„Ein Herz für Ostfriesland“ Weitere 20.000 Euro für die Flüchtlingshilfe Aurich

 | 09.05.2022 19:09 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Einen Teil der Spenden des Hilfswerks „Ein Herz für Ostfriesland“ hat die Flüchtlingshilfe Aurich investiert, um Sprachhürden zu nehmen. Foto: Michael/dpa
Einen Teil der Spenden des Hilfswerks „Ein Herz für Ostfriesland“ hat die Flüchtlingshilfe Aurich investiert, um Sprachhürden zu nehmen. Foto: Michael/dpa
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Das Hilfswerk „Ein Herz für Ostfriesland“ hat die Spenden an die Flüchtlingshilfe Aurich verdoppelt. Dort wurden die ersten 20.000 Euro vor allem für Verständigung und Grundausstattung investiert.

Aurich - Einen dicken Ordner balanciert Helmut Wendt von der Flüchtlingshilfe Aurich auf den Knien. Er ist in die Redaktion gekommen, um zu berichten, wofür sein Verein das Geld des Hilfswerks „Ein Herz für Ostfriesland“ ausgegeben hat. In dem Ordner ist alles verzeichnet, was ihm in der aktuellen Situation weiterhelfen kann, wenn es darum geht, Geflüchteten aus der Ukraine den Start in Deutschland zu erleichtern. Die erste Not zu lindern.

Wendt strahlt über das ganze Gesicht. „Der Landkreis dürfte es gar nicht so unbürokratisch handhaben, wie es uns jetzt möglich ist. Genau das ist das Besondere an dieser Aktion“, sagt der ehrenamtliche Helfer. Schnell und unbürokratisch helfen zu können, genau das sei es, was die aktuelle Situation erfordert. Dass er das nun machen könne, das mache nicht nur die Menschen glücklich, die davon profitieren, sondern auch ihn.

Sprache steht im Fokus

Eines der Angebote, die mit dem Geld finanziert werden, ist der Kursus „Orientierung im Alltag“. Der Sprachkursus, in dem Alltagssituationen und aktuelle Herausforderungen besprochen werden, startet am 12. Mai um 11 Uhr im Familienzentrum Aurich. Die Teilnahme ist ohne Voranmeldung möglich. Für das Deutschtraining hat die Flüchtlingshilfe auch Sprachlernbücher verteilt, um die Verständigung leichter zu machen. Darüber hinaus erhielt eine Grundschule Lizenzen für ein Übersetzungsprogramm, die IGS Aurich bekam Sprachcomputer für die Simultanübersetzung.

Helmut Wendt ist Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Aurich. Foto: Ortgies/Archiv
Helmut Wendt ist Vorsitzender der Flüchtlingshilfe Aurich. Foto: Ortgies/Archiv

Auch für die Ausstattung der Unterkünfte sei ein Teil des Geldes verwendet worden. Gerade die sei momentan nicht so einfach möglich. „Der Gebrauchtmöbelmarkt ist wie leergefegt“, so Wendt. „Auch gebrauchte Fahrräder und Waschmaschinen gibt es kaum noch. Bei gebrauchten Computern habe ich selbst den kompletten Bestand aufgekauft, der in Aurich zu finden war.“ Hier eine Brille, da Schultornister, dort eine Pfanne, auch solche Dinge mussten beschafft werden. Ein Teil des Geldes wurde für Lebensmittel ausgegeben. „Zum Beispiel in der Übergangszeit, bis die Geflüchteten registriert waren“, so Wendt. Auch Transporte in die Ukraine wurden unterstützt – mit Lebensmitteln, Medikamenten und der Pille danach. Wendt schluckt. Die Pille wird in den befreiten Gebieten gebraucht, wo es zu Übergriffen auf Frauen gekommen ist.

Weitere 20.000 Euro übergeben

In dem Ordner auf Wendts Knien befinden sich alle Rechnungen, die er für die Antragsteller beglichen hat. Es sind so viele, dass Helmut Wendt ohne den Ordner aufgeschmissen wäre. Denn inzwischen sind die ersten 20.000 Euro bereits ausgegeben. Die Flüchtlingshilfe plant schon, was mit den zweiten 20.000 Euro passieren könnte. Denn diese wurden bereits in der vergangenen Woche zugesagt. „Es kann weitergehen“, sagt Wendt und blättert in seinem Ordner. Darin sind noch viele Projekte abgeheftet, die bisher warten mussten.

Zwischen die Rechnungen und Trennblättern hat Helmut Wendt Zettel geheftet, die dicht mit Namen und Nummern beschrieben sind. Es sind die Kontaktdaten zu Menschen, die helfen, ein immer größeres Netzwerk zu bilden. So hat er sich bisher Stück für Stück dorthin vorgearbeitet, wo Informationen und finanzielle Hilfe notwendig waren. „Jetzt geht es darum, die Menschen zu unterstützen, die selbst nicht viel Geld besitzen und trotzdem Ukrainer aufgenommen haben“, sagt Wendt. Meist hätten vor allem sie sich nicht an den Landkreis gewandt, um sich wenigstens anteilig die Nebenkosten und Ausgaben für die Unterbringung erstatten zu lassen. „Wir würden auch gerne kulturelle Angebote unterstützen. Denn auch diese gehörten zum Leben dazu.“

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