Upahl  Flüchtlinge beziehen umstrittenes Containerdorf in Upahl in MV

Michael Schmidt
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Von Michael Schmidt
| 04.10.2023 15:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Mehrere Kochmöglichkeiten stehen den Geflüchteten in Upahl zur Verfügung. Foto: Landkreis Nordwestmecklenburg
Mehrere Kochmöglichkeiten stehen den Geflüchteten in Upahl zur Verfügung. Foto: Landkreis Nordwestmecklenburg
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Nach monatelangen Protesten ist das Containerdorf in Upahl in Mecklenburg-Vorpommern für Flüchtlinge eröffnet worden. Auch in Warin bezogen Asylbewerber ihre Quartiere. Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann fordert derweil eine signifikante Begrenzung, Steuerung und Regulierung der Migration.

Nach monatelangen Protesten und juristischen Auseinandersetzungen sind die ersten Asylsuchenden in das umstrittene Containerdorf im Gewerbegebiet Upahl gebracht worden. Dort bezogen 150 Menschen ihr neues Quartier und werden durch den DRK Kreisverband Nordwestmecklenburg sowie weitere Partner des Landkreises betreut. Wie eine Sprecherin des Landkreis Nordwestmecklenburg am Mittwoch erklärte, befänden sich die nun in Upahl untergebrachten 150 Personen im Asylverfahren.

„Die Unterbringung in Upahl ist zwar nicht so zentral, von den Wohnbedingungen für eine Gemeinschaftsunterkunft aber geeignet und daher menschenwürdiger und weniger beengt als die Sporthallen. Nach wie vor ist Upahl eine Notlösung und wir müssen uns weiter bemühen, weitere Standorte zu finden“, wird Landrat Tino Schomann in einer Pressemitteilung des Landkreises zitiert.

Darin forderte er angesichts der steigenden Zahl der Asylbewerber erneut eine Entlastung sowie eine signifikante Begrenzung, Steuerung und Regulierung der Migration und eine Grenzinfrastruktur an der europäischen Außengrenze. Landrat Tino Schomann: „Wir brauchen eine massive Rückführungsoffensive, nicht morgen sondern gestern.“

Die Akzeptanz in der Asylpolitik sei auf einem Tiefpunkt. Sorgen und Ängste gefährden den Zusammenhalt, hatte Schomann unlängst auf dem Jahresempfang des Landkreises in Groß Schwansee erklärt.

Mit dem Bezug des Containerdorfes in Upahl erfolgte auch der Leerzug zweier Sporthallen in Wismar, die zuvor als Unterkünfte für Flüchtlinge dienten. Nach Angaben des Landkreises Nordwestmecklenburg sollen die Sporthallen schnellstmöglich wieder für ihren eigentlichen Zweck genutzt werden. Sollten Schäden festgestellt werden, geht der Landkreis davon aus, dass die Kosten im Rahmen der Unterbringung der Geflüchteten erstattungsfähig sind.

Dass Flüchtlinge nun nicht mehr in Sporthallen in Wismar untergebracht sind, begrüßt der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Christian Albeck. „Die Menschen leben jetzt zwar in einem Containerdorf. Aber ihre Unterbringung ist besser als zuvor in Turnhallen“, sagte Albeck auf SVZ-Anfrage.

Auch aus Sicht des Landesvorsitzenden der Piraten-Partei in MV, Dennis Klüver, sei Upahl zwar kein optimaler Standort für Flüchtlinge. Die Unterkunft sei aber gerade noch akzeptabel und mit Grevesmühlen läge die nächstgelegene Stadt nicht weit von Upahl entfernt.

Klüver hatte erst wenige Tage vor der Eröffnung des Containerdorfes in Upahl eine ehrliche Flüchtlingsdebatte in Nordwestmecklenburg gefordert: „Dass sich Gemeinden schlichtweg weigern, Orte für Flüchtlinge zu finden, ist aus meiner Sicht nicht akzeptabel.“

Ausnahmen gibt es. Beispielsweise in Warin. Die Kleinstadt im Osten des Landkreises hatte bereits vor einigen Monaten ihr Okay für die Unterbringung gegeben. Eigentlich sollten die Asylbewerber laut Plan Anfang September bereits in die neue Gemeinschaftsunterkunft Wald-Eck einziehen. Doch erst am Mittwoch sind die ersten Asylbewerber in Warin angekommen. Wie viele in die Unterkunft einziehen, verrät der Landkreis nicht. Die maximale Kapazität liegt bei 145 Personen.

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