Beteiligung

Emder Jugendparlament will sich für sichere Radwege stark machen

| | 28.09.2021 16:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Helge Lukas Hartmann (von links), Maurits Fühner und Annalena Sophie Götz markieren die gefährlichsten Radwege auf einer Karte. Fotos: Malte Kröger-Vodde
Helge Lukas Hartmann (von links), Maurits Fühner und Annalena Sophie Götz markieren die gefährlichsten Radwege auf einer Karte. Fotos: Malte Kröger-Vodde
Artikel teilen:

In ihrer zweiten Sitzung haben die Mitglieder des Emder Jugendparlaments diskutiert, was für alle Jugendlichen wichtig ist: Radwege. Auch ging es darum, wie sie sich in der Politik Gehör verschaffen.

Emden - Die Mitglieder des erst vor Kurzem gegründeten ersten Emder Jugendparlaments (Jupa) haben viel Energie. Sie haben Ideen. Sie wollen etwas bewirken. In ihrer zweiten Sitzung, die am Freitag in der Mensa der Förderschule stattgefunden hatte, machten sie sich an das Thema, was wohl für alle Jugendlichen wichtig ist: sichere Radwege. Sie sammelten und diskutierten gefährliche Stellen im Wegenetz – etwa in der Neutorstraße.

Vlerjon Bufaj (von links), Jannik Vogler und Eike Bergmann diskutieren eine Prioritätenliste.
Vlerjon Bufaj (von links), Jannik Vogler und Eike Bergmann diskutieren eine Prioritätenliste.
Jannik Vogler, der für das Jupa als beratendendes Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung des Emders Rats sitzt, fasste für die anderen die dortige Debatte zusammen. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) hatte ein Modelprojekt initiiert, das derzeit noch in der Neutorstraße läuft. Dabei haben Radfahrer und Fußgänger auf der für Autofahrer einspurig geführten Verkehrsader der Stadt deutlich mehr Rechte und Platz bekommen. Es herrscht Tempo 30, es gibt zwei Zebrastreifen und einen Abbiegestreifen für Radfahrer. Während die Politik das Konzept durchaus kritisch sieht, fiel die Bewertung im Jugendparlament positiv aus.

Jugendliche sprechen sich für beruhigte Neutorstraße aus

„Ich habe die Straße schon früher oft benutzt, jetzt ist es deutlich entspannter und sicherer“, meint der 15-jährige Helge Lukas Hartmann. „Die Ecke um den Delft ist jetzt auch entschleunigter“, sagte der 15-jährige Maurits Fühner. „Ich finde die Zebrastreifen gut“, betonte Mauro da Silva Oiliveira (21). Jugendpfleger Ulf Reibe erklärte, dass Stadtplaner David Malzahn bereit sei, die jungen Menschen beizeiten in die Problematik genau einzuführen.

Was und warum

Darum geht es: Das erste Emder Jugendparlament muss noch herausfinden, wie es sich Gehör verschafft und welche Themen wichtig sind.

Vor allem interessant für: Menschen in Emden

Deshalb berichten wir: Am Freitag war die zweite Jupa-Sitzung, wir waren dabei.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

In einer Gruppenarbeit diskutierten die Jupa-Mitglieder am Freitag weitere Gefahrenstellen für Radfahrer. Im Mittelpunkt standen dabei laut Jupa-Sprecher Malte Kröger-Vodde die Verkehrsführung zwischen der Innenstadt und dem Ortsteil Petkum, die Fahrradbrücke beim Friesenhügel, die unter Eisenbahnenschienen hindurch führt sowie parallel zu den Schienen verläuft, generell Schulwege sowie Ampeln und Fahrradwege im Schulzentrum.

Wie können sie sich aber Gehör verschaffen?

Diese Frage beschäftigt die Mitglieder des neuen Parlaments. Sie wollen ernst genommen werden. Tim Kruithoff hatte ihnen auch gleich zu Beginn eine hohe Priorität zugesprochen und etwa zugesagt, dass sie im Ratsaal tagen dürften. Dass das nun nicht geklappt hat, sei den Vorbereitungen zur Wahl geschuldet, erklärte ein Stadtmitarbeiter bei der Jupa-Sitzung auf Nachfrage. Im Ratssaal hätten schon viele Unterlagen für die Wahl gelegen.

Dass sie sich etwa auf eine Liste von kritischen Radwegen geeinigt haben, soll auch an die Entscheidungsträger weitergegeben werden. Dafür haben sich die jungen Menschen am Freitag auf ein Konzept geeinigt: Alle Fraktionsvorsitzenden sowie der Oberbürgermeister sollen über Jupa-Entscheidungen in E-Mails informiert werden. Da sie selbst kein Stimmrecht in Ausschüssen haben, an denen sie als beratende Mitglieder teilnehmen, müssen sich die Jugendlichen dann auf die Politikerinnen und Politiker verlassen, damit diese die Anregungen ernst nehmen und anbringen.

Die Jupa-Mitglieder haben am Freitag auch entschieden, dass beantragt werden soll, dass sie einen Platz im Jugendhilfeausschuss bekommen beziehungsweise zwei stimmberechtigte Mitglieder entsenden dürfen, stellte Jupa-Vorsitzender Ole Falbe vor. Dafür müsse die Satzung des Ausschusses geändert werden, so dass die Altersgrenze der Mitglieder nicht mehr 18 Jahre sei, sondern 12. „Der Ausschuss bezieht sich nur auf Jugendliche“, so Falbe. Die jungen Menschen wollten aktiv in die Arbeit des Gremiums eingebunden werden, mitreden und mitentscheiden. „Kein Ausschuss betrifft uns mehr“, betonte der 20-Jährige.

Ähnliche Artikel