Für Moordorf und Pewsum Zwillingsbrüder Bamezon spielten erstmals gegeneinander
In ihrer noch jungen Karriere kickten sie fast immer in einer Mannschaft zusammen. Das änderte sich am letzten Sonntag. Jean-Paul Bamezon und Jean-Pierre standen sich in der Bezirksliga gegenüber.
Pewsum/Moordorf - Vor dem letzten Sonntag war die Aufregung im Hause Bamezon doch ein wenig größer als sonst. Dass am Wochenende Fußballspiele oder Leichtatheltik-Veranstaltungen anstehen, ist bei der überaus sportlichen Familie der Alltag. Aber am vergangenen Spieltag trafen in der Fußball-Bezirksliga die Zwillingsbrüder Jean-Paul (Ostfrisia Moordorf) und Jean-Pierre Bamezon (TuS Pewsum) erstmals in einem Meisterschaftsspiel aufeinander. „Es war ein ganz spezielles Spiel, ich war schon sehr nervös. Wir haben fast unsere gesamte Karriere immer in einer Mannschaft zusammengespielt, natürlich auch früher im Garten mit unserem Vater, den Geschwistern oder Freunden“, erzählt der 19-jährige Jean-Pierre von seinen Gefühlen vor dem ersten Zwillingsbruder-Duell. Dieses konnte der Pewsumer Linksverteidiger mit seiner Mannschaft am Ende knapp mit 2:1 für sich entscheiden.
Beide begannen ihre Karriere vor zwölf Jahren gemeinsam bei Ostfrisia Moordorf und spielten dann nach Zwischenstationen bei der JFV Krummhörn und JFV Norden auch bis zur B-Jugend zusammen bei Kickers Emden. „Ich hatte mir insgeheim schon erhofft, bei Kickers eine Chance zu bekommen. Dafür hat es dann leider nicht gereicht. Jetzt möchte ich mir erst einmal in Pewsum einen Stammplatz erkämpfen“, so Jean-Pierre Bamezon, der in Aurich eine Ausbildung als Konstrukteursmechaniker macht.
Stammspieler für Moordorf
Sein Bruder Jean-Paul ist in dieser Saison wieder beim Heimatverein Ostfrisia Moordorf gelandet und gleich Stammspieler geworden. Der Aufsteiger hat mit großem Verletzungspech zu kämpfen und wird vermutlich direkt wieder den Rückweg in die Ostfrieslandliga antreten müssen. Gegen den Favoriten aus Pewsum hätte es fast zu einem Überraschungs-Remis gereicht.
Durch ein Eigentor von Jean-Pierre Bamezon (80.) kam der Außenseiter noch zum Ausgleich. „In dem Moment habe ich mich schon über das Eigentor von meinem Bruder gefreut“, gesteht Jean-Paul, der in Emden eine Ausbildung zum Pflegefachmann absolviert und zusammen mit seinem Bruder noch im Elternhaus in Moordorf wohnt. „Nach dem Spiel haben wir dann beide über seinen Treffer lachen können“, berichtet er. Zweimal gab es Aktionen, in denen es auch zu einem direkten Zweikampf der Zwillingsbrüder hätte kommen können, beide sind sich dann doch noch aus dem Weg gegangen.
Eltern und Schwester schauten zu
Die Partie war für die ganze Familie etwas Besonderes: Die in Togo geborenen Eltern, Vater Messan (früher Spieler bei Ostfrisia Moordorf) und Mutter Judith, waren natürlich als Zuschauer mit dabei, Schwester Josefine (früher Leichtathletin beim SV Georgsheil) reiste extra aus Münster zum großen Duell an. „Danach haben wir dann noch mit der Familie zusammengesessen und waren im Kino“, erzählen die beiden Zwillingsbrüder.
Die anderen beiden Brüder sind schon einige Schritte weiter. Gabriel Bamezon spielt in der Regionalliga für Kickers Emden, den anderen Bruder Ayaovie hat es nach Hamburg verschlagen, er kickt für Hamm United in der Fußball-Oberliga.
Sportlich ambitioniert
Jean-Pierre Bamezon zeigt sich sportlich noch ambitioniert, möchte sich zunächst aber beim TuS Pewsum durchsetzen. „Vor der Winterpause hoffe ich, dass wir noch neun Punkte einfahren können.“ Am Sonntag (15 Uhr) geht es für ihn mit seiner Mannschaft beim TuS Strudden weiter. Rechtsverteidiger Jean-Paul hofft mit seinem Team beim Letzten Concordia Suurhusen (Sonntag, 14 Uhr) ebenfalls auf einen Erfolg. „Hätten wir nicht so viele Verletzte, sähe es ganz anders aus. Wir wollen in diesem Jahr schon noch einige Punkte holen und dann mal sehen, was im neuen Jahr noch so geht.“
Zum Auftakt des Bezirksliga-Spieltages erwartet Germania Wiesmoor am Freitagabend (20 Uhr) den SV Wallinghausen. Tabellenführer TuS Esens trifft am Sonntag (15 Uhr) auf den TV Bunde.