Frankfurt  Fachkräftemangel: Problem erkannt – nur bewegt sich nicht viel

Brigitte Scholtes
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Von Brigitte Scholtes
| 12.08.2022 17:01 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Fachkräftemangel in Pflegeeinrichtungen hat sogar einen eigenen Namen: Pflegenotstand. Gebracht hat dieser sprachliche Alarmismus bislang wenig. Foto: Unsplash/Vladimir Fedotov
Der Fachkräftemangel in Pflegeeinrichtungen hat sogar einen eigenen Namen: Pflegenotstand. Gebracht hat dieser sprachliche Alarmismus bislang wenig. Foto: Unsplash/Vladimir Fedotov
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Der „traurige Rekord“, den das Institut der deutschen Wirtschaft beim Fachkräftemangel beklagt, überrascht nicht mehr. In manchen Branchen und der Gesellschaft bewegt sich zu wenig.

Der Mangel an Fachkräften wird immer bedrohlicher für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft. Wenn deren Zahl jetzt schon bei einer halben Million liegt, dann sollte das ein Weckruf sein.

Das beginnt in der Schule: Dort sind viele Mädchen häufig interessiert an naturwissenschaftlichen Fächern oder auch an IT. In solche Berufe oder Studiengänge aber, schaffen es immer noch wenige. Und auch Jungen werden immer noch eher in die typisch männlichen Berufe gelenkt, selbst wenn sie ihre Begabungen eher im sozialen Sektor liegen.

Gerade in den sozialen Berufen könnte man schon viel erreichen, wenn sie besser bezahlt würden. Das gilt auch für den übrigen Niedriglohnsektor. Das Problem ist zwar grundsätzlich erkannt, aber bewegt hat sich noch nicht viel.

Es ist außerdem immer noch höher angesehen, nach dem Abitur ein Studium zu beginnen als einen handwerklichen Beruf zu wählen. Dabei bietet der hervorragende Perspektiven und ist zukunftssicher.

Viel gewonnen wäre auch, wenn man die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärker fördern könnte. Das aber wird schwierig, wenn auch in der Kinderbetreuung viele Fachkräfte fehlen.

Man könnte auch den Zuzug ausländischer Fachkräfte erleichtern. Doch hier ist oft noch die Bürokratie im Weg, werden ausländische Studien- oder Fachabschlüsse nicht anerkannt, zudem ist die Integration in das deutsche System sehr schwierig.

Das alles wird noch zusätzlich erschwert, weil die Digitalisierung in den deutschen Amtstuben noch immer nicht ausreichend Einzug gehalten hat. Höchste Zeit also, dass sich etwas bewegt, sonst nimmt die deutsche Wirtschaft langfristig großen Schaden.

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