Leer

Steenfelde

Feuer: Siebenköpfige Familie verliert Zuhause

Die Feuerwehr war im Einsatz. Bild: Leuchters

Von Marion Janßen

Ein Einfamilienhaus in Steenfelde ist am Sonnabend durch ein Feuer komplett zerstört worden. Der Schaden liegt im sechsstelligen Bereich. Die siebenköpfige Familie blieb unverletzt.

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Steenfelde - Die Familie saß am Frühstückstisch, als es knallte. Kurz darauf gab es für sie nur noch eines: sich und ihre Tiere in Sicherheit zu bringen. Das Wohnhaus an der Pastor-Kersten-Straße in Steenfelde stand, als die Feuerwehr eintraf, bereits voll in Flammen. Die Einsatzkräfte konnten nicht mehr in das Gebäude hinein, um von innen zu löschen, sondern kämpften von außen und später von dem Dach aus gegen die Flammen.

Ein Ehepaar mit fünf Kindern im Alter zwischen acht und 21 verloren ihr Zuhause und wahrscheinlich ihr ganzes Hab und Gut. Das, was nicht den Flammen zum Opfer gefallen ist, dürfte durch den Rauch zerstört worden sein: „Der Geruch sitzt so fest, das bekommt man nicht mehr weg“, weiß Gemeindebrandmeister Heino Veenekamp.

„Das ging so schnell“

Vom Dach aus, wo die Einsatzkräfte Ziegel entfernt hatten, wurde ebenfalls gelöscht. Bild: Janßen
Nach dem großen Knall liefen die Bewohner los, entdeckten im Flur zwischen Wohnbereich und Stall eine Stichflamme. „Wir haben erst die Kinder rausgeschafft, die Hunde und Katzen, und dann sind wir zum Stall gelaufen und haben die Pferde rausgelassen“, erzählt der Familienvater. Da seien, wenige Minuten nach dem, was er als Explosion wahrgenommen habe, schon die Flammen aus dem Dach geschlagen. „Das ging so schnell.“

Schnell waren auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Steenfelde vor Ort, die gegen 9.30 Uhr wegen eines Dachstuhlbrandes alarmiert worden waren. Doch schon, als die Helfer auf das Haus zusteuerten, sahen sie, dass das Gebäude in Vollbrand stand und alarmierten weitere Wehren nach. Die Kollegen aus Ihrhove, Flachsmeer und Völlenerfehn sowie die Informations- und Kommunikations-Gruppe und die Malteser waren vor Ort. „Bestimmt 80 Personen“, sagt Veenekamp: Durch das Wochenende sei man gut besetzt gewesen, was sich als günstiger Umstand herausstellte, denn: Wegen der schwierigen Wasserversorgung in dem sehr ländlichen Straßenabschnitt musste auf enormen Strecken Schlauch für die Löscharbeiten verlegt werden.

Rund 80 Feuerwehrleute löschten die Flammen. Bild: Janßen
Feuerwehr holte noch eine Katze aus der Küche

Eine Atemschutztruppe betrat zu Beginn der Arbeiten noch kurz das Haus: Eine der Katzen der Familie saß am Küchenfenster: „Die haben wir rausgeholt“, so Veenekamp: „Die anderen Tiere hatten die Bewohner schon selbst in Sicherheit gebracht.“

Schockiert verfolgte die Familie die Löscharbeiten. Feuerwehrleute stiegen mit einer Leiter aufs Dach und räumten Dachziegel ab, um an Glutnester zu kommen. Dabei mussten sie Vorsicht walten lassen. Ein Stück des Dachstuhls krachte zwischenzeitlich ineinander.

Gemeinde organisiert eine Bleibe

Veenekamp sprach noch während der Löscharbeiten mit der Gemeinde Westoverledingen. Die kümmerte sich darum, dass die siebenköpfige Familie schnell eine vorübergehende Bleibe fand. Das Haus ist unbewohnbar.

„Es ist schrecklich“, der Familienvater ringt um Worte: „Aber letztlich zählt nur eins: Wir alle, die Kinder, die Tiere, sind da heile rausgekommen.“

Der Sachschaden wird derzeit auf etwa 150 000 Euro geschätzt. Hinweise auf ein Fremdverschulden als Brandursache liegen der Polizei nicht vor.

Hans-Joachim Cramer 11.01.2020
15:29 Uhr
Hallo ich möchte mich bei der Feuerwehr und den Rettungsdienst bedanken haben meiner Tochter und ihrer Familie vorbildlich geholfen danke Tamara Cramer
Eric Krause 11.01.2020
21:15 Uhr
Top Kommentar!
Sowas liest man selten, Frau Cramer.
Das wird die Kammeraden mehr freuen , als irgendein öffentliches Lob
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