Wien Ehemals verschollenes Gemälde von Gustav Klimt wird in Wien versteigert
Gustav Klimts Gemälde „Bildnis Fräulein Lieser“ soll rund 100 Jahre verschollen gewesen sein. Welche Person das Gemälde „Fräulein Lieser“ zeigt, ist nicht sicher.
Dunkle Haare, ein Blumenumhang – ein sehr farbenfrohes Porträt einer Frau. Wen zeigt Gustavs Klimts Gemälde „Fräulein Lieser“? Und warum taucht es jetzt erst wieder auf? Das Gemälde von 1917 soll nun am 24. April in Wien versteigert werden. Das österreichische Auktionshaus „im Kinsky“ schätzt den Wert des Gemäldes auf 30 bis 50 Millionen Euro. Klimts Werke spielen laut Auktionshaus in der „obersten Liga“.
Laut dem Auktionshaus wurde die Dargestellte 1967 erstmals im Werkverzeichnis als „Fräulein Lieser“ benannt. Autoren der Werkkataloge haben die dargestellte Frau als „Margarethe Constance Lieser“ (1899-1965), Tochter des Großindustriellen Adolf Lieser, erkennen wollen.
Das Auktionshaus scheint sich jedoch nicht ganz sicher. Recherchen des Auktionshauses zeigen, dass Klimts Porträt auch ein anderes Familienmitglied abbilden könnte. Infrage sollen daher Helene Lieser (1898-1962), die Erstgeborene von Henriette Amalie Lieser-Landau und Justus Lieser, oder deren jüngere Tochter, Annie Lieser (1901-1972) kommen. Das Auktionshaus ordnet die Auftraggeber-Familie „dem Kreis der vermögenden, großbürgerlichen Wiener Gesellschaft, in dem Klimt seine Mäzene und Auftraggeber fand“, zu.
1917 soll das Bild entstanden sein – am 6. Februar 1918 starb Klimt an den Folgen eines Schlaganfalls. Das Gemälde verblieb unvollendet im Atelier. Nach dem Tod Klimts ging das Gemälde an die Familie des Auftraggebers. Bislang galt das Gemälde als verschollen – laut dem österreichischen Auktionshaus befand sich das Gemälde von Gustav Klimt zuletzt in österreichischem Privatbesitz.
Das „Bildnis Fräulein Lieser“ soll am 24. April 2024 in einer Sonderauktion im Auktionshaus im Kinsky in Wien versteigert werden. Vorher wird es jedoch unter anderem in der Schweiz, Deutschland und Hongkong präsentiert werden.
Das Gemälde wird im Wiener Auktionshaus versteigert, da es nach eigenen Angaben des Hauses „auf dessen langjährige Erfahrung bei der Positionierung von Werken Klimts und mehr noch auf dessen internationale Kompetenz im Umgang mit sogenannten „Raubkunst-Fällen“ zurückgreifen könne. Raubkunst definiert das Auktionshaus hier „mit Kunstwerken, die während der NS-Zeit beschlagnahmt und entzogen wurden.“