Nukleare Bedrohung  Atomwaffen in Belarus: Putins Lust an der Provokation

Thomas Ludwig
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Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 26.03.2023 18:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Russische Iskander-M-Raket bei einer Übung: Das System kann mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden. Foto: picture alliance/dpa/EPA/Sergei Ilnitsky
Russische Iskander-M-Raket bei einer Übung: Das System kann mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden. Foto: picture alliance/dpa/EPA/Sergei Ilnitsky
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Russlands Präsident stationiert Atomwaffen in Belarus. Der Westen reagiert gelassen. Zu Recht – die Bedrohungslage hat sich nicht wesentlich verändert.

Natürlich ist Russlands Ankündigung, strategische Atomwaffen in Belarus zu stationieren, als Provokation gemeint. Dass man das Vorhaben in den Nato-Staaten Polen und Litauen mit Sorge sieht, versteht sich von selbst. Im Kreml lässt man keine Chance verstreichen, die westlichen Partner der Ukraine zu verunsichern. Die Tatsache, dass auch die USA im Rahmen der nuklearen Teilhabe Atomwaffen in Europa stationiert haben, dient dem Kreml als Rechtfertigung.

Die beste Antwort auf den russischen Vorstoß ist es, sich im Vertrauen auf die existierende Abschreckungsdoktrin der Nato nicht provozieren zu lassen – wenngleich die Sorge, dass der russische Krieg gegen die Ukraine atomar aus dem Ruder laufen könnte, nicht gänzlich unberechtigt ist. Zwar hat sich Wladimir Putin in einer gemeinsamen Erklärung mit China erst jüngst dazu bekannt, es dürfe niemals ein Atomkrieg entfesselt werden. Gleichzeitig sind aus dem Umfeld des russischen Präsidenten seit Monaten aber immer wieder Drohungen mit dem Einsatz taktischer Atomwaffen im Ukraine-Krieg zu hören. Tatsächlich ist die Gefahr eines möglichen Einsatzes taktischer Kernwaffen nicht ganz von der Hand zu weisen, da deren Zielgenauigkeit die Annahme befördert, sie verursachten weniger Kollateralschäden. Das könnte die Hemmschwelle so manch eines militärischen Falken in Moskau in unübersichtlicher Gemengelage senken.

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