Wittmund

Ehrenamt

Ostfriesland: Feuerwehrchef schreibt Brandbrief an Weil

Maske und Abstand ist für viele Feuerwehrleute der einzige Schutz gegen eine Ansteckung. Bild: Ortgies

Die Feuerwehrleute in Ostfriesland müssen sofort gegen das Corona-Virus geimpft werden. Das fordert der Wittmunder Kreisfeuerwehrchef in einem Brandbrief an Ministerpräsident Stephan Weil.

Wittmund - Der Wittmunder Kreisbrandmeister Friedhelm Tannen ist weiterhin empört darüber, dass die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren bei der Impfpriorität nicht höher eingestuft werden. Laut Impfverordnung des Bundes werden sie erst in der dritten Priorität bedacht. Ein Vorstoß zu Beginn des Jahres, mit dem auf die Dringlichkeit einer früheren Impfung aufmerksam gemacht wurde, hat offenbar nichts gebracht.

Tannen hat jetzt an Niedersachsens Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) geschrieben. Die Überschrift des Briefes: „Alarmstufe Rot“. Tannen bemängelt, dass der Einsatz der Feuerwehrleute für das Allgemeinwohl nicht zähle, da ihr Engagement offensichtlich keine Anerkennung bei der Landesregierung finde. Der Kreisbrandmeister verweist in seiner Forderung nach einer schnellen Impfung auf das hohe Ansteckungsrisiko bei Einsätzen – auch in Bezug auf die sich schneller ausbreitende britische Virus-Mutation. In den letzten Wochen seien Kräfte nach Einsätzen in Quarantäne geschickt worden.

„Leider sind wir ,Retter ohne Schutz‘ – mit Wissen aller Beteiligten“, schreibt Tannen in seinem Brief. Und: Durch die Ablehnung der Forderung nach einer Sondergruppe in der Impfpriorisierung zeige die Landesregierung seiner Ansicht nach mangelnde Sensibilität, aber auch fehlende Wertschätzung. In Ostfriesland befinden sich nach Angaben des Wittmunder Kreisfeuerwehrchefs 170 freiwillige Feuerwehren in der Situation. Tannen: „Wir können nicht darauf warten, bis sich eine solche Sachlage relativiert.“ Er fordert die Landesregierung auf, eine sofortige Impfmöglichkeit für die Einsatzkräfte zu schaffen.

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