Gesundheit Stadt Emden zahlt weiter 5000 Euro für Verhütungsmittel
Menschen, die in Emden Sozialleistungen beziehen, können bei der Beratungsstelle Pro Familia einen Zuschuss zu Verhütungsmitteln beantragen. Der Bedarf sei groß, heißt es von der Stadt.
Emden - Auch in Zukunft soll die Stadt Emden 5000 Euro pro Jahr als Zuschuss für Verhütungsmittel leisten. Das Geld fließt an die Beratungsstelle Pro Familia in Emden. Dort können Menschen, die Sozialleistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld bekommen, die Zuschüsse beantragen. „Der Bedarf ist da“, sagte Sabine Hilbers, Leiterin des Fachdienstes Sozialhilfe, am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Rats. Dort stimmten die Mitglieder geschlossen für die Fortführung des Zuschusses bis einschließlich 2024.
2021 seien 64 Anträge gestellt worden, 2022 seien es bislang 60 gewesen. Weitere Anträge lägen noch vor. Damit werde die Summe von 5000 Euro jährlich vollständig ausgereizt, erklärte Sabine Hilbers. Denn: Es gehe nicht nur um „den Klassiker“, die Pille. Sondern auch um Drei-Monats-Spritzen sowie Operationen. Sieben Sterilisationen und eine Vasektomie seien in den zwei Jahren durchgeführt worden, so Hilbers. Der Antrag auf das Geld sei „recht einfach“. Bei der Beratungsstelle werde durch einen aktuellen Bescheid nachgewiesen, dass die anfragende Personen im Leistungsbezug ist.
Bei einer Sterilisation oder einer Verhütungs-Spirale beträgt der Eigenanteil 50 Euro, wie es in den Rahmenbedingungen für die Anträge heißt. Ansonsten wird nach Vorlage einer quittierten Rechnung der Betrag von Pro Familia an die Kliniken oder Arztpraxen direkt überwiesen oder an die Antragsteller. Wie wichtig diese Hilfe ist, betonte Sabine Hilbers: Bei der Schwangerschafts-Konfliktberatung der Pro Familia werde häufig als Grund für eine ungewollte Schwangerschaft angegeben, dass man sich die Verhütungsmittel nicht hatte leisten können. Durch die Unterstützung soll eine „selbstbestimmte Familienplanung für Frauen und Männer“ möglich sein.