Fußball
Auch Stefan Emmerling sieht 2:4-Pleite von Germania Leer
Landesligist Germania Leer holte gegen Dinklage ein 0:2 auf, verlor aber noch 2:4. Unter den 100 Zuschauern war Kickers-Trainer Stefan Emmerling. Auch der Klubboss eines Ligakonkurrenten schaute zu.
Leer - „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey.“ So sangen und tanzten die Spieler des TV Dinklage nach ihrem schwer erkämpften 4:2-Erfolg beim VfL Germania Leer. Nur wenige Sekunden zuvor hatte Bjarne Korte das Laufduell gegen Mannschaftskapitän Lukas Koets gewonnen und das alles entscheidende vierte Tor für die Gäste markiert. Die Dinklager sind „Tabellenführer“ der Abstiegsrunde und haben sehr gute Karten die Klasse zu halten. Die Chancen der Leeraner sind nach der dritten Niederlage nacheinander dagegen weiter gesunken. Sie sind nun Tabellenletzter.
„Das war heute ein hartes Stück Arbeit“, resümierte Dinklages Trainer Stefan Arlinghaus kurz nach Spielschluss. „Aber wir haben das Spiel auch selbst wieder spannend gemacht, nachdem wir eine 2:0-Führung fahrlässig verspielt haben. Am Ende des Tages haben wir aber verdient gewonnen und brauchen aus meiner Sicht nur noch drei Punkte, um endgültig vor dem Abstieg gerettet zu sein.“
Emmerling schaute zu
In den ersten 25 Minuten passten sich beide Teams dem herrlichen Wetter an und boten vor knapp 100 Zuschauern nur Sommerfußball. Darunter war mit Stefan Emmerling auch der Trainer des BSV Kickers Emden. Sein Verein hat sich vor wenigen Tagen die Dienste vom jungen Germania-Stürmer Ramon Issa gesichert.
Das erste Ausrufezeichen setzten die Gäste in der 27. Minute, als nach einem Eckball Steffen Espelage freistehend per Kopf am glänzend reagierenden Keeper Joachim Groenewold scheiterte. Nur eine Minute später fiel dann die Gästeführung durch Thomas Wulfing, der mit einem herrlichen Volleyschuss aus 20 Metern Marke „Tor des Monats“ ins linke obere Eck erfolgreich war. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte dann Germanias Stürmer Diamant Dreshaj die große Ausgleichschance, doch er jagte das Leder aus kurzer Entfernung nur über das Gästetor.
TuRa-Boss kam per Rad
TuRa Westrhauderfehns Vorsitzender Heinz Weßling, der bei herrlichem Wetter mit dem Fahrrad angereist war, hatte die Gelegenheit genutzt, seinem bei den Gästen spielenden Sohn Wilke zuzusehen. Sein Halbzeitkommentar lautete: „Dinklage hatte bisher die bessere Spielanlage und führt deshalb verdient.“
In der zweiten Halbzeit legten beide Teams erheblich an Tempo zu und die Torchancen häuften sich. In der 62. Minute ging TV-Spieler Bastian Dödtmann auf und davon, ließ gleich vier Abwehrspieler stehen und scheiterte zunächst am glänzend reagierenden Leeraner Keeper. Beim Abpraller stand jedoch Steffen Espelage goldrichtig und schob zum 0:2 ein. Doch nur zwei Minuten später fasste sich Germanias Spieler Julian Jauken ein Herz und war mit einem Flachschuss aus 20 Metern ins linke untere Eck zum 1:2 erfolgreich. Nun hatten die Platzherren ihre beste Phase und schafften in der 72. Minute durch Arlind Jonjic den verdienten Ausgleich. In der Folgezeit standen die Gäste unter Druck, nutzten jedoch einen groben Abwehrfehler von Germania zum 2:3. In der Schlussminute stürmte selbst Joachim Groenewold mit vor, wurde jedoch zum 2:4 klassisch ausgekontert.
„Wie so oft sind wir in der ersten Halbzeit nicht richtig ins Spiel gekommen. In der zweiten Hälfte hat die Mannschaft aber gezeigt, dass sie Charakter hat und einen 0:2-Rückstand aufgeholt hat. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben“, sagte Leer-Trainer Michael Zuidema nach einer Woche mit viel Unruhe und dem Bekanntwerten diverser Sommer-Abgänge.
Leer: Groenewold, Kaßmann (46. J. Diekmann, 55. Kurt), Jauken, Berghaus (86. Bugiel), Dreshaj, Marks (74. D. Diekmann), Koets, Issa, Beening, Poppenga, Jonjic.
Tore: 0:1 Wulfing (28.), 0:2 Espelage (62.), 1:2 Jauken (64.), 2:2 Jonjic (72.), 2:3 Dödtmann (86.), 2:4 Korte (90. + 3).