Beteiligung
Emder Jugendparlament will sich für sichere Radwege stark machen
In ihrer zweiten Sitzung haben die Mitglieder des Emder Jugendparlaments diskutiert, was für alle Jugendlichen wichtig ist: Radwege. Auch ging es darum, wie sie sich in der Politik Gehör verschaffen.
Emden - Die Mitglieder des erst vor Kurzem gegründeten ersten Emder Jugendparlaments (Jupa) haben viel Energie. Sie haben Ideen. Sie wollen etwas bewirken. In ihrer zweiten Sitzung, die am Freitag in der Mensa der Förderschule stattgefunden hatte, machten sie sich an das Thema, was wohl für alle Jugendlichen wichtig ist: sichere Radwege. Sie sammelten und diskutierten gefährliche Stellen im Wegenetz – etwa in der Neutorstraße.
Jugendliche sprechen sich für beruhigte Neutorstraße aus
„Ich habe die Straße schon früher oft benutzt, jetzt ist es deutlich entspannter und sicherer“, meint der 15-jährige Helge Lukas Hartmann. „Die Ecke um den Delft ist jetzt auch entschleunigter“, sagte der 15-jährige Maurits Fühner. „Ich finde die Zebrastreifen gut“, betonte Mauro da Silva Oiliveira (21). Jugendpfleger Ulf Reibe erklärte, dass Stadtplaner David Malzahn bereit sei, die jungen Menschen beizeiten in die Problematik genau einzuführen.
Was und warum
Darum geht es: Das erste Emder Jugendparlament muss noch herausfinden, wie es sich Gehör verschafft und welche Themen wichtig sind.
Vor allem interessant für: Menschen in Emden
Deshalb berichten wir: Am Freitag war die zweite Jupa-Sitzung, wir waren dabei. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Wie können sie sich aber Gehör verschaffen?
Diese Frage beschäftigt die Mitglieder des neuen Parlaments. Sie wollen ernst genommen werden. Tim Kruithoff hatte ihnen auch gleich zu Beginn eine hohe Priorität zugesprochen und etwa zugesagt, dass sie im Ratsaal tagen dürften. Dass das nun nicht geklappt hat, sei den Vorbereitungen zur Wahl geschuldet, erklärte ein Stadtmitarbeiter bei der Jupa-Sitzung auf Nachfrage. Im Ratssaal hätten schon viele Unterlagen für die Wahl gelegen.
Dass sie sich etwa auf eine Liste von kritischen Radwegen geeinigt haben, soll auch an die Entscheidungsträger weitergegeben werden. Dafür haben sich die jungen Menschen am Freitag auf ein Konzept geeinigt: Alle Fraktionsvorsitzenden sowie der Oberbürgermeister sollen über Jupa-Entscheidungen in E-Mails informiert werden. Da sie selbst kein Stimmrecht in Ausschüssen haben, an denen sie als beratende Mitglieder teilnehmen, müssen sich die Jugendlichen dann auf die Politikerinnen und Politiker verlassen, damit diese die Anregungen ernst nehmen und anbringen.
Die Jupa-Mitglieder haben am Freitag auch entschieden, dass beantragt werden soll, dass sie einen Platz im Jugendhilfeausschuss bekommen beziehungsweise zwei stimmberechtigte Mitglieder entsenden dürfen, stellte Jupa-Vorsitzender Ole Falbe vor. Dafür müsse die Satzung des Ausschusses geändert werden, so dass die Altersgrenze der Mitglieder nicht mehr 18 Jahre sei, sondern 12. „Der Ausschuss bezieht sich nur auf Jugendliche“, so Falbe. Die jungen Menschen wollten aktiv in die Arbeit des Gremiums eingebunden werden, mitreden und mitentscheiden. „Kein Ausschuss betrifft uns mehr“, betonte der 20-Jährige.