Newcastle  Wie unsere Ernährung das Risiko für Demenz senken kann

Pia Hinrichs
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Von Pia Hinrichs
| 16.03.2023 06:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Wenn Familienangehörige an Demenz erkranken, kann das zu einer großen Herausforderung werden. Foto: Imago Images/Panthermedia
Wenn Familienangehörige an Demenz erkranken, kann das zu einer großen Herausforderung werden. Foto: Imago Images/Panthermedia
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Demenz ist noch immer unheilbar. Wer die Diagnose Alzheimer erhält, kann meistens nicht mehr viel tun. Vorbeugen ist allerdings eine Option: Eine Studie aus England gibt Hoffnung, dass eine bestimmte Diät das Demenzrisiko senken könnte.

Rund 1,8 Millionen Demenzerkrankte leben laut Deutscher Alzheimergesellschaft in Deutschland. Der Leidensdruck ist dabei meistens nicht nur für Betroffene, sondern auch für Angehörige groß. Britische Forscher der Universität Newcastle gaben vergangenen Montag mit einer neuen Studie nun Hoffnung, dass eine Ernährungsumstellung das Demenzrisiko senken könnte.

Die Langzeitstudie aus England erfasste Daten von rund 60.000 Probanden und untersuchte, wie sich Genetik und Lebensstil auf die Entstehung von Krankheiten auswirken. Insbesondere das Essverhalten wurde dabei unter die Lupe genommen. In einer Pressemitteilung teilte der Studienleiter Oliver Shannon mit: „Unsere Studie legt nahe, dass eine eher mediterrane Ernährung eine Strategie sein könnte, um das Demenzrisiko zu senken.“

Im Gegensatz zu anderen Probanden hätten laut Studie diejenigen, die sich vor allem mediterran ernährten, ein um 23 Prozent geringeres Demenzrisiko. Mediterrane Ernährung, oder auch „MIND-Diät“ genannt, ist reich an Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten – und anstelle von Fleisch und Milchprodukten sollten eher Fisch und Meeresfrüchte auf dem Essensplan stehen.

Ob die Ergebnisse vielversprechend sind, wird bislang noch unterschiedlich bewertet. So sei gegenüber früheren Arbeiten der Forschergruppe die Probandenzahl zwar gewachsen. Dennoch warnt die Vorsitzende der britischen Alzheimer Gesellschaft, Susan Mitchell, im Gespräch mit dem Guardian vor voreiligen Schlüssen: Die Studie stehe noch am Anfang ihrer Untersuchungen und müsse weiterhin an Menschen unterschiedlicher Ethnien erforscht werden.

Zudem sei bereits bekannt, dass eine gesunde Ernährung im Allgemeinen einer Demenzerkrankung vorbeugen kann: „Es gibt eine Großzahl von Beweisen dafür, dass eine gesunde, ausgewogene Ernährung dazu beitragen kann, das Risiko eines kognitiven Verfalls zu verringern. Aber die Beweise für bestimmte Diäten sind viel weniger eindeutig“, so Mitchell.

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