Drogenkuriere vor Gericht  Männer sollen kiloweise Marihuana nach Emden geschmuggelt haben

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 30.11.2023 20:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Beutel mit einem Kilo der Droge Marihuana. Foto: DPA
Ein Beutel mit einem Kilo der Droge Marihuana. Foto: DPA
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Zwei Niederländer sollen kiloweise Marihuana nach Emden geschmuggelt haben. Vor Gericht räumten sie einige Taten ein. Einer wurde deswegen aus der U-Haft entlassen. Warum blieb der andere drin?

Aurich - Weil sie Drogen in großen Mengen aus den Niederlanden nach Deutschland gebracht haben sollen, müssen sich seit Mittwoch ein 61-jähriger Niederländer und sein 41-jähriger Schwiegersohn vor dem Landgericht verantworten. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie als Kurierfahrer im Sommer 2020 insgesamt zehnmal jeweils ein bis drei Kilo Marihuana an Zwischenhändler aus Emden überbracht haben. Die Übergabe soll an der Grenze auf autobahnnahen Parkplätzen zunächst auf deutscher, später auf niederländischer Seite erfolgt sein.

Zu Beginn der Verhandlung verständigten sich Staatsanwalt, Verteidiger und Gericht in einem sogenannten Deal auf mögliche Strafen. Die Kammer stellte unter der Voraussetzung, dass sich die Angeklagten geständig zeigten, für den 41-Jährigen eine Bewährungsstrafe in Höhe von anderthalb bis zwei Jahren und eine Geldauflage von 2000 Euro in Aussicht. Sein Schwiegervater könnte demnach mit einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten bis drei Jahren und neun Monaten rechnen.

Reumütige Angeklagte

Der 61-Jährige räumte ein, dreimal Drogen an die Grenze gebracht zu haben. Bei den übrigen sieben vom Staatsanwalt vorgeworfenen Fahrten habe er lediglich sein Auto zur Verfügung gestellt. Der Termin für einen Transport und die geplante Route sei ihm kurzfristig mitgeteilt worden. Über Art und Menge der Drogen habe er nichts gewusst. Für seine Kurierdienste habe man ihm 800 Euro pro Fahrt versprochen. Bis heute habe er jedoch kein Geld gesehen. Um seine Fahrten zu sichern, habe er seinen Schwiegersohn gebeten, in seinem eigenen Wagen vorauszufahren. Für zwei Fahrten habe er ihm jeweils 50 Euro aus eigener Tasche gezahlt. In der Verhandlung zeigte sich der Senior reumütig. „Ich schäme mich für meine Gedankenlosigkeit“, erklärte er zerknirscht, insbesondere dafür, seinen Schwiegersohn einbezogen zu haben.

Der 41-Jährige gab an, er sei damals arbeitslos und das Geld knapp gewesen. Darum habe er das Angebot seines Schwiegervaters angenommen. Ihm sei bewusst gewesen, dass es sich bei der Fracht um Cannabis in größeren Mengen gehandelt habe. Weil er selbst jedoch keine Drogen im Auto gehabt habe, habe er für sich kein großes Risiko gesehen. Nach der zweiten Fahrt habe er Arbeit gefunden und sich aus dem Drogengeschäft zurückgezogen. Auch, weil seine Frau darauf gedrängt habe.

Tief beeindruckt von U-Haft

Bis zum Gerichtstermin saßen beide Angeklagte in Untersuchungshaft, von der sie sich tief beeindruckt zeigten. Nach seinem Geständnis hob Richter Bastian Witte den Haftbefehl für den 41-Jährigen auf. Der 61-Jährige muss allerdings angesichts der drohenden Strafhöhe weiter im Gefängnis bleiben.

Die Verhandlung wird am 8. Dezember fortgesetzt.

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