Großes Bauprojekt in Emden  Das ist der Stand der Dinge beim Festspielhaus am Wall

| | 05.07.2023 15:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Glasfront wurde Scheibe für Scheibe aufwendig per Kran aufgebaut. Die Arbeiten waren schon im Februar abgeschlossen. Foto: Hanssen
Die Glasfront wurde Scheibe für Scheibe aufwendig per Kran aufgebaut. Die Arbeiten waren schon im Februar abgeschlossen. Foto: Hanssen
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Das ehemalige Neue Theater wird aufwendig saniert und umgewandelt. Die Baufirmen geben laut Kultureventschefin ihr Bestes, um den Zeitplan einzuhalten. Doch es gibt viele Widrigkeiten.

Emden - Von außen sieht das Emder Festspielhaus am Wall schon seit längerem ziemlich fertig aus. Die große Fensterfront lässt bereits erahnen, wie viel moderner und - im doppelten Sinn - offener das Kulturhaus gestaltet werden wird.

Was und warum

Darum geht es: Beim Festspielhaus am Wall muss noch einiges getan werden.

Vor allem interessant für: Kulturfans in Emden und darüber hinaus, die sich auf eine erste Saison im neuen Festspielhaus am Wall freuen

Deshalb berichten wir: Das Festspielhaus ist ein wichtiges Projekt für die Stadt Emden und soll ein Kultur-Leuchtturm in Ostfriesland werden. Zehntausende Besucher kamen zuvor im Jahr in das ehemalige Neue Theater und warten sicher schon auf die Neueröffnung.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Aber: Im Innenbereich gibt es noch viel zu tun - und einiges hat sich verzögert, wie Kultureventschefin Kerstin Rogge-Mönchmeyer jetzt über die Stadtpressestelle auf Nachfrage mitteilt.

Was passiert derzeit auf der Baustelle?

Derzeit sollen die Theaterstühle auf Paletten geliefert und zunächst in der Nordseehalle vormontiert werden. Anders als im Neuen Theater sollen die künftigen Stühle so bequem wie möglich sein und auch viel Beinfreiheit ermöglichen. Der neue Teppichbelag befinde sich in der Produktion und werde demnächst angeliefert. Er soll ebenfalls in der Nordseehalle zwischengelagert werden.

Noch wird auf der Baustelle fleißig gearbeitet. Foto: Hanssen
Noch wird auf der Baustelle fleißig gearbeitet. Foto: Hanssen

Im Festspielhaus sind aktuell die Trockenbauer und Elektriker im Einsatz. Im Saal konnte das Flächengerüst noch nicht abgebaut werden, da in der Decke noch diverse Verkabelungen, die Akustikplatten und die Lautsprechersysteme montiert werden müssen. Außerdem bekommen die vorhandenen Stahlträger noch einen Brandschutzanstrich. Darüber hinaus sind noch vielfältige Auflagen aus dem Brandschutz zu erfüllen, schreibt die Kultureventschefin. Zum Beispiel muss eine spezielle nicht brennbare Akustikverkleidung an der Rückwand im Saal verbaut und ein Außentank für die Löschwassertrennung muss in den Boden eingelassen werden. Letztgenanntes macht Baggerarbeiten, Verrohrung und andere Schritte erforderlich.

Was kommt dann?

Erst nach Fertigstellung der genannten Arbeiten können die Außenrampen hergestellt werden, durch die das Festspielhaus barrierefrei wird. Die Elektro-Arbeiten sind außerdem sehr zeitaufwendig, da beispielsweise in den Fluren im Keller-Garderobengang Brandschutzdecken erforderlich sind, erklärt Kerstin Rogge-Mönchmeyer.

Während das Gebäude außen schon fast fertig aussieht, gibt es drinnen noch einiges zu tun. Foto: Hanssen
Während das Gebäude außen schon fast fertig aussieht, gibt es drinnen noch einiges zu tun. Foto: Hanssen

„Wir sind mit allen Handwerksfirmen und Lieferanten in sehr enger Abstimmung und unsere Architekten koordinieren bestmöglich den Bauablauf“, betont sie. Das sei unter Beachtung der Urlaubszeiten und von Betriebsferien nicht ganz einfach.

Wann eröffnet das neue Festspielhaus?

Zuletzt hieß es, man hoffe, dass das Kulturhaus im Sommer fertig wird und im Herbst die erste Saison starten könne. Eine konkrete Einschätzung zu dem Zeitrahmen gibt Kerstin Rogge-Mönchmeyer nicht. Sie erklärt, dass es durch Lieferengpässe, unvorhergesehene Auflagen und einen hohen Krankenstand zeitliche Verzögerungen aufgetreten seien. Alle Firmen würden aber mit Hochdruck daran arbeiten, diese Zeiten aufzuholen. „Die Eröffnung kann erst nach einer umfangreichen Bauabnahme durch die Gutachter und zuständigen Ämter erfolgen“, schreibt sie.

Wie teuer wird es?

Zunächst war man von rund 4,7 Millionen Euro ausgegangen, wobei das Land Niedersachsen das Bauprojekt mit insgesamt etwa 2,7 Millionen Euro fördert. Im April dann die schlechten Nachrichten: Die Sanierung wird gut 1,1 Millionen Euro teurer.

Die Fußbodenheizung ist verlegt und darüber der Estrich-Belag verteilt. Das Foto stammt aus dem Mai. Foto: Kulturevents
Die Fußbodenheizung ist verlegt und darüber der Estrich-Belag verteilt. Das Foto stammt aus dem Mai. Foto: Kulturevents

Aber: Eine Million Euro an Mehrkosten sollen durch die Investitionsmaßnahmen zum geplanten Kita-Neubau Borssum gedeckt werden, da dieser im Jahr 2023 noch nicht so weit sei, als dass dieser Haushaltsansatz vollständig gebraucht würde, hieß es dazu von der Stadt. Es sollen aber ausreichend Mittel bestehen bleiben, um in eine Planung starten zu können.

Außerdem deckt der Baubetrieb 65.000 Euro aus der ursprünglich geplanten Investition in den Fuhrpark sowie 35.000 Euro aus Mitteln für die Bestandsunterhaltung ab.

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