Gesundheit
Trägergesellschaft will gegen geplante Neurologie in Leer klagen
Die Trägergesellschaft der Kliniken Emden, Aurich und Norden will das Klinikum Leer verklagen. Dort soll eine neurologische Abteilung entstehen, gegen die das Land zuvor schon dreimal gestimmt hatte.
Emden/Leer - Auf das Leeraner Klinikum könnte eine zweite Klage zukommen. Nachdem bereits aus Westerstede signalisiert wurde, dass man juristisch gegen die Schaffung einer neurologischen Abteilung vorgehen will, meldete sich am Dienstag auch die Trägergesellschaft der Kliniken in Emden, Aurich und Norden entsprechend zu Wort. In Emden sowie in Westerstede gibt es bereits Schlaganfall-Spezialstationen.
Im vergangenen November hatte der Krankenhausplanungsausschuss, der unter anderem Empfehlungen für das Krankenhausinvestitionsprogramm in Niedersachsen ausspricht, zum dritten Mal den Vorstoß aus Leer abgelehnt. „Zuvor waren schon die überfraktionelle Enquete-Kommission sowie mehrere externe Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass durch die bereits bestehenden neurovaskulären Zentren eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten in der Region bestehe“, heißt es in der Mitteilung der Trägergesellschaft zur Begründung der Klage. Man verstehe die Entscheidung des Ministeriums für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung nicht, Leer trotz allem eine Schaffung der Station zu erlauben.
„Entscheidung schwächt bestehende Strukturen“
„Mit seinem Beschluss ignoriert das Ministerium die Expertise zahlreicher medizinischer Gutachter und Entscheider“, werden auch Tim Kruithoff, Oberbürgermeister der Stadt Emden, und Olaf Meinen, Landrat des Landkreises Aurich, in dem Schreiben zitiert. „Statt die vorhandenen Zentren zu stärken und damit eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung voranzubringen, schwächt die Entscheidung des Ministeriums die bestehenden Strukturen.“
Entsprechend meldet sich ebenfalls die Geschäftsführung der Trägergesellschaft zu Wort. „Die Krankenhausträger im Neurovaskulären Netzwerk Nord-West, dem auch das Klinikum Emden angehört, verfügen seit Jahrzehnten über neurologische Fachabteilungen, deren Versorgungsqualität weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt“, so Claus Eppmann, Sprecher der Geschäftsführung. „Die hohe Qualität und durch jahrelange Erfahrung geprägte Fachkompetenz sollten nicht durch Zergliederung der neurologischen Standorte gefährdet werden. Die Fakten haben sich nicht geändert: Es gibt keinen Grund für neue Abteilungen.“ Man fürchte durch weitere Abteilungen insbesondere einen verstärkten Kampf um wenige Fachkräfte.
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