeinsames Kochen, Ausflüge und Kunstkurse. Der Name Dwarslooper kommt aus dem Plattdeutschen und bedeutet Strandkrabbe (wörtlich: Querläufer). Das passt auch zu einem besonders beliebten Angebot, für das den Dwarsloopers seit längerem das Geld fehlt: Ausflüge zu den Ostfriesischen Inseln.

Weihnachtsaktion der Ostfriesen-Zeitung

Unterstützen Sie mit uns den Förderverein Dwarsloopers in Aurich als Kontaktstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und den Verein Theartic, der als Theaterwerkstatt auch gehandicapten Menschen jeglicher Herkunft die Möglichkeit gibt, sich künstlerisch zu entfalten.

Spendenkonto: IBAN DE 55 2855 0000 0030 0038 00, Sparkasse Leer Wittmund

Stichwort: OZ-Weihnachtsaktion 2019

„Generell geht es darum, dass die Menschen sich nicht alleine fühlen“, sagt Siebels-Michel. Psychische Erkrankungen führten oft zur sozialen Isolation. „Besonders der Kontakt mit Menschen, die nachvollziehen können, wie es einem geht, ist wichtig“, sagt der Auricher. Das unterstreicht auch Sozialpädagogin Anne Bünting vom Landkreis Aurich. „Ich führe Beratungen in der Kontaktstelle durch“, sagt sie. Dabei gehe es unter anderem um die Beratung von Angehörigen psychisch Kranker. „Betroffene kommen auch täglich her, um hier Zeit zu verbringen“, so Bünting. Dabei sei niemand gezwungen, seine Geschichte preiszugeben. „Der Kontakt und das Wissen, dass dieser Ort immer offensteht, wirkt therapierend“, sagt sie.

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